1. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll befragt Fachkraft Andrea Bloch
Was hast Du vor Deiner Zeit in der Werkstatt gemacht?
Ich war Leiterin des Betriebsrestaurants der BMW-Niederlassung in Berlin.
Und wie wurdet Du auf unsere Caritas-Werkstatt aufmerksam?
Ich las eine Annonce im Internet – seitdem bin ich hier.
Wann war das?
Das war im Juni 2017, ich bin jetzt also schon über neun Jahre an Bord.
Hast Du Hobbys? Wenn ja, verrätst Du sie uns?
Ich tanze sehr gerne, liebe meinen Garten und verbringe möglichst viel Zeit mit meiner Enkeltochter.
Nochmal zurück zur Werkstatt: Welches ist hier Deine Lieblingsarbeit?
Ich baue sehr gern Farbfächer und unterstütze die Frauenbeauftragten.
Und was fällt Dir am schwersten?
Wenn uns beim Drucken Fehler unterlaufen, macht mich das traurig. Das kann schon mal passieren, die Arbeit in der Werbemittelfertigung ist ganz schön anspruchsvoll.
Aber aus Fehlern können wir lernen, oder?
Natürlich, aber zum Glück nicht nur hierbei. Jeden Tag lernen wir alle etwas dazu, damit Orafol mit unserer Arbeit zufrieden ist. Das ist der Anspruch von uns allen in der Werbemittelfertigung.
Wünscht Du Dir etwas für die Zukunft?
Dass wir alle gesund sind und uns der Frieden erhalten bleibt.
30. September 2026 | Logbuch |
Annett Nehls und Michael Benter befragen Andreas Hirchert
Michael: Andreas ist immer lustig, immer gut drauf. Er gestaltete viel um im Raum, hat immer Mugge an. Hat jemand ein Problem, nimmt er sich sofort Zeit dafür. Er nennt mich Herr Bürgermeister, das ist unser Späßchen.
Annett: Andreas hat den Rundum-Blick, guckt nicht nur in seinen Raum, sondern auch in andere Arbeitsräume. Er fragt uns nicht nur nach der Arbeit, sondern auch, was sonst so los ist. Manche von uns kommen dadurch besser aus sich raus. Generell wartet er nicht, bis jemand zu ihm kommt, sondern geht auch auf uns zu. Nun unsere Fragen:
Wie hast Du die Werkstatt entdeckt? Kanntest Du sie schon vorher?
Ich bin gelernter Bäcker/Konditor und schloss 2009 berufsbegleitend eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ab. Fast 25 Jahre arbeitete ich im Förderbereich eines anderen Trägers. Aus privaten Gründen strebte ich einen beruflichen Wechsel an. Zufällig las ich die Stellenazeige der Caritas-Werkstatt. Ich bewarb mich per Mail, erhielt eine Einladung zum Gespräch – seitdem bin ich hier.
Bist Du glücklich, bei uns zu arbeiten?
Ich bin dankbar, bei der Caritas zu sein. Die Werkstatt war ein toller Neuanfang. Am ersten Tag empfing mich Sören: „Hier ist deine Gruppe, mach mal.“ Ich ging rein und sagte: „Jeder klebt bitte seinen Namen mit Klebeband auf den Tisch, in 14 Tagen könnt ihr die wieder abmachen.“ Danach hatte ich sie alle im Kopf. In meinem halben Jahr hier ist eine Menge passiert. Ich bin gekommen, um zu bleiben.
Wo und wie bereitest Du Dich auf die Arbeit vor?
So richtig vorbereiten kann man sich gar nicht, denn jeder Tag ist anders. Komme ich an, fahre ich den Computer hoch, tausche mich mit Steve vom Shuttle-Team aus und gucke, was anliegt. Ich versuche, mich in die Beschäftigten reinzuversetzen, am Ende sollen alle glücklich und zufrieden sein.
Wusstest Du gleich an Deinem ersten Tag, was Du hier verändern möchtest?
