16. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter berichtet aus dem Berliner Abgeordnetenhaus
In unserem Fortbildungsprogramm las ich von der Exkursion ins Berliner Abgeordnetenhaus. Als Botschafter unserer Werkstatt meldete ich mich sofort dafür an.
Im Gebäude, in dem früher der Preußische Landtag saß, konnten wir drei Politikern Fragen stellen, die im Ausschuss Arbeit & Soziales tätig waren. Lisa Knack (CDU), Catrin Wahlen (Grüne) und Lars Düsterhöft (SPD) hörten uns zu und antworteten. So erfuhr ich auf meine Nachfrage: Obdachlose dürfen nicht kostenlos Bus und Bahn fahren, werden aber bei Kälte nicht rausgeworfen. Keiner soll erfrieren, das finde ich gut.
Alle zwei Wochen treffen sich die Abgeordneten zur Plenarsitzung. Die geht von 10:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Bevor ein neues Gesetz verabschiedet wird, muss jedem zugehört werden, der dazu etwas zu sagen hat. Die Rededauer beträgt maximal zehn Minuten. Interessierte können die Plenarsitzungen von der Besucher-Ebene aus mitverfolgen. Dort saßen auch wir. Ich fand es gut, dass wir als Werkstattbeschäftigte mit Politikern sprechen konnten.
12. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Michaela Senf berichtet von einem besonderen Tag
Am Donnerstag, feierten wir wie jedes Jahr das Oktoberfest – und zugleich den 10. Geburtstag unseres Werkstatt-Standorts Aderluch.
Zuvor am Mittwoch hatten wir unsere mit Farbe bemalten Hände auf ein großes Stück Stoff gedruckt. Denn der Aderluch – das sind wir alle! Mike erinnerte uns daran, wie alles anfing am neuen Standort. Dann übten wir uns im Büchsenwerfen, Ballspielen, Tischtennis und fröhlichem Beisammensein.
Zum Mittag wurde gegrillt, außerdem gabs zünftige Oktoberfest-Herzen! Die hatten unsere Kolleginnen und Kollegen aus Petras Gruppe gebacken. Wir alle bekamen eins geschenkt, dazu einen Button: 10 Jahre Aderluch. Doppelt feiern, das können wir!
8. Oktober 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporter-Gruppe Hauptwerkstatt/Aderluch befragt Christina Hack
Konstantins Einzelfallhelferin Christina gehört schon fast zu unserer Reportergruppe. Sie hatte schon oft tolle Ideen, wir freuen uns, dass sie hier ist. Heute möchten wir endlich mal ein paar Fragen an sie loswerden:
Woher kommst Du, wo bist Du zuhause?
Ich komme aus dem Norden von Oranienburg, war zwischendurch zwanzig Jahre unterwegs und bin jetzt wieder in Oranienburgs Norden angekommen.
Und wie kamst Du zu uns in die Werkstatt?
Ich bin gelernte Erzieherin, dazu Teil der Leitung des Fachbereichs Hilfen zur Erziehung des Märkischen Sozialvereins e.V. in Oranienburg. Das Jugendamt fragt uns als Träger jeweils konkret an. So erhielten wir im Februar 2025 die Fallanfrage zu Konstantin. Ich war einen Tag bei ihm im Aderluch, dann hieß es: „Wir gehen es an, gucken weiter!“
Nun arbeiten wir schon fast zwei Jahre zusammen. Durch Konstantin kam ich mit der Caritas-Werkstatt in Berührung, als Einzelfallhelferin komme und gehe ich mit unseren Klienten.
Wie viele Stunden hast Du für Konsti?
Unser Kontingent liegt bei rund 20 Stunden. Das kann hoch- und runtergehen, es kommt auf jeden einzelnen Klienten an.
Und was macht Ihr Einzelfallhelferinnen konkret?
