Michaela Senf erinnert sich an eine für sie ganz besondere Werkstatt-Abteilung:
Als ich um das Jahr 2009 in die Abteilung Bohrer-Vorfertigung kam, machte es mir dort von Anfang an großen Spaß. Mit meinen Gruppenleitern Carsten und Bernd kam ich sehr gut zurecht. Bernd lernte mich an, und die Arbeit ging mir gut von der Hand. Zigtausende Bohrer habe ich sortiert, darunter kleine, große, dicke und dünne. Sie alle kamen in schwere Eisenkisten, die du nicht anheben konntest.
Als wir einmal bei der Kaffeepause zusammensaßen, kam Bernd zu uns und fragte: „Kann mir jemand helfen?“ Da meldete ich mich, was war passiert? Die ganzen Bohrer lagen auf der Erde, weil eine andere Gruppenleiterin aus Versehen ein Legebrett umgekippt hatte. Leider lebt sie mittlerweile nicht mehr. Ich vermisse sie sehr.
Zum Tag der offenen Tür schlenderten die Leute durch die Hallen, guckten und fragten, was das alles für Bohrer sind. Da sagte Bernd zu mir: „Michaela, erzähle den Gästen doch mal, was wir hier so machen.“ Hinterher ließ er mich wissen: „Das hast du sehr gut gemacht!“
Sechs Jahre lang war ich bei den Bohrern. Ich mochte die Arbeit und auch meine Kollegen hier sehr gern. Besonders Joachim hatte ich ins Herz geschlossen. Er war für mich wie ein großer Bruder, den ich nie hatte. Leider starb er viel zu früh. Als ich das hörte, musste ich weinen.
Leider wurde die Gruppe aufgelöst, weil die Bohrer-Firma wegzog. Als uns die Gruppenleiter das erzählten, sagte ich: „Bernd, das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Doch, Michaela, es ist leider so.“
„Bitte, fahr nicht weg!“, rief ich dem letzten LKW mit den Bohrern hinterher, doch er fuhr. Ich war am Ende.
Bis heute vermisse ich es, wie wir hier zusammenarbeiteten. Wir haben viel gelacht. Carsten machte manchmal AC/DC an, das war toll! Wir verstanden uns richtig gut, meine Erinnerungen an diese Zeit bleiben für immer bei mir. Für mich war die Bohrer-Gruppe wie ein zweites Zuhause.







0 Kommentare