Nein, es dauerte etwa eine Woche, bis wir was verändern konnten. Die Beschäftigten haben ihren Alltag, jede Veränderung ist ein gravierender Einschnitt. Für meinen Schreibtischwechsel brauchte ich fast ein halbes Jahr.
Wie kommen Dir Deine vielen Ideen zu Veränderungen, die Du hier vor Ort umsetzt?
Generell kommen mir alle Ideen abends im Bett, wenn ich meinen Tag reflektiere.
Kommst Du in dem von Dir umgestalteten Raum jetzt besser klar?
Auf jeden Fall! Ich hab die Tür im Blick und kann nach draußen gucken, die Sonne sehen. Vorher saß ich quasi hinterm Schrank.
Kommst du auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder immer nur mit dem Auto?
Meistens mit Auto oder Motrorrad. Im Winter möchte ich auch mal mit dem Zug von Zehdenick bis Oranienburg und von dort mit dem Fahrrad herfahren. Außerdem träume ich von einem E‑Roller.
Wünschst du Dir mehr Aufträge für Deinen Bereich, oder ist das so in Ordnung?
Zur Zeit freuen wir uns über jeden kleinen Auftrag, aber fehlen sie, ist auch das nicht nur verkehrt. Ich komme besser mit den mir anvertrauten Menschen ins Gespräch und kann herausbekommen, was sie sich wünschen.
Wie gehst du damit um, dass du bei uns mit Menschen zusammenarbeitest, die eine Beeinträchtigung haben?
An meinem ersten Tag am Heidering dachte ich: Hier arbeiten aber viele in der Verwaltung! Viele von Euch hielt ich für Mitarbeiter. Als ich dann vom Shuttle-Team aus Beschäftigten erfuhr, dachte ich: Wollen die mich veräppeln? Es war ein himmelweiter Unterschied zu meinem vorherigen Job, die 25 Jahre in der Pflege. Auf jeden Fall macht es mir großen Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten.
Du wurdest hier ins kalte Wasser geschmissen und zeigtest dich als sehr anpassungsfähig, was wir als eine Stärke ansehen. Was empfindest Du als Deine Stärken?
Anpassungsfähig bin ich wohl wirklich. Inzwischen hab ich hier fast alle Arbeitsbereiche durch, mir fehlen nur Demontage und Verwaltung. Erst neulich war ich für zwei Tage in der Küche. Wir kochten zusammen eine Suppe, und keiner meldete sich hinterher krank. (lacht) Als Bäcker und Konditor verfüge ich über Küchenerfahrung.
Hast Du aus Deiner Sicht auch Schwächen?
Ich bin „etwas“ ungeduldig, das ist meine totale Schwäche. Als ich das erste Mal mit Easy Care zu tun hatte, probierte ich viel aus und musste dann eine Menge wieder löschen. Viel Hilfe im Bereich Computer bekam ich von unserem Beschäftigten David Kirsch.
Bei Dir läuft wie gesagt immer Musik, was hörst Du denn am liebsten?
Alles, aber am liebsten Ostseewelle! Ich liebe es, zu verreisen, sehr gern nach Mallorca, oder eben an die Ostsee. Die Ostseewelle ist für mich die Verbindung zu Meer und Urlaub, ob auf Arbeit, im Auto oder zuhause.
Apropos, was machst Du in Deiner Freizeit, hast Du Hobbys? Wir wissen: Du begeisterst Dich für Autos und Motorräder.
Ganz oben steht der Fußball, ich begleitete und trainierte meinen Sohn, bin bis heute als Co-Trainer tätig. Dann kommen Verreisen, Autos und Motorrad. Nun kaufte sich mein Sohn ein Haus. Das um- und auszubauen ist für das nächste halbe Jahr mein größtes Hobby. Wir wollen so viel wie möglich selbst machen. Was du selbst geschaffen hast, siehst du mit anderen Augen.
Kannst Du nach Deiner Arbeit abschalten, die Arbeit auf Arbeit lassen?