Je nach Bedarf sorgen wir für mehr Pausen, Impulskontrolle, helfen unseren Klienten beim „Übersetzen“: Was meint mein Gegenüber da? Hinter jeder Einzelfallhilfe steht ein Mensch mit seinem ganz konkreten Alltag, der vielleicht ohne Unterstützung nicht funktioniert. Einzelfallhilfe bedeutet, Menschen Dinge zu ermöglichen, die für viele von uns völlig selbstverständlich sind: zur Kita oder zur Schule gehen, allein Schulaufgaben bewältigen, arbeiten, Hobbies nachgehen, selbstständig unterwegs sein und vieles mehr.
Manchmal bedeutet diese Unterstützung auch, jemanden zu motivieren, dranzubleiben, gemeinsam einen nächsten Schritt zu gehen oder einfach da zu sein, wenn es gerade allein nicht geht. Kurzum: Wir sorgen dafür, dass die Möglichkeiten möglicher werden.
Was ist, wenn Du mal krank bist oder Urlaub hast?
Konstantin kann nur in der Werkstatt sein, wenn ich da bin. Falle ich aus, gibt es keine immer zur Verfügung stehende Vertretung, solche Leistungen sind schon jetzt nicht vorgesehen. Wir bekommen auch nur die Stunden bezahlt, in denen wir mit unseren Klienten zusammen sind. Gespräche mit Sorgeberechtigten und Dokumentation machen viele von uns ehrenamtlich.
Vanessa: Ich sehe große Dankbarheit bei unseren Gruppenleiterinnen, dass Christina und Antje da sind. Zudem haben beide Einzelfallhelferinnen auch ein Ohr für mich und andere Beschäftigte.
Michaela: Die Einzelfallhelferinnen können sofort reagieren, wenn Not am Mann ist. Wir alle sorgen füreinander! Ging es mir mal nicht gut, kam Konsti sofort auf mich zu. Es ist gut, dass Christina und er hier sind.
6. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter interviewt Stefan Latotzke
Wo hast du gearbeitet, bevor du zur Caritas kamst?
Ich durchlief viele Betriebe. Als gelernter Autoschlosser reparierte ich LKWs, PKWs, Traktoren oder Hänger. Im Tiefbau fuhr ich Radlader, verlud Abwasserrohre oder Telefonleitungen, verkaufte Werkzeuge und Materialien. Ich schweißte Teile für den ICE oder koordinierte im Reifen-Erneuerungswerk Oranienburg Rohstoffe und Materialien für die Produktion. Zuletzt arbeitete ich zwei Jahre bei Orafol.
Wie hast du die Caritas-Werkstatt entdeckt und wie lange bist du schon hier?
Irgendwann wollte ich nicht mehr in Schichten arbeiten – und wurde gefragt, ob ich in der Caritas-Werkstatt anfangen möchte. Dort suchten sie jemanden für Rad & Tat. Im zweiten Gespräch fragte mich Herr Lau, ob ich mir auch vorstellen kann, am Aderluch zu arbeiten. Sie benötigten dort dringend zwei Leute im Förderbereich. Wir Gruppenleiter gehen dahin, wo wir gebraucht werden. Oktober 2020 fing ich an – und blieb bis heute am Standort Aderluch.
Ich lernte Dich in der Corona-Zeit kennen, als ich ein halbes Jahr mit meiner WG vom Valentinenhof bei Dir im Aderluch arbeitete. Erinnerst Du Dich noch an die Zeit mit uns, an Deine Rasselbande?
Stimmt, so nannte ich Euch, oder auch „meine Banditen“. Etliche von Euch zeigten sich anfangs eher skeptisch und vorsichtig. Ihr wohntet zusammen, und nun saht Ihr Euch dazu täglich auf Arbeit, das war sicher nicht einfach.
Mir ging es ähnlich. Ich war erst ein Vierteljahr am Aderluch. Kaum hatte ich mich hier ein wenig eingearbeitet, da kamt Ihr: von einem Tag auf den anderen 24 neue Leute. Ich musste euch alle ganz schnell kennenlernen, aber ich denke, wir fanden gut zueinander. Hatten wir mal keine Arbeit, spielten wir was oder gingen spazieren. Allerdings hatten wir vor allem durch die Masken jede Menge zu tun. Besonders gefiel mir, dass ihr zum Schluss alle so gut zusammenhieltet.
