Po­li­tik hautnah

Po­li­tik hautnah

On­line-Re­por­ter Mi­cha­el Ben­ter be­rich­tet aus dem Ber­li­ner Abgeordnetenhaus

In un­se­rem Fort­bil­dungs­pro­gramm las ich von der Ex­kur­si­on ins Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­ten­haus. Als Bot­schaf­ter un­se­rer Werk­statt mel­de­te ich mich so­fort da­für an.

Im Ge­bäu­de, in dem frü­her der Preu­ßi­sche Land­tag saß, konn­ten wir drei Po­li­ti­kern Fra­gen stel­len, die im Aus­schuss Ar­beit & So­zia­les tä­tig wa­ren. Lisa Knack (CDU), Ca­trin Wah­len (Grü­ne) und Lars Düs­ter­höft (SPD) hör­ten uns zu und ant­wor­te­ten. So er­fuhr ich auf mei­ne Nach­fra­ge: Ob­dach­lo­se dür­fen nicht kos­ten­los Bus und Bahn fah­ren, wer­den aber bei Käl­te nicht raus­ge­wor­fen. Kei­ner soll er­frie­ren, das fin­de ich gut.

Alle zwei Wo­chen tref­fen sich die Ab­ge­ord­ne­ten zur Ple­nar­sit­zung. Die geht von 10:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Be­vor ein neu­es Ge­setz ver­ab­schie­det wird, muss je­dem zu­ge­hört wer­den, der dazu et­was zu sa­gen hat. Die Re­de­dau­er be­trägt ma­xi­mal zehn Mi­nu­ten. In­ter­es­sier­te kön­nen die Ple­nar­sit­zun­gen von der Be­su­cher-Ebe­ne aus mit­ver­fol­gen. Dort sa­ßen auch wir. Ich fand es gut, dass wir als Werk­statt­be­schäf­tig­te mit Po­li­ti­kern spre­chen konnten.

Dop­pelt ge­fei­ert hält besser

Dop­pelt ge­fei­ert hält besser

On­line-Re­por­te­rin Mi­chae­la Senf be­rich­tet von ei­nem be­son­de­ren Tag

Am Don­ners­tag, fei­er­ten wir wie je­des Jahr das Ok­to­ber­fest – und zu­gleich den 10. Ge­burts­tag un­se­res Werk­statt-Stand­orts Aderluch.

Zu­vor am Mitt­woch hat­ten wir un­se­re mit Far­be be­mal­ten Hän­de auf ein gro­ßes Stück Stoff ge­druckt. Denn der Ader­luch – das sind wir alle! Mike er­in­ner­te uns dar­an, wie al­les an­fing am neu­en Stand­ort. Dann üb­ten wir uns im Büch­sen­wer­fen, Ball­spie­len, Tisch­ten­nis und fröh­li­chem Beisammensein.

Zum Mit­tag wur­de ge­grillt, au­ßer­dem gabs zünf­ti­ge Ok­to­ber­fest-Her­zen! Die hat­ten un­se­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus Pe­tras Grup­pe ge­ba­cken. Wir alle be­ka­men eins ge­schenkt, dazu ei­nen But­ton: 10 Jah­re Ader­luch. Dop­pelt fei­ern, das kön­nen wir!

Ein­zel­fall­hil­fe hilft nicht nur dem Einzelnen

Ein­zel­fall­hil­fe hilft nicht nur dem Einzelnen

Die On­line-Re­por­ter-Grup­pe Hauptwerkstatt/Aderluch be­fragt Chris­ti­na Hack

Kon­stan­tins Ein­zel­fall­hel­fe­rin Chris­ti­na ge­hört schon fast zu un­se­rer Re­por­ter­grup­pe. Sie hat­te schon oft tol­le Ideen, wir freu­en uns, dass sie hier ist. Heu­te möch­ten wir end­lich mal ein paar Fra­gen an sie loswerden:

Wo­her kommst Du, wo bist Du zuhause?

Ich kom­me aus dem Nor­den von Ora­ni­en­burg, war zwi­schen­durch zwan­zig Jah­re un­ter­wegs und bin jetzt wie­der in Ora­ni­en­burgs Nor­den angekommen.

Und wie kamst Du zu uns in die Werkstatt?

Ich bin ge­lern­te Er­zie­he­rin, dazu Teil der Lei­tung des Fach­be­reichs Hil­fen zur Er­zie­hung des Mär­ki­schen So­zi­al­ver­eins e.V. in Ora­ni­en­burg. Das Ju­gend­amt fragt uns als Trä­ger je­weils kon­kret an. So er­hiel­ten wir im Fe­bru­ar 2025 die Fall­an­fra­ge zu Kon­stan­tin. Ich war ei­nen Tag bei ihm im Ader­luch, dann hieß es: „Wir ge­hen es an, gu­cken weiter!“

Nun ar­bei­ten wir schon fast zwei Jah­re zu­sam­men. Durch Kon­stan­tin kam ich mit der Ca­ri­tas-Werk­statt in Be­rüh­rung, als Ein­zel­fall­hel­fe­rin kom­me und gehe ich mit un­se­ren Klienten.