Das lernte ich in meinem Berufsleben. Von der Werkstatt bis nach Hause fahre ich mit dem Auto eine halbe Stunde. Ich drehe die Musik laut auf, das hilft mir, abzuschalten. Im Sommer nehme ich das Cabrio, da weht mir dazu ordentlich Wind um die Ohren.
Michael: Ich möchte Dir dafür danken, dass Du mich unterstützt hast. Auf jeden Fall ist es sehr lustig bei uns, seitdem Du hier bist.
Andreas: Vielleicht verraten wir zum Schluss noch, wie ich auf Deinen Spitznamen kam. Bei uns in Zehdenick war die Bürgermeisterstelle vakant. Du kennst Hinz und Kunz, kommst mit jedem ins Gespräch. Würdest Du Dich zur Wahl stellen – meine Stimme hättest Du!
28. September 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber war für uns auf der Strecke beim B2Run
Meine Vorfreude war riesig! Gemeinsam fuhren wir, Mitarbeiter und Beschäftigte, mit der Bahn nach Berlin. Vorm Olympiastadion versammelten wir uns und machten ein cooles Foto. Ich konnte es kaum erwarten, loszulaufen. Endlich der Start! Die ersten 2 Kilometer liefen super gut, doch zog ich mir ab der Hälfte der Strecke eine kleine Verletzung zu, die zum Glück nicht wirklich schlimm war. Trotzdem habe ich’s durchgezogen! Wie im letzten Jahr joggten wir ins Oly hinein, und es war einfach der Hammer. Oben angekommen, bekamen wir eine coole Medaille und versammelten uns wieder.
„Total glücklich!“ war auch mein Reporterkollege Frank, der zugab: „Ich musste nach den 5,7 km ganz schön pumpen. Vanessa, Du hast gekämpft wie eine Löwin und Detlef walkte persönliche Bestzeit!“
Wir danken allen, die dies möglich machten, allen voran unserer Sport-Organisatorin Sabine! Es war ein richtig schönes Erlebnis. Bist Du nächstes Jahr auch mit dabei?
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll im Gespräch mit Stefan Einbrodt
Hallo Stephan, was hast Du vor Deiner Zeit in der Werkstatt gemacht?
Ich bin gelernter Werkzeugmechaniker und arbeitete in meinem Beruf.
Wie wurdest Du auf die Werkstatt aufmerksam und wann hast Du hier angefangen?
Ich bewarb mich auf eine Annonce im Internet und wurde genommen. Mein erster Arbeitstag hier war der 5. Januar 2009, mittlerweile bin ich also schon 17 Jahre hier.
Was liebst Du an Deiner Arbeit am meisten und was ist für Dich das Schwerste?
Ich mag die Abwechslung, die ich hier erlebe. Am schwersten wird es, wenn wir unterbesetzt sind, sich eine Fachkraft um vieles gleichzeitig kümmern muss.
Hast Du Hobbys? Wenn ja, welche?
Ich fahre gern Fahrrad, höre viel Musik und spiele selbst Klavier.
Ich wusste noch gar nicht, dass Du ein Instrument spielst – toll! Und was sind Deine Wünsche für die Zukunft?
Erstmal und vor allem wünsche ich mir, dass es allen Leuten gutgeht und dass uns die Politik keinen Strich durch die Rechnung macht. Ich jedenfalls komme sehr gern zur Arbeit!
Und die macht mit Stefan großen Spaß, besonders am Freitag. Da schaltet er Musik an, unser DJ Maik trommelt den Takt und wer will, singt mit. Ich singe immer mit und tanze, Jürgen setzt seinen Disco-Hut auf und singt. Es tut uns allen gut, mal so richtig ausgelassen zu sein, bevor wir ins Wochenende gehen.
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Monika Fiedler über die Kniffligkeit des täglichen Miteinanders
Manchmal würde ich gern beißen, meinem Gegenüber direkt ins Bein!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich gern Papiere zerreißen!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich meinem Gegenüber einen Blumentopf an den Kopf schmeißen!
Aber ich bin ja nett.
Stattdessen sind die Tränen mein Ventil.
Ich vergieße davon sehr viel.
Von letzter Nacht ist morgens mein Kopfkissen immer noch nass.