Konntest Du Dich darauf vorbereiten, dass wir bei Dir arbeiten, oder kam das für Dich ganz spontan?
Ich wusste es zwei oder drei Tage vorher. Viel Zeit blieb also nicht. Wegen der Ansteckungsgefahr solltet Ihr an einem Standort zusammenbleiben. Ich denke, es war die richtige Entscheidung unserer Leitung.
Ich arbeitete mit Axel Lange und Micha Brock an der chinesischen Maschine zum Masken-Verpacken. Wie kam es dazu, dass ich in der Mitte saß, aufpassen und auf Stopp drücken sollte, wenn die Maschine mal wieder bockte?
Du wolltest unbedingt an der Maschine arbeiten! Also ließ ich Dich ran, zuerst hinten, alsdann an den anderen Positionen. Dabei zeigtest du mir, dass Du es kannst! Ich musste schließlich darauf vertrauen können, dass Du Dich bei Deiner Arbeit nicht gefährdest. Du bekamst es wunderbar hin!
Als ich das halbe Jahr bei Dir arbeitete, kam bei Enrico Sachse von der Werbetechnik der Auftrag rein, Haltestellenschilder zu bekleben. Warum fragtest Du mich, ob ich Enrico dabei unterstütze?
Genau wie wir Fachkräfte arbeitet auch Ihr dort, wo ihr gebraucht werdet. Du warst vertraut mit der Materie, also fragten wir dich. Generell arbeiten wir in der Werkstatt Gruppen-übergreifend und helfen einander gegenseitig.
Und warum durfte ich in der Corona-Zeit zusammen mit Stephan Schneider die Tür der Hauptwerkstatt bekleben?
Auch hier lautet die Antwort: Weil du es kannst! Warum sollte es ein anderer tun? Das war schließlich deine angestammte Arbeit.
Als der normale Betrieb wieder begann und wir in unsere alten Bereiche zurückkehrten, bekamst Du da neue Aufgaben oder führtest du die alten weiter?
Als ihr weg wart, gab es große Veränderungen. Der Bedarf an Förderplätzen stieg, neue B.Plus-Gruppen kamen hinzu. Das erforderte bauliche Veränderungen. Wir brauchten mehr Pflegebäder, Umkleiden, Platz für Rollifahrer. Mittlerweile sind wir voll am Limit.
Generell haben wir immer wieder neue Kunden, dadurch kommen stetig neue Aufträge rein. Überhaupt versuchen wir, dass Ihr immer mal etwas anderes macht, damit es nicht langweilig wird. Die Arbeit hier soll ein Teil Eures Lebens sein, der Euch Freude bereitet.
Welche Aufgaben hast Du jetzt?
Unter anderem verteilen wir Gemeindebriefe in Zehlendorf und Oranienburg, auch mit anderen Gruppen. Weil wir zeigen wollen, was Ihr alles macht, gehen wir in die Öffentlichkeit. Mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, ist wunderbar.
Zum Schluss möchte ich mich bei Dir bedanken, dass Du damals meinen Kollegen Axel bei seinem Arbeitsunfall sofort geholfen hast und mit ihm zum Durchgangsarzt gingst.
Das war ein Schlüsselmoment, ist aber kein Grund, danke zu sagen. Jeden Tag unterstützen Menschen andere Menschen – und ich erwählte das zu meinem Beruf. Am Ende ging alles gut. Axel und ich gewannen großes Vertrauen zueinander.
Wir alle haben viel gelernt, gelacht, und zum Abschied gab‘s auch ein paar Tränen – also war wohl nicht alles schlecht. Der Abschied von Euch fiel mir nicht leicht, es war eine schwierige, aber schöne Zeit. Es brauchte Vertrauen und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen, genau wie den Mut, sich selbst etwas zuzutrauen. Ihr wart ein gutes Team!
Das sehe ich auch so. Ich hab übrigens unser Gruppenfoto noch
Ich auch!
2. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Michaela Senf berichtet vom Erntedankfest am Aderluch
Es gab eine Andacht, und alles war herbstlich geschmückt. Unsere Mais-Deko gehörte ebenso dazu wie die Strohballen, neben denen wir Fotos machten.
Wir saßen zusammen, aßen Kuchen und sangen. Gemeinsam bedankten wir uns für die Gaben der Ernte und „für jeden neuen Tag“, wie es in einem unserer Lieder heißt.
Spiele gabs diesmal nicht, aber das holen wir zum Oktoberfest nach. Es war einfach nur schön – wie so vieles, was ich hier erlebe. Ich bin sehr dankbar für all das.
1. Oktober 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll befragt Fachkraft Andrea Bloch
Was hast Du vor Deiner Zeit in der Werkstatt gemacht?
Ich war Leiterin des Betriebsrestaurants der BMW-Niederlassung in Berlin.
Und wie wurdet Du auf unsere Caritas-Werkstatt aufmerksam?
Ich las eine Annonce im Internet – seitdem bin ich hier.
Wann war das?
Das war im Juni 2017, ich bin jetzt also schon über neun Jahre an Bord.
Hast Du Hobbys? Wenn ja, verrätst Du sie uns?
Ich tanze sehr gerne, liebe meinen Garten und verbringe möglichst viel Zeit mit meiner Enkeltochter.
Nochmal zurück zur Werkstatt: Welches ist hier Deine Lieblingsarbeit?
Ich baue sehr gern Farbfächer und unterstütze die Frauenbeauftragten.
Und was fällt Dir am schwersten?
Wenn uns beim Drucken Fehler unterlaufen, macht mich das traurig. Das kann schon mal passieren, die Arbeit in der Werbemittelfertigung ist ganz schön anspruchsvoll.
Aber aus Fehlern können wir lernen, oder?
Natürlich, aber zum Glück nicht nur hierbei. Jeden Tag lernen wir alle etwas dazu, damit Orafol mit unserer Arbeit zufrieden ist. Das ist der Anspruch von uns allen in der Werbemittelfertigung.
Wünscht Du Dir etwas für die Zukunft?
Dass wir alle gesund sind und uns der Frieden erhalten bleibt.
30. September 2026 | Logbuch |
Annett Nehls und Michael Benter befragen Andreas Hirchert
Michael: Andreas ist immer lustig, immer gut drauf. Er gestaltete viel um im Raum, hat immer Mugge an. Hat jemand ein Problem, nimmt er sich sofort Zeit dafür. Er nennt mich Herr Bürgermeister, das ist unser Späßchen.
Annett: Andreas hat den Rundum-Blick, guckt nicht nur in seinen Raum, sondern auch in andere Arbeitsräume. Er fragt uns nicht nur nach der Arbeit, sondern auch, was sonst so los ist. Manche von uns kommen dadurch besser aus sich raus. Generell wartet er nicht, bis jemand zu ihm kommt, sondern geht auch auf uns zu. Nun unsere Fragen:
Wie hast Du die Werkstatt entdeckt? Kanntest Du sie schon vorher?
Ich bin gelernter Bäcker/Konditor und schloss 2009 berufsbegleitend eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ab. Fast 25 Jahre arbeitete ich im Förderbereich eines anderen Trägers. Aus privaten Gründen strebte ich einen beruflichen Wechsel an. Zufällig las ich die Stellenazeige der Caritas-Werkstatt. Ich bewarb mich per Mail, erhielt eine Einladung zum Gespräch – seitdem bin ich hier.
Bist Du glücklich, bei uns zu arbeiten?
Ich bin dankbar, bei der Caritas zu sein. Die Werkstatt war ein toller Neuanfang. Am ersten Tag empfing mich Sören: „Hier ist deine Gruppe, mach mal.“ Ich ging rein und sagte: „Jeder klebt bitte seinen Namen mit Klebeband auf den Tisch, in 14 Tagen könnt ihr die wieder abmachen.“ Danach hatte ich sie alle im Kopf. In meinem halben Jahr hier ist eine Menge passiert. Ich bin gekommen, um zu bleiben.
