17. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter erweiterte seinen Radius
Manche von uns fahren aus Schmachtenhagen, Hennigsdorf, Kremmen, Fürstenberg oder Berlin zur Werkstatt. „Das möchte ich auch mal ausprobieren!“, sagte ich mir. Ich besprach mich mit anderen, so mit meiner Reporter-Kollegin Martina. „Probiere es aus, Micha!“, sagte sie, und mein Fachdienst stimmte mir ebenfalls zu.
Ich möchte mich weiterentwickeln und wollte Erfahrungen sammeln, wie es ist, selbständig von meiner Mutti aus Berlin zur Arbeit zu fahren. Nun sah mein Weg in die Caritas Werkstatt so aus: Um 04:31 Uhr mit der Straßenbahn M6 bis S‑Bahnhof Marzahn, von dort 04:49 Uhr mit dem Bus X54 bis S+U Pankow/Granitzstr. Nach 10 Minuten Umsteigezeit nahm ich die S8 bis Birkenwerder, von dort die S1 nach Oranienburg, wo ich um 06:35 ankam. Um 07:00 Uhr fährt der Bus 804, gegen 07:20 Uhr war ich an meinem Arbeitsplatz in der Werbetechnik. Ab Mittwoch probierte ich einen anderen Weg aus.
Obwohl das frühe Aufstehen anstrengend war, zog ich die Woche durch. Ob das eine Dauerlösung wäre, weiß ich nicht. Aber ich habe es geschafft! Nicht nur innerhalb der Werkstatt möchte ich selbständiger werden, sondern auch auf meinem Weg dorthin.
16. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter im Gespräch mit Birgit Kiel
Hallo Michael, vielen Dank, dass du mich heute zu einem Interview eingeladen hast. Ich bin eine begeisterte Leserin eurer Beiträge, die ich sehr interessant, humorvoll und oft auch sehr berührend finde.
Danke zurück, liebe Birgit! Seit wann bist Du in der Caritas-Werkstatt mit dem Angebot Schule tätig?
Tatsächlich bin ich schon seit 2015 mit meinem Bildungsangebot hier tätig, in den ersten vier Jahren nebenberuflich, jeweils freitags.
Hatte die Caritas Dich als Lehrerin gesucht?
Den Kurs „Lesen, Schreiben, Rechnen“ gab es schon vor meiner Zeit hier. Herr Kuhnert, ein engagierter Rentner, bot ihn gemeinsam mit Frau Geißler für interessierte Beschäftigte an. Als er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, suchte die Caritas-Werkstatt in verschiedenen Bildungseinrichtungen nach Ersatz. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich an der „Regenbogenschule“ in Hennigsdorf, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Die Schulleitung trat eines Tages mit der Frage an mich heran, ob ich mir eine Nebentätigkeit als Lehrkraft in der Caritas–Werkstatt vorstellen könnte. Da ich nun schon seit über 25 Jahren im Schulbereich arbeitete, sah ich das als Herausforderung an. Das Schulamt stimmte unter der Bedingung zu, dass meine Wochenarbeitszeit nicht verändert werden darf, was bedeutete, dass ich meine Freitagsstunden auf die verbleibenden vier Tage verteilen musste. Das war schon hart. Mir gefiel es jedoch von Anfang an in der Werkstatt sehr. Das Betriebsklima und die Arbeit mit Erwachsenen taten mir gut. Mein eigener Slogan lautete: „Ich freue mich auf Freitag“.
Ein Arbeitsunfall, der eine schwere Sprunggelenksfraktur zur Folge hatte, gab 2019 den Anstoß, mich beruflich zu verändern. Noch während der Reha gab ich eine Initiativbewerbung bei der Werkstattleitung ab. Im Nachhinein betrachtet, muss es ein recht bizarres Bild gewesen sein, wie ich mit einem Vacoped–Stiefel am Bein und zwei Gehhilfen geradewegs von der Reha zum Bewerbungsgespräch „humpelte“. Verständlicherweise gab es auch den einen oder anderen Zweifler, der sich erst von meiner Eignung überzeugen musste. Ich bin sehr dankbar, dass man mir das Vertrauen schenkte und ich den Job bekam, den ich bis heute sehr liebe.