Mein Problem gab mir den Anlass.
Wem geht es manchmal auch so wie mir?
21. Juli 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporter Vanessa Verderber und Konstantin Reinhardt auf Tour
Vanessa: Zusammen mit dem gesamten Förderbereich der Hauptwerkstatt unternahmen wir einen Ausflug zum Schloss Liebenberg. Ich fand es am schönsten, den hier lebenden Tieren zu begegnen. Anfangs waren sie etwas scheu und ließen sich nicht gleich streicheln. Dann aber fassten sie Vertrauen zu uns Menschen. Was gefiel dir am besten?
Konstantin: Ich mochte auch die Tiere sehr. Wir waren bei den Schafen, Hühnern und Ziegen. Ganz toll fand ich auch das Mittagessen. Ich aß Nudeln mit Tomatensoße, es schmeckte einfach super!
Vanessa: Nach dem Mittag übten wir uns darin, aus einem Schafswolle-Seil in einem Flechtrahmen ein Sitzkissen zu fertigen. Die Schafe waren gerade frisch geschoren, ihre Wolle gewaschen, gekämmt und gefärbt worden. Aus ihr hatten sie Seile gefertigt, die wir verarbeiteten. Auch das machte mir großen Spaß. Am Ende hatten wir eine richtig schöne Zeit hier erlebt.
Konstantin: Genau das haben wir, ein toller Ausflug!
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Erik Egler befragt seine Kollegin Brigitte:
Wie alt bist Du und wo kommst Du her?
Ich bin mittlerweile 56, aufgewachsen bin ich in Hennigsdorf.
Und wie lange arbeitest Du schon bei uns in der Werkstatt?
Seit 1991 bin ich hier im Arbeitsbereich tätig, inzwischen also ungefähr 35 Jahre. Bevor ich in der Cantina am Aderluch anfing, arbeitete ich am Heidering in der Hauswirtschaft.
Wo gefiel es Dir besser, und welche Deiner Aufgaben erledigst Du am liebsten?
Am schönsten finde ich es am Aderluch. Hier geht es ein bisschen familiärer und auch etwas ruhiger zu, das kommt mir sehr entgegen. Besonders gern arbeite ich an der Geschirrspülmaschine, aber ich trockne auch gern ab.
Was hast du für Hobbies?
Ich besuche gerne Leute, spiele oft Karten- oder Brettspiele. Auch Tischtennis mag ich sehr! Natürlich bin ich mittwochs dabei, wenn es bei uns als begleitendes Angebot stattfindet.
Du wurdest neulich zu Deinem 35jährigen Betriebsjubiläum geehrt. Wie war das für Dich?
Oh, ich war schon sehr aufgeregt, als ich dazu bei unserer Jahreshauptversammlung hoch auf die Bühne gehen musste!
Ich wusste, das schaffst Du, liebe Brigitte. Außerdem waren und sind wir ja ganz in Deiner Nähe. Hab vielen Dank für das Gespräch.
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll befragt Kai Hämmerling
Ich finde, Kai ist eine tolle Fachkraft! Es macht mir Spaß, im Bereich Werbemittelfertigung in seiner Gruppe zu arbeiten. So kam ich auf die Idee, ihn zu interviewen. Los geht’s!
Was hast Du vor der Werkstatt gemacht?
Bevor ich hierherkam, arbeitete ich acht Jahre bei unserem Auftraggeber Orafol.
Wann fingst Du hier an?
Das war 2022, also vor mittlerweile vier Jahren.
Wie wurdest Du auf die Werkstatt aufmerksam?
Zwanzig Jahre zuvor hatte ich sie durch meinen Zivildienst kennengelernt. Als ich mich nun beruflich verändern wollte, bewarb ich mich auf eine Stellenanzeige der Werkstatt – und landete in der Werbemittelfertigung.
Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit am meisten und welche Aufgabe ist für Dich die Schwierigste?
Am meisten gefällt mir die Arbeit mit den Menschen. Das beinhaltet zugleich eine riesengroße Herausforderung: Es ist schwer, alle gerecht zu behandeln, aber genau darauf kommt es an!