Wie vie­le Stun­den hast Du für Konsti?

Un­ser Kon­tin­gent liegt bei rund 20 Stun­den. Das kann hoch- und run­ter­ge­hen, es kommt auf je­den ein­zel­nen Kli­en­ten an.

Und was macht Ihr Ein­zel­fall­hel­fe­rin­nen konkret?

Je nach Be­darf sor­gen wir für mehr Pau­sen, Im­puls­kon­trol­le, hel­fen un­se­ren Kli­en­ten beim „Über­set­zen“: Was meint mein Ge­gen­über da? Hin­ter je­der Ein­zel­fall­hil­fe steht ein Mensch mit sei­nem ganz kon­kre­ten All­tag, der viel­leicht ohne Un­ter­stüt­zung nicht funk­tio­niert. Ein­zel­fall­hil­fe be­deu­tet, Men­schen Din­ge zu er­mög­li­chen, die für vie­le von uns völ­lig selbst­ver­ständ­lich sind: zur Kita oder zur Schu­le ge­hen, al­lein Schul­auf­ga­ben be­wäl­ti­gen, ar­bei­ten, Hob­bies nach­ge­hen, selbst­stän­dig un­ter­wegs sein und vie­les mehr.

Manch­mal be­deu­tet die­se Un­ter­stüt­zung auch, je­man­den zu mo­ti­vie­ren, dran­zu­blei­ben, ge­mein­sam ei­nen nächs­ten Schritt zu ge­hen oder ein­fach da zu sein, wenn es ge­ra­de al­lein nicht geht. Kurz­um: Wir sor­gen da­für, dass die Mög­lich­kei­ten mög­li­cher werden.

Was ist, wenn Du mal krank bist oder Ur­laub hast?

Kon­stan­tin kann nur in der Werk­statt sein, wenn ich da bin. Fal­le ich aus, gibt es kei­ne im­mer zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ver­tre­tung, sol­che Leis­tun­gen sind schon jetzt nicht vor­ge­se­hen. Wir be­kom­men auch nur die Stun­den be­zahlt, in de­nen wir mit un­se­ren Kli­en­ten zu­sam­men sind. Ge­sprä­che mit Sor­ge­be­rech­tig­ten und Do­ku­men­ta­ti­on ma­chen vie­le von uns ehrenamtlich.

Va­nes­sa: Ich sehe gro­ße Dank­bar­heit bei un­se­ren Grup­pen­lei­te­rin­nen, dass Chris­ti­na und Ant­je da sind. Zu­dem ha­ben bei­de Ein­zel­fall­hel­fe­rin­nen auch ein Ohr für mich und an­de­re Beschäftigte.

Mi­chae­la: Die Ein­zel­fall­hel­fe­rin­nen kön­nen so­fort re­agie­ren, wenn Not am Mann ist. Wir alle sor­gen für­ein­an­der! Ging es mir mal nicht gut, kam Kon­sti so­fort auf mich zu. Es ist gut, dass Chris­ti­na und er hier sind.

Zu­sam­men mach­ten wir ei­nen gu­ten Job

Zu­sam­men mach­ten wir ei­nen gu­ten Job

On­line-Re­por­ter Mi­cha­el Ben­ter in­ter­viewt Ste­fan Latotzke

Wo hast du ge­ar­bei­tet, be­vor du zur Ca­ri­tas kamst?

Ich durch­lief vie­le Be­trie­be. Als ge­lern­ter Au­to­schlos­ser re­pa­rier­te ich LKWs, PKWs, Trak­to­ren oder Hän­ger. Im Tief­bau fuhr ich Rad­la­der, ver­lud Ab­was­ser­roh­re oder Te­le­fon­lei­tun­gen, ver­kauf­te Werk­zeu­ge und Ma­te­ria­li­en. Ich schweiß­te Tei­le für den ICE oder ko­or­di­nier­te im Rei­fen-Er­neue­rungs­werk Ora­ni­en­burg Roh­stof­fe und Ma­te­ria­li­en für die Pro­duk­ti­on. Zu­letzt ar­bei­te­te ich zwei Jah­re bei Orafol.

Wie hast du die Ca­ri­tas-Werk­statt ent­deckt und wie lan­ge bist du schon hier?