Deine Angebote laufen am Dienstag (am Heidering), Mittwoch (Campus Q), Donnerstag (am Heidering) und Freitag (Keramik in der Hauptwerkstatt). Bereitest Du die Aufgaben für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor?
Mittlerweile besuchen 96 Beschäftigte meine Kurse und Angebote, davon sind ca. 70 in „Lesen, Schreiben, Rechnen“. Das erfordert schon einiges an Vorbereitung. Da ich in Teilzeit arbeite, beträgt meine Arbeitszeit am Montag nur 2,5 Stunden, die ich im Home Office leiste. Die Wochenvorbereitung findet also bei mir immer montags statt.
Stellst Du dienstags bis donnerstags immer die gleichen Aufgaben, oder hast Du viele verschiedene Aufgaben von leicht bis schwer?
Wie du ja weißt, haben wir Unterricht in Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Wir versuchen, die Kurse so zu belegen, dass ein Großteil der Beschäftigten am gleichen Thema arbeiten kann. Das klappt aber nicht immer, denn jeder ist auch als Person anders, das gilt es zu berücksichtigen. Wir haben Schüler, die erst die Buchstaben kennenlernen und andere, die bereits ein Fachabitur in der Tasche haben. Dazwischen ist alles vertreten.
Wenn Du für die Schule Materialien besorgst, bekommst Du da ein Budget von der Werkstatt, oder musst Du das von Deinem Lohn bezahlen?
Ich habe ein festgelegtes Jahresbudget für die Kurse „Lesen, Schreiben, Rechnen“ und „Kreatives Gestalten mit Ton“. Davon werden vorwiegend Verbrauchsmaterialien wie Ton und Glasuren bezahlt. Auch das eine oder andere Arbeitsheft zu verschiedenen Unterrichtsthemen ist dabei. Wie in anderen Bereichen üblich, stelle ich einen Antrag, der von der Werkstattleitung genehmigt werden muss. Ist das der Fall, kann bestellt werden. Ich persönlich bin ein großer Fan von guten Anschauungsmaterialien und Modellen für den Unterricht, die ich gern über den Betzold–Schulverlag bestelle. Diese Materialien bezahle ich natürlich selbst.
Was macht Dir bei der Arbeit hier am meisten Spaß? Und was ist für Dich dabei die größte Herausforderung?
An meiner Arbeit liebe ich besonders die große Vielfalt. Mir ist grundsätzlich jeder willkommen, der etwas lernen will. Das ist gleichzeitig auch die größte Herausforderung. Herauszufinden, wo jemand „steht“, ihn dort „abholen“ und darauf aufzubauen, darin besteht meine Aufgabe. Das macht mir Spaß und fordert mich enorm.
Wie schaffst Du es, dass Du alles allein hinbekommst?
Ich glaube, wenn man etwas gern tut, denkt man nicht so sehr darüber nach, ob alles zu schaffen ist. Ich bin ein sehr organisierter Mensch und baue mir stets mein eigenes System auf. Das ist bei meiner Tätigkeit hilfreich. Ich muss aber auch nicht alles allein hinbekommen. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen meinen Schülern und mir. Ich sehe uns als Team, als Lernende auf beiden Seiten. Für viele unserer Beschäftigten hat das Thema „Schule“ eine negative Seite und wird mit zahlreichen Misserfolgen in Verbindung gebracht. Hier den Druck zu nehmen, immer alles können zu müssen, wieder das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Freude am Lernen zu fördern, darin sehe ich meine größte Aufgabe. Wenn das gelingt, hat es sich gelohnt.
Ich finde es schade, dass es für Dich keine Vertretung gibt. Das würde ich mir wünschen. Ich lerne bei Dir jede Woche etwas Neues!
Das freut mich.
15. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Monika Fiedler über die Kniffligkeit des täglichen Miteinanders
Manchmal würde ich gern beißen, meinem Gegenüber direkt ins Bein!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich gern Papiere zerreißen!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich meinem Gegenüber einen Blumentopf an den Kopf schmeißen!
Aber ich bin ja nett.
Stattdessen sind die Tränen mein Ventil.
Ich vergieße davon sehr viel.
Von letzter Nacht ist morgens mein Kopfkissen immer noch nass.
Mein Problem gab mir den Anlass.
Wem geht es manchmal auch so wie mir?
14. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Konstantin Reinhardt besucht ein besonderes Fortbildungs-Angebot
Vorletzten Montag waren wir im Eva Göbel in der Natur. Ihr Angebot aus unserem Fortbildungsprogramm heißt „Wir erkunden die Natur“. Auf dem Gelände der Hauptwerkstatt suchten, fanden und bestimmten wir verschiedene Pflanzen.
Zum Einstieg gab es eine Obstpause. Außerdem standen verschiedene Gläser mit Kräutern auf dem Tisch. Eva wollte von uns wissen, wie sie heißen. Ich erkannte zum Beispiel Minze, Zitronenmelisse und Thymian.
Unterwegs trafen wir viele Bekannte, guckten uns die hier wachsenden Blumen an und genossen ihre Düfte. Unter anderem fanden wir Butterblume, Löwenzahn (Pusteblume) oder Bibernell-Rose. Die nannte ich Mondklecks, weil ihre Blüten so aussehen.
Es war sehr schön! Als nächstes besuchen wir den Tierpark Germendorf und gucken mal, was dort so alles wächst. Ich bin dabei und freue mich schon drauf.
13. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Ina Krause befragt Fachkraft Ralf Dräger
Ich finde Ralf nett und klug. Er kann sehr gut mit Menschen umgehen und ist sehr erfahren darin. Als ich in der Werkstatt anfing, half er mir sehr. Ralf hatte viel Geduld mit mir. Generell behandelt er uns so, dass es uns gut geht, denn er ist sehr achtsam, ein cooler Gruppenleiter, sanft und mutig! Und nun stelle ich ihm ein paar Fragen:
Wie lange bist Du in der Caritas-Werkstatt?
Ich bin seit 20 Jahren hier.
Was hast Du vorher gearbeitet?
Vorher war ich unter anderem als Ergotherapeut tätig.
Wie hast du von der Werkstatt gehört
Ich arbeitete in Hameln in Niedersachsen im Weserbergland und erfuhr aus der Zeitung, dass in der Caritas-Werkstatt Mitarbeiter gesucht werden. Das sprach mich an. Ich bewarb mich – und wurde genommen.
Was sind deine Hobbys, was machst Du in Deiner Freizeit?
Sehr gern genieße ich die Kultur, gehe ins Theater oder ins Museum und höre Musik. Außerdem habe ich einen Hund, mit dem gehe ich täglich raus. Weil ich auch sonst viel in der Natur bin, habe ich einen großen Garten.
Möchtest du noch lange in der Caritas bleiben?
Bis zu meiner Rente möchte ich hier arbeiten.
Das finde ich gut. Ich freue mich, dass Du hier bist!
8. Juli 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporterinnen vom Heidering lassen das Johannesfest Revue passieren
Zum großen Festprogramm gehörten auch die Ehrungen unserer Fußballmannschaft und unserer Drachenbootfahrer. Zu letzteren zähl unser Kollege Steve, der uns wissen ließ: „Es war für mich das erste Mal, dass ich da oben, vor so vielen Leuten stand. Ich hatte ordentlich Lampenfieber, aber dann fand ich es gut.“
Nicht nur Steve fielen die neuen Essen-Stände auf, vor allem Chinapfanne und Currywurst kamen in jedem Fall gut an. Vor allem war es sehr warm. Viele von uns suchten und fanden etwas Schatten unter Baumkronen und Pavillon-Dächern.
Und noch etwas fiel Steve auf: „Ich freute mich über den Dank von der Bühne an uns vom Shuttle-Team. Aber auch und gerade den Cantina-Teams gebührt großer Dank, dass sie uns jeden Tag mit Essen und Trinken versorgen.“ Die Caritas-Werkstatt, das sind eben wir alle.
26. Mai 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll stellt sich vor
Ich bin 33 Jahre und arbeite seit dem 1. September 2019 in der Caritas-Werkstatt Oranienburg. Zuerst war ich bei Ferdinand Simon im Metallbereich. Dann wollte ich etwas anderes ausprobieren und machte ein Praktikum in der Cantina der Hauptwerkstatt. Dort stellte ich aber fest, dass das nicht so meins ist. Danach ging ich zu B.PLUS, in die Gruppe von Silke Trojan. Mit ihr verstand ich mich sehr gut, ich hatte dort viele Freunde und die Arbeit machte mir Spaß.