Was sind Deine Hobbys?
Ich war zehn Jahre Handballtrainer einer Jugendmannschaft und beschäftigte mich nebenbei mit dem Fußballverein meiner beiden Söhne, wo ich das eine oder andere Mal als Trainer aushalf. In letzter Zeit bin ich in meinem Handballverein nur noch als Schiri unterwegs. Außerdem gehe ich gern Angeln. Zu unserer Familie gehört außerdem ein Vierbeiner, Boxer-Hündin Elli. Das ist sozusagen auch eines meiner Hobbys, mindestens das!
Stimmt, deshalb wolltest Du ja auch, dass wir hier ein Foto von Elli veröffentlichen. Meine letzte Frage lautet: Gibt es etwas, das Du Dir für die Zukunft wünschst?
Ich wünsche mir, dass wir alle immer ehrlich miteinander umgehen und überhaupt, dass alles gut wird.
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll freut sich auf einen neuen Werkstatt-Kollegen
Till ist neunzehn Jahre alt und mein Kumpel. Er hat Trisomie 21 und kommt ursprünglich aus Berlin. Dort ging er auch zur Schule. Jetzt verändert sich für ihn vieles, denn seine Eltern bauten in Wensickendorf ein Haus, und die ganze Familie zieht gerade dorthin.
Till machte bereits ein Praktikum bei Philipp Focking im Grünteam unseres Berufsbildungsbereichs. Nun freue ich mich darauf, dass er schon bald zu uns in die Caritas-Werkstatt kommt. Für ihn ist dann vieles neu: neue Umgebung, neue Menschen, ein neuer Alltag. Deshalb möchte ich ihm helfen, dass er sich bei uns schnell wohlfühlt.
Ich mag Till so, wie er ist: freundlich und ein guter Mensch. Für mich ist es wichtig, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Freundschaft bedeutet für mich auch, füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen.
Ich freue mich darauf, Till weiter kennenzulernen und mit ihm gemeinsam viele schöne Momente in der Werkstatt zu erleben.
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterinnen aus Hauptwerkstatt und Aderluch erinnern sich an das Johannesfest
Manuela Wroblewski: Aufgrund der Witterung hielt ich mich meistens im Schatten auf. An einem der Versorgungs-Stände mahnte mich ein Kollege: „Esst mehr Obst“!
Vanessa Verderber: Nachdem ich den Leuten am Obstbecher-Stand eine Weile zusah, fragte ich: „Darf ich auch eine Runde schmeißen?“ Also schnappte ich mir eine Kiste, belud sie mit Ananas und Melone und drehte eine Runde. Bis ganz nach hinten zu den Flohmarkt-Leuten verteilte ich die Becher. „Hier ist frisches Obst!“, rief ich, bis ich heiser wurde. Die Leute waren sehr nett und nahmen mir die Bescher gern ab. Anschließend ließ ich mir die Nachos bei Frau Schrader schmecken.
Sarah Stoll: Ich machte dieses Mal beim Flohmarkt mit. Das war sehr schön, viele kauften bei mir und an den anderen Ständen ein.
Michaela Senf: Es war toll, zusammen mit dem Pfarrer und allen anderen Menschen hier zu feiern. Wieder konnten wir beim Karaoke unser Bestes geben, und auch bei der Ehrung unserer Drachenboot-Mannschaften stand ich mit auf der Bühne. Allen Organisatoren und Mitstreitern ein großes Dankeschön.
20. Juli 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporterinnen und Reporter des Heiderings befragen ihren Standortleiter Sören Neubert
Lieber Sören, wie wurdest Du auf die Caritas-Werkstatt aufmerksam?