Ir­gend­wann woll­te ich nicht mehr in Schich­ten ar­bei­ten – und wur­de ge­fragt, ob ich in der Ca­ri­tas-Werk­statt an­fan­gen möch­te. Dort such­ten sie je­man­den für Rad & Tat. Im zwei­ten Ge­spräch frag­te mich Herr Lau, ob ich mir auch vor­stel­len kann, am Ader­luch zu ar­bei­ten. Sie be­nö­tig­ten dort drin­gend zwei Leu­te im För­der­be­reich. Wir Grup­pen­lei­ter ge­hen da­hin, wo wir ge­braucht wer­den. Ok­to­ber 2020 fing ich an – und blieb bis heu­te am Stand­ort Aderluch.

Ich lern­te Dich in der Co­ro­na-Zeit ken­nen, als ich ein hal­bes Jahr mit mei­ner WG vom Va­len­ti­nen­hof bei Dir im Ader­luch ar­bei­te­te. Er­in­nerst Du Dich noch an die Zeit mit uns, an Dei­ne Rasselbande?

Stimmt, so nann­te ich Euch, oder auch „mei­ne Ban­di­ten“. Et­li­che von Euch zeig­ten sich an­fangs eher skep­tisch und vor­sich­tig. Ihr wohn­tet zu­sam­men, und nun saht Ihr Euch dazu täg­lich auf Ar­beit, das war si­cher nicht einfach.

Mir ging es ähn­lich. Ich war erst ein Vier­tel­jahr am Ader­luch. Kaum hat­te ich mich hier ein we­nig ein­ge­ar­bei­tet, da kamt Ihr: von ei­nem Tag auf den an­de­ren 24 neue Leu­te. Ich muss­te euch alle ganz schnell ken­nen­ler­nen, aber ich den­ke, wir fan­den gut zu­ein­an­der. Hat­ten wir mal kei­ne Ar­beit, spiel­ten wir was oder gin­gen spa­zie­ren. Al­ler­dings hat­ten wir vor al­lem durch die Mas­ken jede Men­ge zu tun. Be­son­ders ge­fiel mir, dass ihr zum Schluss alle so gut zusammenhieltet.

Konn­test Du Dich dar­auf vor­be­rei­ten, dass wir bei Dir ar­bei­ten, oder kam das für Dich ganz spontan?

Ich wuss­te es zwei oder drei Tage vor­her. Viel Zeit blieb also nicht. We­gen der An­ste­ckungs­ge­fahr soll­tet Ihr an ei­nem Stand­ort zu­sam­men­blei­ben. Ich den­ke, es war die rich­ti­ge Ent­schei­dung un­se­rer Leitung.

Ich ar­bei­te­te mit Axel Lan­ge und Mi­cha Brock an der chi­ne­si­schen Ma­schi­ne zum Mas­ken-Ver­pa­cken. Wie kam es dazu, dass ich in der Mit­te saß, auf­pas­sen und auf Stopp drü­cken soll­te, wenn die Ma­schi­ne mal wie­der bockte?

Du woll­test un­be­dingt an der Ma­schi­ne ar­bei­ten! Also ließ ich Dich ran, zu­erst hin­ten, als­dann an den an­de­ren Po­si­tio­nen. Da­bei zeig­test du mir, dass Du es kannst! Ich muss­te schließ­lich dar­auf ver­trau­en kön­nen, dass Du Dich bei Dei­ner Ar­beit nicht ge­fähr­dest. Du be­kamst es wun­der­bar hin!

Als ich das hal­be Jahr bei Dir ar­bei­te­te, kam bei En­ri­co Sach­se von der Wer­be­tech­nik der Auf­trag rein, Hal­te­stel­len­schil­der zu be­kle­ben. War­um frag­test Du mich, ob ich En­ri­co da­bei unterstütze?

Ge­nau wie wir Fach­kräf­te ar­bei­tet auch Ihr dort, wo ihr ge­braucht wer­det. Du warst ver­traut mit der Ma­te­rie, also frag­ten wir dich. Ge­ne­rell ar­bei­ten wir in der Werk­statt Grup­pen-über­grei­fend und hel­fen ein­an­der gegenseitig.

Und war­um durf­te ich in der Co­ro­na-Zeit zu­sam­men mit Ste­phan Schnei­der die Tür der Haupt­werk­statt bekleben?

Auch hier lau­tet die Ant­wort: Weil du es kannst! War­um soll­te es ein an­de­rer tun? Das war schließ­lich dei­ne an­ge­stamm­te Arbeit.

Als der nor­ma­le Be­trieb wie­der be­gann und wir in un­se­re al­ten Be­rei­che zu­rück­kehr­ten, be­kamst Du da neue Auf­ga­ben oder führ­test du die al­ten weiter?