Wo und wie bereitest Du Dich auf die Arbeit vor?
So richtig vorbereiten kann man sich gar nicht, denn jeder Tag ist anders. Komme ich an, fahre ich den Computer hoch, tausche mich mit Steve vom Shuttle-Team aus und gucke, was anliegt. Ich versuche, mich in die Beschäftigten reinzuversetzen, am Ende sollen alle glücklich und zufrieden sein.
Wusstest Du gleich an Deinem ersten Tag, was Du hier verändern möchtest?
Nein, es dauerte etwa eine Woche, bis wir was verändern konnten. Die Beschäftigten haben ihren Alltag, jede Veränderung ist ein gravierender Einschnitt. Für meinen Schreibtischwechsel brauchte ich fast ein halbes Jahr.
Wie kommen Dir Deine vielen Ideen zu Veränderungen, die Du hier vor Ort umsetzt?
Generell kommen mir alle Ideen abends im Bett, wenn ich meinen Tag reflektiere.
Kommst Du in dem von Dir umgestalteten Raum jetzt besser klar?
Auf jeden Fall! Ich hab die Tür im Blick und kann nach draußen gucken, die Sonne sehen. Vorher saß ich quasi hinterm Schrank.
Kommst du auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder immer nur mit dem Auto?
Meistens mit Auto oder Motrorrad. Im Winter möchte ich auch mal mit dem Zug von Zehdenick bis Oranienburg und von dort mit dem Fahrrad herfahren. Außerdem träume ich von einem E‑Roller.
Wünschst du Dir mehr Aufträge für Deinen Bereich, oder ist das so in Ordnung?
Zur Zeit freuen wir uns über jeden kleinen Auftrag, aber fehlen sie, ist auch das nicht nur verkehrt. Ich komme besser mit den mir anvertrauten Menschen ins Gespräch und kann herausbekommen, was sie sich wünschen.
Wie gehst du damit um, dass du bei uns mit Menschen zusammenarbeitest, die eine Beeinträchtigung haben?
An meinem ersten Tag am Heidering dachte ich: Hier arbeiten aber viele in der Verwaltung! Viele von Euch hielt ich für Mitarbeiter. Als ich dann vom Shuttle-Team aus Beschäftigten erfuhr, dachte ich: Wollen die mich veräppeln? Es war ein himmelweiter Unterschied zu meinem vorherigen Job, die 25 Jahre in der Pflege. Auf jeden Fall macht es mir großen Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten.
Du wurdest hier ins kalte Wasser geschmissen und zeigtest dich als sehr anpassungsfähig, was wir als eine Stärke ansehen. Was empfindest Du als Deine Stärken?
Anpassungsfähig bin ich wohl wirklich. Inzwischen hab ich hier fast alle Arbeitsbereiche durch, mir fehlen nur Demontage und Verwaltung. Erst neulich war ich für zwei Tage in der Küche. Wir kochten zusammen eine Suppe, und keiner meldete sich hinterher krank. (lacht) Als Bäcker und Konditor verfüge ich über Küchenerfahrung.
Hast Du aus Deiner Sicht auch Schwächen?
Ich bin „etwas“ ungeduldig, das ist meine totale Schwäche. Als ich das erste Mal mit Easy Care zu tun hatte, probierte ich viel aus und musste dann eine Menge wieder löschen. Viel Hilfe im Bereich Computer bekam ich von unserem Beschäftigten David Kirsch.
Bei Dir läuft wie gesagt immer Musik, was hörst Du denn am liebsten?
Alles, aber am liebsten Ostseewelle! Ich liebe es, zu verreisen, sehr gern nach Mallorca, oder eben an die Ostsee. Die Ostseewelle ist für mich die Verbindung zu Meer und Urlaub, ob auf Arbeit, im Auto oder zuhause.
Apropos, was machst Du in Deiner Freizeit, hast Du Hobbys? Wir wissen: Du begeisterst Dich für Autos und Motorräder.