Von dort wechselte ich mit B.PLUS in den Aderluch, weil es in der Hauptwerkstatt so unruhig war. Am Aderluch packten wir Zuckerwattestäbchen und Päckchen. Das gefiel mir auch gut, aber leider hatten wir zu wenig Arbeit und mir wurde dann schnell langweilig. Deshalb wechselte ich nun wieder in die Hauptwerkstatt. Zurzeit arbeite ich in der Werbemittelfertigung bei Kai Hämmeling. Der ist voll cool, ich fand auch hier Freunde und weiß mit Andrea Bloch eine sehr liebe Fachkraft in meiner Nähe. Wenn ich Probleme habe, kann ich mit ihr darüber reden. Hier möchte ich bleiben.
22. Mai 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporterinnen und Reporter von Hauptwerkstatt und Aderluch erlebten den Zauber der Handpan
Zu unserem vorletzten Redaktionstreffen brachte uns Reporter-Kollege Konstantin seine Fachkraft Doreen Witt mit. Vor drei Jahren hatte es Doreen erwischt. Sie erlag dem Zauber eines besonderen Musikinstruments, der Handpan: „Meine Begeisterung schwappte in meine Arbeit im Förderbereich rüber und ich brachte mein Instrument zunächst in unserer Entspannungsrunde zum Einsatz.“ Ihre Beschäftigten waren begeistert, das sprach sich herum. Zusammen mit ihrer Kollegin Carmen Preuß entspannte sie bei den letztjährigen Gesundheitstagen Beschäftigte aller drei Werkstatt-Standorte. Nun besuchte sie uns – und so erlebten wir das Ganze:
Erik: Ich fand dieses Instrument sehr schön beruhigend. Die Klänge der Handpan wirkten angenehm entspannend.
Lara: Beim Zuhören baut man Stress ab. Ich konnte dabei herrlich runterfahren und war anschließend nicht mehr so müde wie vorher.
Michaela: Wenn man sich schlapp fühlt, kann man hier neue Energie tanken. Ein tolles Gefühl, es auszuprobieren! Dieses Erlebnis sollte auch anderen Beschäftigten und Fachkräften ermöglicht werden.
Marco: Die Handpan ist nicht nur zum Spielen da, sondern auch zum Stressabbau für Körper, Geist und Seele.
Sarah: Toll fand ich, dass wir das Instrument ausprobieren durften!
Vanessa: Ich bin sprachlos, so schön war es!
Nun wünschen wir allen ein frohes Pfingstfest.
21. Mai 2026 | Logbuch |
Online Reporter Vanessa Verderber und Frank Nussbücker gingen beim gestrigen Berliner Firmenlauf mit auf die Strecke
Vanessa: Ich war wieder einmal sehr aufgeregt. Wir trafen uns am Bahnhof Oranienburg und stiegen in die S Bahn ein, in die nach und nach weitere Werkstatt-Mitglieder zustiegen. Die Stimmung war auf jeden Fall voller Vorfreude und Begeisterung. In Berlin angekommen, machten wir noch ein paar coole Gruppenbilder und hatten eine Menge Spaß dabei. Unsere Taschen gaben wir diesmal gleich vorne ab, was uns im Nachhinein eine Menge Zeit sparte, um die Bahn zurück zu schaffen.
Frank: Einmal mehr war unsere Caritas-Werkstatt, bestens organisiert von Sabine Schrader, mit einem starken Team aus Beschäftigten und Mitarbeitern vertreten. Für Alexandra Hesse und Detlef Roß war es gar der zweite sportliche Höhepunkt des Tages. Waren sie doch bereits am Vormittag beim Integrationssportfest in Hennigsdorf am Start. Alle kamen wir nach den angesetzten 5 Kilometern wohlbehalten ins Ziel – und Verena Noelting belegte Rang 2 im Gesamtklassement der Skaterinnen! Wenn das keine Erfolge sind, was dann?
Vanessa: Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr. Natürlich bin ich beim nächsten Lauf-Event wieder dabei! Du auch?