2012 nahm ich eine Auszeit von meinem damaligen Berufsleben. Für ein Jahr ging ich ehrenamtlich an das Caritas-Hospiz in Pankow. Deren Sozialarbeiterin sagte zu mir: „Ich kenne den Leiter der Caritas-Werkstatt in Oranienburg. Wenn Du gern im sozialen Bereich arbeiten möchtest, solltest du mal mit ihm sprechen.“
Daraufhin traf ich mich mit Herrn Lau und absolvierte Januar 2013 ein Praktikum in der Verwaltung der Hauptwerkstatt. Ich fand es so toll, in einem sozialen Unternehmen zu arbeiten, dass ich mich bei der BWB in Berlin als stellvertretender Betriebsleiter bewarb. Ein Jahr arbeitete ich dort und dazu weiterhin ehrenamtlich im Hospiz, als mir Herr Lau eine Stelle in der Caritas-Werkstatt anbot. Seit dem 1. April 2014 bin ich hier.
Du fingst in der Hauptwerkstatt an, was waren dort Deine Aufgaben?
Als Fachkraft im Gruppendienst arbeitete ich in der Werbemittelfertigung. Zugleich versuchte ich, dort verschiedene Arbeitsprozesse anzupassen. Nach einem Jahr übernahm ich als Produktionsleiter den Heidering.
Wolltest Du das so, oder musstest Du dazu überredet werden?
Das wollte ich so. Ich hab es mir abgewohnt, Jobs zu machen, die ich nicht möchte.
Du bist ständig im Haus wie auf dem Gelände und nur selten in Deinem Büro anzutreffen – mischt Du lieber in der Produktion mit, statt zurückgezogen am PC zu arbeiten?
Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: in der Produktion mitwirken, Prozesse anpassen, Neues entwickeln und vieles mehr. Mich treiben stets die zu erfüllenden Aufgaben. Das Büro ist mir dazu lediglich Mittel zum Zweck, genau wie Hubwagen und PSA in der Produktion.
Bist Du auch mal in den anderen Zweigwerkstätten tätig?
Ich vertrete Marcel Teichmann am Aderluch, dazu gibt es viele Schnittstellen zu allen Betriebsteilen, sei es durch Gremienarbeit oder Gedankenaustausch.
Welche Deiner Arbeitsaufgaben erfüllt Dich am meisten?
Spaß macht mir all das, was ich sofort oder zügig erledige. Themen, die mir nicht so behagen, bleiben manchmal liegen und hängen dann wie ein Damoklesschwert über mir. Am reizvollsten ist es für mich, zu sehen, wie sich Mitarbeiter, Beschäftigte und das Haus entwickeln. Ich genieße die große Gestaltungsfreiheit, die ich hier habe. Wenn mir etwas gelingt, was dann meine Handschrift trägt, erfüllt mich das natürlich mit Freude, aber am Ende haben es die Beschäftigten und Fachkräfte umgesetzt. Stolz macht mich also auch, wenn andere ebenfalls gern herkommen
Wie kommen die Aufträge für die Zweigewerkstatt Faktor C zustande?
Netzwerkarbeit, Telefonate, Mails – viele Akquise-Wege führen zu neuen Aufträgen. Oft hilft ein Blick ins Branchenbuch: Welche Firmen machen etwas, wobei wir ihnen helfen können. Dort rufe ich dann an und frage: „Wir könnten euch Arbeit abnehmen, habt ihr Interesse?“
Die Firma Friesen beschäftigte seinerzeit fünf Arbeitsgruppen unseres Hauses. Als sie weggingen, musste sich die gesamte Demontage völlig neu aufstellen. Friesen bot zwar jede Menge Arbeit, aber ohne Entwicklungspotential für die Beschäftigten und den Standort. Erst, als sie wegzogen, hatten wir die Möglichkeit, Neues zu etablieren, die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Beschäftigten und Fachkräfte auszubauen.
Generell höre ich mich überall um und erzähle auch im Freundeskreis von uns, getreu dem Motto: „Wir können alles! Was davon braucht ihr?“ Auf keinen Fall sitze ich passiv im Büro und warte, dass jemand mit einem Auftrag daherkommt.
Gibt es bei Deiner Arbeit Ideen, die Du besonders gern umsetzen möchtest?