Als ihr weg wart, gab es gro­ße Ver­än­de­run­gen. Der Be­darf an För­der­plät­zen stieg, neue B.Plus-Gruppen ka­men hin­zu. Das er­for­der­te bau­li­che Ver­än­de­run­gen. Wir brauch­ten mehr Pfle­ge­bä­der, Um­klei­den, Platz für Rol­li­fah­rer. Mitt­ler­wei­le sind wir voll am Limit.

Ge­ne­rell ha­ben wir im­mer wie­der neue Kun­den, da­durch kom­men ste­tig neue Auf­trä­ge rein. Über­haupt ver­su­chen wir, dass Ihr im­mer mal et­was an­de­res macht, da­mit es nicht lang­wei­lig wird. Die Ar­beit hier soll ein Teil Eu­res Le­bens sein, der Euch Freu­de bereitet.

Wel­che Auf­ga­ben hast Du jetzt?

Un­ter an­de­rem ver­tei­len wir Ge­mein­de­brie­fe in Zehlen­dorf und Ora­ni­en­burg, auch mit an­de­ren Grup­pen. Weil wir zei­gen wol­len, was Ihr al­les macht, ge­hen wir in die Öf­fent­lich­keit. Mit den An­woh­nern ins Ge­spräch zu kom­men, ist wunderbar.

Zum Schluss möch­te ich mich bei Dir be­dan­ken, dass Du da­mals mei­nen Kol­le­gen Axel bei sei­nem Ar­beits­un­fall so­fort ge­hol­fen hast und mit ihm zum Durch­gangs­arzt gingst.

Das war ein Schlüs­sel­mo­ment, ist aber kein Grund, dan­ke zu sa­gen. Je­den Tag un­ter­stüt­zen Men­schen an­de­re Men­schen – und ich er­wähl­te das zu mei­nem Be­ruf. Am Ende ging al­les gut. Axel und ich ge­wan­nen gro­ßes Ver­trau­en zueinander.

Wir alle ha­ben viel ge­lernt, ge­lacht, und zum Ab­schied gab‘s auch ein paar Trä­nen – also war wohl nicht al­les schlecht. Der Ab­schied von Euch fiel mir nicht leicht, es war eine schwie­ri­ge, aber schö­ne Zeit. Es brauch­te Ver­trau­en und die Be­reit­schaft, sich auf­ein­an­der ein­zu­las­sen, ge­nau wie den Mut, sich selbst et­was zu­zu­trau­en. Ihr wart ein gu­tes Team!

Das sehe ich auch so. Ich hab üb­ri­gens un­ser Grup­pen­fo­to noch

Ich auch!

„Dan­ke für die­sen gu­ten Morgen“

„Dan­ke für die­sen gu­ten Morgen“

On­line-Re­por­te­rin Mi­chae­la Senf be­rich­tet vom Ern­te­dank­fest am Aderluch

Es gab eine An­dacht, und al­les war herbst­lich ge­schmückt. Un­se­re Mais-Deko ge­hör­te eben­so dazu wie die Stroh­bal­len, ne­ben de­nen wir Fo­tos machten.

Wir sa­ßen zu­sam­men, aßen Ku­chen und san­gen. Ge­mein­sam be­dank­ten wir uns für die Ga­ben der Ern­te und „für je­den neu­en Tag“, wie es in ei­nem un­se­rer Lie­der heißt.

Spie­le gabs dies­mal nicht, aber das ho­len wir zum Ok­to­ber­fest nach. Es war ein­fach nur schön – wie so vie­les, was ich hier er­le­be. Ich bin sehr dank­bar für all das.

Wir ler­nen täg­lich dazu

Wir ler­nen täg­lich dazu

On­line-Re­por­te­rin Sa­rah Stoll be­fragt Fach­kraft An­drea Bloch

            Was hast Du vor Dei­ner Zeit in der Werk­statt gemacht?

Ich war Lei­te­rin des Be­triebs­re­stau­rants der BMW-Nie­der­las­sung in Berlin.

            Und wie wur­det Du auf un­se­re Ca­ri­tas-Werk­statt aufmerksam?

Ich las eine An­non­ce im In­ter­net – seit­dem bin ich hier.

            Wann war das?

Das war im Juni 2017, ich bin jetzt also schon über neun Jah­re an Bord.

            Hast Du Hob­bys? Wenn ja, ver­rätst Du sie uns?

Ich tan­ze sehr ger­ne, lie­be mei­nen Gar­ten und ver­brin­ge mög­lichst viel Zeit mit mei­ner Enkeltochter.

            Noch­mal zu­rück zur Werk­statt: Wel­ches ist hier Dei­ne Lieblingsarbeit?

Ich baue sehr gern Farb­fä­cher und un­ter­stüt­ze die Frauenbeauftragten.

            Und was fällt Dir am schwersten?