20. Mai 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Alonzo Münn berichtet vom großen Integrations-Sportfest in Hennigsdorf
Hallo Leute, heute war das Sportfest richtig cool, und der rbb war ebenfalls vor Ort! Die verschiedenen Sportarten machten uns großen Spaß, trotz des Regens! Die Disziplinen hießen Gummistiefelweitwurf, Kugelkette, Ball-Übergeben (offiziell Luftballon-Parcours), Basecap-Diskus, Basketball und Geschicklichkeit. Detlef Roß gewann den Pokal als bester Sportler der Altersklasse 50 Plus!
Heute Abend sind wir im TV zu sehen, in rbb der Tag um 19.00 Uhr. Es gab auch was zu gewinnen. Ich bekam ein minecraft-Workbook, das nutze ich für meine Artikel als Online-Reporter!
19. Mai 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporterinnen & Reporter vom Heidering ließen sich von Angi Geißler über deren Zeit am damals neuen Standort erzählen:
Anfangs kam Iris Arndt einmal die Woche für zwei Stunden als Fachdienst an den Aderluch. Schnell wurde jedoch klar: Wir brauchen hier ständig jemanden vor Ort. Dieser jemand sollte ich sein. So war ich ab Mitte 2017 die erste vom Fachdienst, die hier am neuen Standort ihr Büro bezog. Es befand sich in etwa dort. wo jetzt der Gruppenraum von Frau Bahn ist.
Ich musste mich erst einmal reinfinden. Gehörte zum B.PLUS-Konzept doch eine engmaschigere Betreuung der Beschäftigten als sonst üblich. Ich wollte nahe an den Menschen sein und sie so gut wie möglich zusammenbringen. So fing ich an, auch die anstehenden Festlichkeiten mit zu organisieren.
Als wieder mal eine Bombenentschärfung anstand, unterbreitete ich den im Sperrkreis Wohnenden das Angebot, zu uns in den Aderluch zu kommen. Viele waren in Sorge, so versuchte ich, die Stimmung etwas aufzulockern. Zusammen verbrachten wir die Zeit mit gemeinsamen Spielen im Speisesaal, und zum Mittagessen bestellten wir nebenan Pizza. Genau wie einige Beschäftigte ging ich öfter rüber in den Pizza-Laden. (Siehe Foto) Bei der Bombenentschärfung fragten wir vorher ab, wer welche Pizza möchte. Als am frühen Abend die Entwarnungs-Sirenen erklangen, fuhren wir einige unserer Gäste nach Hause.
Im Speisesaal, welcher direkt neben meinem Büro lag, war es aufgrund der fehlenden Schall-Isolierung so laut wie in einer riesigen Bahnhofshalle. Das abzumildern, brachten wir Schallschutz-Vorrichtungen aus schwer entflammbarem Material an, welche von der Decke hängen. Sie erwiesen sich als echter Gewinn für den gesamten Standort.
Ich fand es sehr schön, dass wir hier so ein kleiner, in sich geschlossener Bereich waren. Den Aderluch erlebte ich als eine Welt für sich. Dieser Standort fühlte sich anders an als Heidering und Hauptwerkstatt, mit denen wir, nicht zuletzt durch die gemeinsamen Feste, dennoch verbunden waren. Vor allem für B.PLUS war das hier der ideale Ort.
Es war nicht meine Idee, den Aderluch wieder zu verlassen, aber viele organisatorische Aspekte führten nach etwa zwei Jahren genau dazu. Als Fachdienst folgte mir zunächst Sabrina Hirschfeld und schließlich Maik Dessombes, der heute hier eine feste Größe ist. Ich denke sehr gern an meine Zeit dort zurück.
18. Mai 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Ina Krause berichtet von der Gartenarbeit
Wir gestalten bei uns am Aderluch ein Blumenbeet. Letztes Jahr hatten wir das Beet aufgeräumt und darauf Sonnenblumen sowie Lavendel gepflanzt. Im Herbst steckten wir dort Tulpenzwiebeln.
Diesen Frühling säten wir in unserem Gruppenraum Blumensamen in Schalen aus und gossen sie regelmäßig. Nicht lange, da streckten die ersten Pflanzen ihre Köpfchen aus der Erde. Raus aufs Beet konnten wir sie aber erst setzen, als die Eisheiligen vorbei waren. Wir werden auch Erdbeeren pflanzen, weil wir dann welche naschen können. Darauf freue ich mich jetzt schon!