In der Produktion besteht ein stetiger Bedarf an Neuem. Oft sitzen wir im erweiterten Leitungskreis zusammen, jeder bringt seine Expertise mit ein. Daraus entstehen Ideen, die dann zu einer gemeinsamen Idee heranwachsen. Es ist toll, ein Teil davon zu sein, das Ganze voranzubringen, andere von dieser Idee zu begeistern. Ich bin kein Eigenbrötler, sondern Teamspieler. Dass ich dabei mitunter vorn im Schussfeld stehe, gehört zu mir als Sören – aber am Ende ist es schön, wenn‘s eine gemeinsame Idee ist und der Erfolg allen zugeschrieben wird, am Ende vor allem unseren Mitarbeitern und Beschäftigten.
Wie stellst Du Dir die Zukunft des Heiderings vor?
Wir leben ja schon in der Zukunft! Möge unser Haus ein strahlendes Vorbild sein, was die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und Beschäftigten betrifft! Andere dürfen gern ein bisschen mit Bewunderung auf uns schauen, wie viel Spaß es allen hier macht! Der Heidering – ein begehrter Standort, an dem man gerne ist und (in unserer Cantina) isst! Die Leute sollen einfach Bock haben, hier im Berufsbildungsbereich zu lernen und dann in einen unserer Arbeitsbereiche zu gehen.
Du lebst den Heidering, bist Familienvater, arbeitest dazu noch immer ehrenamtlich. im Hospiz, wie bekommst Du das alles unter einen Hut?
Da ist schon einiges Aushalten und Zerrissen-Sein dabei. Manchmal hab ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie. Das ist ja hier kein Job, bei dem ich um eine bestimmte Uhrzeit sage: „Jetzt ist Feierabend, und morgen nehme ich frei!“ Meine Familie steckt da oft zurück, und mitunter höre ich daheim: „Du bist so viel auf Arbeit, was ist mit uns?“
Andererseits bietet mir mein Job viele Freiheiten. Ich arbeite nicht nach Zeiterfassungsbogen, sondern auf Zielerfüllung. Gut strukturiert, schaffe ich mir an dieser oder jener Stelle Freiräume. Entscheidend ist, dass ich das Ziel erreiche. Welchen Weg ich dazu wähle, kann ich weitgehend selbst gestalten. Ich sage übrigens ganz bewusst „meine Mitarbeiter, meine Beschäftigten“. Damit meine ich nicht, dass ich euch „besitze“, sondern dass ich mich mit allen hier sehr verbunden fühle, genau wie mit diesem unserem Haus.
17. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter erweiterte seinen Radius
Manche von uns fahren aus Schmachtenhagen, Hennigsdorf, Kremmen, Fürstenberg oder Berlin zur Werkstatt. „Das möchte ich auch mal ausprobieren!“, sagte ich mir. Ich besprach mich mit anderen, so mit meiner Reporter-Kollegin Martina. „Probiere es aus, Micha!“, sagte sie, und mein Fachdienst stimmte mir ebenfalls zu.
Ich möchte mich weiterentwickeln und wollte Erfahrungen sammeln, wie es ist, selbständig von meiner Mutti aus Berlin zur Arbeit zu fahren. Nun sah mein Weg in die Caritas Werkstatt so aus: Um 04:31 Uhr mit der Straßenbahn M6 bis S‑Bahnhof Marzahn, von dort 04:49 Uhr mit dem Bus X54 bis S+U Pankow/Granitzstr. Nach 10 Minuten Umsteigezeit nahm ich die S8 bis Birkenwerder, von dort die S1 nach Oranienburg, wo ich um 06:35 ankam. Um 07:00 Uhr fährt der Bus 804, gegen 07:20 Uhr war ich an meinem Arbeitsplatz in der Werbetechnik. Ab Mittwoch probierte ich einen anderen Weg aus.
Obwohl das frühe Aufstehen anstrengend war, zog ich die Woche durch. Ob das eine Dauerlösung wäre, weiß ich nicht. Aber ich habe es geschafft! Nicht nur innerhalb der Werkstatt möchte ich selbständiger werden, sondern auch auf meinem Weg dorthin.