Wenn uns beim Dru­cken Feh­ler un­ter­lau­fen, macht mich das trau­rig. Das kann schon mal pas­sie­ren, die Ar­beit in der Wer­be­mit­tel­fer­ti­gung ist ganz schön anspruchsvoll.

            Aber aus Feh­lern kön­nen wir ler­nen, oder?

Na­tür­lich, aber zum Glück nicht nur hier­bei. Je­den Tag ler­nen wir alle et­was dazu, da­mit Ora­fol mit un­se­rer Ar­beit zu­frie­den ist. Das ist der An­spruch von uns al­len in der Werbemittelfertigung.

            Wünscht Du Dir et­was für die Zukunft?

Dass wir alle ge­sund sind und uns der Frie­den er­hal­ten bleibt.

Ein lus­ti­ger Typ kommt zu uns

Ein lus­ti­ger Typ kommt zu uns

An­nett Nehls und Mi­cha­el Ben­ter be­fra­gen An­dre­as Hirchert

Mi­cha­el: An­dre­as ist im­mer lus­tig, im­mer gut drauf. Er ge­stal­te­te viel um im Raum, hat im­mer Mug­ge an. Hat je­mand ein Pro­blem, nimmt er sich so­fort Zeit da­für. Er nennt mich Herr Bür­ger­meis­ter, das ist un­ser Späßchen.

An­nett: An­dre­as hat den Rund­um-Blick, guckt nicht nur in sei­nen Raum, son­dern auch in an­de­re Ar­beits­räu­me. Er fragt uns nicht nur nach der Ar­beit, son­dern auch, was sonst so los ist. Man­che von uns kom­men da­durch bes­ser aus sich raus. Ge­ne­rell war­tet er nicht, bis je­mand zu ihm kommt, son­dern geht auch auf uns zu. Nun un­se­re Fragen:

Wie hast Du die Werk­statt ent­deckt? Kann­test Du sie schon vorher?

Ich bin ge­lern­ter Bäcker/Konditor und schloss 2009 be­rufs­be­glei­tend eine Aus­bil­dung zum Hei­ler­zie­hungs­pfle­ger ab. Fast 25 Jah­re ar­bei­te­te ich im För­der­be­reich ei­nes an­de­ren Trä­gers. Aus pri­va­ten Grün­den streb­te ich ei­nen be­ruf­li­chen Wech­sel an. Zu­fäl­lig las ich die Stel­len­a­zei­ge der Ca­ri­tas-Werk­statt. Ich be­warb mich per Mail, er­hielt eine Ein­la­dung zum Ge­spräch – seit­dem bin ich hier.

Bist Du glück­lich, bei uns zu arbeiten?

Ich bin dank­bar, bei der Ca­ri­tas zu sein. Die Werk­statt war ein tol­ler Neu­an­fang. Am ers­ten Tag emp­fing mich Sö­ren: „Hier ist dei­ne Grup­pe, mach mal.“ Ich ging rein und sag­te: „Je­der klebt bit­te sei­nen Na­men mit Kle­be­band auf den Tisch, in 14 Ta­gen könnt ihr die wie­der ab­ma­chen.“ Da­nach hat­te ich sie alle im Kopf. In mei­nem hal­ben Jahr hier ist eine Men­ge pas­siert. Ich bin ge­kom­men, um zu bleiben.

Wo und wie be­rei­test Du Dich auf die Ar­beit vor?

So rich­tig vor­be­rei­ten kann man sich gar nicht, denn je­der Tag ist an­ders. Kom­me ich an, fah­re ich den Com­pu­ter hoch, tau­sche mich mit Ste­ve vom Shut­tle-Team aus und gu­cke, was an­liegt. Ich ver­su­che, mich in die Be­schäf­tig­ten rein­zu­ver­set­zen, am Ende sol­len alle glück­lich und zu­frie­den sein.

Wuss­test Du gleich an Dei­nem ers­ten Tag, was Du hier ver­än­dern möchtest?

Nein, es dau­er­te etwa eine Wo­che, bis wir was ver­än­dern konn­ten. Die Be­schäf­tig­ten ha­ben ih­ren All­tag, jede Ver­än­de­rung ist ein gra­vie­ren­der Ein­schnitt. Für mei­nen Schreib­tischwech­sel brauch­te ich fast ein hal­bes Jahr.

Wie kom­men Dir Dei­ne vie­len Ideen zu Ver­än­de­run­gen, die Du hier vor Ort umsetzt?

Ge­ne­rell kom­men mir alle Ideen abends im Bett, wenn ich mei­nen Tag reflektiere.

Kommst Du in dem von Dir um­ge­stal­te­ten Raum jetzt bes­ser klar?

Auf je­den Fall! Ich hab die Tür im Blick und kann nach drau­ßen gu­cken, die Son­ne se­hen. Vor­her saß ich qua­si hin­term Schrank.

Kommst du auch mal mit dem Fahr­rad zur Ar­beit oder im­mer nur mit dem Auto?

Meis­tens mit Auto oder Mo­tror­rad. Im Win­ter möch­te ich auch mal mit dem Zug von Zeh­de­nick bis Ora­ni­en­burg und von dort mit dem Fahr­rad her­fah­ren. Au­ßer­dem träu­me ich von ei­nem E‑Roller.

Wünschst du Dir mehr Auf­trä­ge für Dei­nen Be­reich, oder ist das so in Ordnung?

Zur Zeit freu­en wir uns über je­den klei­nen Auf­trag, aber feh­len sie, ist auch das nicht nur ver­kehrt. Ich kom­me bes­ser mit den mir an­ver­trau­ten Men­schen ins Ge­spräch und kann her­aus­be­kom­men, was sie sich wünschen.

Wie gehst du da­mit um, dass du bei uns mit Men­schen zu­sam­men­ar­bei­test, die eine Be­ein­träch­ti­gung haben?

An mei­nem ers­ten Tag am Hei­de­ring dach­te ich: Hier ar­bei­ten aber vie­le in der Ver­wal­tung! Vie­le von Euch hielt ich für Mit­ar­bei­ter. Als ich dann vom Shut­tle-Team aus Be­schäf­tig­ten er­fuhr, dach­te ich: Wol­len die mich ver­äp­peln? Es war ein him­mel­wei­ter Un­ter­schied zu mei­nem vor­he­ri­gen Job, die 25 Jah­re in der Pfle­ge. Auf je­den Fall macht es mir gro­ßen Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten.

Du wur­dest hier ins kal­te Was­ser ge­schmis­sen und zeig­test dich als sehr an­pas­sungs­fä­hig, was wir als eine Stär­ke an­se­hen. Was emp­fin­dest Du als Dei­ne Stärken?

An­pas­sungs­fä­hig bin ich wohl wirk­lich. In­zwi­schen hab ich hier fast alle Ar­beits­be­rei­che durch, mir feh­len nur De­mon­ta­ge und Ver­wal­tung. Erst neu­lich war ich für zwei Tage in der Kü­che. Wir koch­ten zu­sam­men eine Sup­pe, und kei­ner mel­de­te sich hin­ter­her krank. (lacht) Als Bä­cker und Kon­di­tor ver­fü­ge ich über Küchenerfahrung.

Hast Du aus Dei­ner Sicht auch Schwächen?

Ich bin „et­was“ un­ge­dul­dig, das ist mei­ne to­ta­le Schwä­che. Als ich das ers­te Mal mit Easy Care zu tun hat­te, pro­bier­te ich viel aus und muss­te dann eine Men­ge wie­der lö­schen. Viel Hil­fe im Be­reich Com­pu­ter be­kam ich von un­se­rem Be­schäf­tig­ten Da­vid Kirsch.

Bei Dir läuft wie ge­sagt im­mer Mu­sik, was hörst Du denn am liebsten?

Al­les, aber am liebs­ten Ost­see­wel­le! Ich lie­be es, zu ver­rei­sen, sehr gern nach Mal­lor­ca, oder eben an die Ost­see. Die Ost­see­wel­le ist für mich die Ver­bin­dung zu Meer und Ur­laub, ob auf Ar­beit, im Auto oder zuhause.

Apro­pos, was machst Du in Dei­ner Frei­zeit, hast Du Hob­bys? Wir wis­sen: Du be­geis­terst Dich für Au­tos und Motorräder.

Ganz oben steht der Fuß­ball, ich be­glei­te­te und trai­nier­te mei­nen Sohn, bin bis heu­te als Co-Trai­ner tä­tig. Dann kom­men Ver­rei­sen, Au­tos und Mo­tor­rad. Nun kauf­te sich mein Sohn ein Haus. Das um- und aus­zu­bau­en ist für das nächs­te hal­be Jahr mein größ­tes Hob­by. Wir wol­len so viel wie mög­lich selbst ma­chen. Was du selbst ge­schaf­fen hast, siehst du mit an­de­ren Augen.

Kannst Du nach Dei­ner Ar­beit ab­schal­ten, die Ar­beit auf Ar­beit lassen?

Das lern­te ich in mei­nem Be­rufs­le­ben. Von der Werk­statt bis nach Hau­se fah­re ich mit dem Auto eine hal­be Stun­de. Ich dre­he die Mu­sik laut auf, das hilft mir, ab­zu­schal­ten. Im Som­mer neh­me ich das Ca­brio, da weht mir dazu or­dent­lich Wind um die Ohren.

Mi­cha­el: Ich möch­te Dir da­für dan­ken, dass Du mich un­ter­stützt hast. Auf je­den Fall ist es sehr lus­tig bei uns, seit­dem Du hier bist.

An­dre­as: Viel­leicht ver­ra­ten wir zum Schluss noch, wie ich auf Dei­nen Spitz­na­men kam. Bei uns in Zeh­de­nick war die Bür­ger­meis­ter­stel­le va­kant. Du kennst Hinz und Kunz, kommst mit je­dem ins Ge­spräch. Wür­dest Du Dich zur Wahl stel­len – mei­ne Stim­me hät­test Du!

Läuft bei uns!

Läuft bei uns!

On­line-Re­por­te­rin Va­nes­sa Ver­der­ber war für uns auf der Stre­cke beim B2Run

Mei­ne Vor­freu­de war rie­sig! Ge­mein­sam fuh­ren wir, Mit­ar­bei­ter und Be­schäf­tig­te, mit der Bahn nach Ber­lin. Vorm Olym­pia­sta­di­on ver­sam­mel­ten wir uns und mach­ten ein coo­les Foto. Ich konn­te es kaum er­war­ten, los­zu­lau­fen. End­lich der Start! Die ers­ten 2 Ki­lo­me­ter lie­fen su­per gut, doch zog ich mir ab der Hälf­te der Stre­cke eine klei­ne Ver­let­zung zu, die zum Glück nicht wirk­lich schlimm war. Trotz­dem habe ich’s durch­ge­zo­gen! Wie im letz­ten Jahr jogg­ten wir ins Oly hin­ein, und es war ein­fach der Ham­mer. Oben an­ge­kom­men, be­ka­men wir eine coo­le Me­dail­le und ver­sam­mel­ten uns wieder.

„To­tal glück­lich!“ war auch mein Re­port­er­kol­le­ge Frank, der zu­gab: „Ich muss­te nach den 5,7 km ganz schön pum­pen. Va­nes­sa, Du hast ge­kämpft wie eine Lö­win und Det­lef walk­te per­sön­li­che Bestzeit!“

Wir dan­ken al­len, die dies mög­lich mach­ten, al­len vor­an un­se­rer Sport-Or­ga­ni­sa­to­rin Sa­bi­ne! Es war ein rich­tig schö­nes Er­leb­nis. Bist Du nächs­tes Jahr auch mit dabei?

Da liegt Mu­si­ke drin!

Da liegt Mu­si­ke drin!

On­line-Re­por­te­rin Sa­rah Stoll im Ge­spräch mit Ste­fan Einbrodt

Hal­lo Ste­phan, was hast Du vor Dei­ner Zeit in der Werk­statt gemacht?

Ich bin ge­lern­ter Werk­zeug­me­cha­ni­ker und ar­bei­te­te in mei­nem Beruf.

Wie wur­dest Du auf die Werk­statt auf­merk­sam und wann hast Du hier angefangen?

Ich be­warb mich auf eine An­non­ce im In­ter­net und wur­de ge­nom­men. Mein ers­ter Ar­beits­tag hier war der 5. Ja­nu­ar 2009, mitt­ler­wei­le bin ich also schon 17 Jah­re hier.

Was liebst Du an Dei­ner Ar­beit am meis­ten und was ist für Dich das Schwerste?

Ich mag die Ab­wechs­lung, die ich hier er­le­be. Am schwers­ten wird es, wenn wir un­ter­be­setzt sind, sich eine Fach­kraft um vie­les gleich­zei­tig küm­mern muss.

Hast Du Hob­bys? Wenn ja, welche?

Ich fah­re gern Fahr­rad, höre viel Mu­sik und spie­le selbst Klavier.

Ich wuss­te noch gar nicht, dass Du ein In­stru­ment spielst – toll! Und was sind Dei­ne Wün­sche für die Zukunft?

Erst­mal und vor al­lem wün­sche ich mir, dass es al­len Leu­ten gut­geht und dass uns die Po­li­tik kei­nen Strich durch die Rech­nung macht. Ich je­den­falls kom­me sehr gern zur Arbeit!

Und die macht mit Ste­fan gro­ßen Spaß, be­son­ders am Frei­tag. Da schal­tet er Mu­sik an, un­ser DJ Maik trom­melt den Takt und wer will, singt mit. Ich sin­ge im­mer mit und tan­ze, Jür­gen setzt sei­nen Dis­co-Hut auf und singt. Es tut uns al­len gut, mal so rich­tig aus­ge­las­sen zu sein, be­vor wir ins Wo­chen­en­de gehen.

Manch­mal wür­de ich …

Manch­mal wür­de ich …

On­line-Re­por­te­rin Mo­ni­ka Fied­ler über die Kniff­lig­keit des täg­li­chen Miteinanders

Manch­mal wür­de ich gern bei­ßen, mei­nem Ge­gen­über di­rekt ins Bein!

Aber ich bin ja nett.

Manch­mal wür­de ich gern Pa­pie­re zerreißen!

Aber ich bin ja nett.

Manch­mal wür­de ich mei­nem Ge­gen­über ei­nen Blu­men­topf an den Kopf schmeißen!

Aber ich bin ja nett.

Statt­des­sen sind die Trä­nen mein Ventil.

Ich ver­gie­ße da­von sehr viel.

Von letz­ter Nacht ist mor­gens mein Kopf­kis­sen im­mer noch nass.

Mein Pro­blem gab mir den Anlass.

Wem geht es manch­mal auch so wie mir?

Tie­re und Hand­ar­beit – Ein ge­lun­ge­ner Ausflug

Tie­re und Hand­ar­beit – Ein ge­lun­ge­ner Ausflug

Die On­line-Re­por­ter Va­nes­sa Ver­der­ber und Kon­stan­tin Rein­hardt auf Tour

Va­nes­sa: Zu­sam­men mit dem ge­sam­ten För­der­be­reich der Haupt­werk­statt un­ter­nah­men wir ei­nen Aus­flug zum Schloss Lie­ben­berg. Ich fand es am schöns­ten, den hier le­ben­den Tie­ren zu be­geg­nen. An­fangs wa­ren sie et­was scheu und lie­ßen sich nicht gleich strei­cheln. Dann aber fass­ten sie Ver­trau­en zu uns Men­schen. Was ge­fiel dir am besten?

Kon­stan­tin: Ich moch­te auch die Tie­re sehr. Wir wa­ren bei den Scha­fen, Hüh­nern und Zie­gen. Ganz toll fand ich auch das Mit­tag­essen. Ich aß Nu­deln mit To­ma­ten­so­ße, es schmeck­te ein­fach super!

Va­nes­sa: Nach dem Mit­tag üb­ten wir uns dar­in, aus ei­nem Schafs­wol­le-Seil in ei­nem Flecht­rah­men ein Sitz­kis­sen zu fer­ti­gen. Die Scha­fe wa­ren ge­ra­de frisch ge­scho­ren, ihre Wol­le ge­wa­schen, ge­kämmt und ge­färbt wor­den. Aus ihr hat­ten sie Sei­le ge­fer­tigt, die wir ver­ar­bei­te­ten. Auch das mach­te mir gro­ßen Spaß. Am Ende hat­ten wir eine rich­tig schö­ne Zeit hier erlebt.

Kon­stan­tin: Ge­nau das ha­ben wir, ein tol­ler Ausflug!

„Ich bin schon sehr aufgeregt!“

„Ich bin schon sehr aufgeregt!“

On­line-Re­por­ter Erik Eg­ler be­fragt sei­ne Kol­le­gin Brigitte:

Wie alt bist Du und wo kommst Du her?

Ich bin mitt­ler­wei­le 56, auf­ge­wach­sen bin ich in Hennigsdorf.

Und wie lan­ge ar­bei­test Du schon bei uns in der Werkstatt?

Seit 1991 bin ich hier im Ar­beits­be­reich tä­tig, in­zwi­schen also un­ge­fähr 35 Jah­re. Be­vor ich in der Can­ti­na am Ader­luch an­fing, ar­bei­te­te ich am Hei­de­ring in der Hauswirtschaft.

Wo ge­fiel es Dir bes­ser, und wel­che Dei­ner Auf­ga­ben er­le­digst Du am liebsten?

Am schöns­ten fin­de ich es am Ader­luch. Hier geht es ein biss­chen fa­mi­liä­rer und auch et­was ru­hi­ger zu, das kommt mir sehr ent­ge­gen. Be­son­ders gern ar­bei­te ich an der Ge­schirr­spül­ma­schi­ne, aber ich trock­ne auch gern ab.

Was hast du für Hobbies?

Ich be­su­che ger­ne Leu­te, spie­le oft Kar­ten- oder Brett­spie­le. Auch Tisch­ten­nis mag ich sehr! Na­tür­lich bin ich mitt­wochs da­bei, wenn es bei uns als be­glei­ten­des An­ge­bot stattfindet.

Du wur­dest neu­lich zu Dei­nem 35jährigen Be­triebs­ju­bi­lä­um ge­ehrt. Wie war das für Dich?

Oh, ich war schon sehr auf­ge­regt, als ich dazu bei un­se­rer Jah­res­haupt­ver­samm­lung hoch auf die Büh­ne ge­hen musste!

Ich wuss­te, das schaffst Du, lie­be Bri­git­te. Au­ßer­dem wa­ren und sind wir ja ganz in Dei­ner Nähe. Hab vie­len Dank für das Gespräch.