Ganz oben steht der Fußball, ich begleitete und trainierte meinen Sohn, bin bis heute als Co-Trainer tätig. Dann kommen Verreisen, Autos und Motorrad. Nun kaufte sich mein Sohn ein Haus. Das um- und auszubauen ist für das nächste halbe Jahr mein größtes Hobby. Wir wollen so viel wie möglich selbst machen. Was du selbst geschaffen hast, siehst du mit anderen Augen.
Kannst Du nach Deiner Arbeit abschalten, die Arbeit auf Arbeit lassen?
Das lernte ich in meinem Berufsleben. Von der Werkstatt bis nach Hause fahre ich mit dem Auto eine halbe Stunde. Ich drehe die Musik laut auf, das hilft mir, abzuschalten. Im Sommer nehme ich das Cabrio, da weht mir dazu ordentlich Wind um die Ohren.
Michael: Ich möchte Dir dafür danken, dass Du mich unterstützt hast. Auf jeden Fall ist es sehr lustig bei uns, seitdem Du hier bist.
Andreas: Vielleicht verraten wir zum Schluss noch, wie ich auf Deinen Spitznamen kam. Bei uns in Zehdenick war die Bürgermeisterstelle vakant. Du kennst Hinz und Kunz, kommst mit jedem ins Gespräch. Würdest Du Dich zur Wahl stellen – meine Stimme hättest Du!
28. September 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber war für uns auf der Strecke beim B2Run
Meine Vorfreude war riesig! Gemeinsam fuhren wir, Mitarbeiter und Beschäftigte, mit der Bahn nach Berlin. Vorm Olympiastadion versammelten wir uns und machten ein cooles Foto. Ich konnte es kaum erwarten, loszulaufen. Endlich der Start! Die ersten 2 Kilometer liefen super gut, doch zog ich mir ab der Hälfte der Strecke eine kleine Verletzung zu, die zum Glück nicht wirklich schlimm war. Trotzdem habe ich’s durchgezogen! Wie im letzten Jahr joggten wir ins Oly hinein, und es war einfach der Hammer. Oben angekommen, bekamen wir eine coole Medaille und versammelten uns wieder.
„Total glücklich!“ war auch mein Reporterkollege Frank, der zugab: „Ich musste nach den 5,7 km ganz schön pumpen. Vanessa, Du hast gekämpft wie eine Löwin und Detlef walkte persönliche Bestzeit!“
Wir danken allen, die dies möglich machten, allen voran unserer Sport-Organisatorin Sabine! Es war ein richtig schönes Erlebnis. Bist Du nächstes Jahr auch mit dabei?
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Sarah Stoll im Gespräch mit Stefan Einbrodt
Hallo Stephan, was hast Du vor Deiner Zeit in der Werkstatt gemacht?
Ich bin gelernter Werkzeugmechaniker und arbeitete in meinem Beruf.
Wie wurdest Du auf die Werkstatt aufmerksam und wann hast Du hier angefangen?
Ich bewarb mich auf eine Annonce im Internet und wurde genommen. Mein erster Arbeitstag hier war der 5. Januar 2009, mittlerweile bin ich also schon 17 Jahre hier.
Was liebst Du an Deiner Arbeit am meisten und was ist für Dich das Schwerste?
Ich mag die Abwechslung, die ich hier erlebe. Am schwersten wird es, wenn wir unterbesetzt sind, sich eine Fachkraft um vieles gleichzeitig kümmern muss.
Hast Du Hobbys? Wenn ja, welche?
Ich fahre gern Fahrrad, höre viel Musik und spiele selbst Klavier.
Ich wusste noch gar nicht, dass Du ein Instrument spielst – toll! Und was sind Deine Wünsche für die Zukunft?
Erstmal und vor allem wünsche ich mir, dass es allen Leuten gutgeht und dass uns die Politik keinen Strich durch die Rechnung macht. Ich jedenfalls komme sehr gern zur Arbeit!
Und die macht mit Stefan großen Spaß, besonders am Freitag. Da schaltet er Musik an, unser DJ Maik trommelt den Takt und wer will, singt mit. Ich singe immer mit und tanze, Jürgen setzt seinen Disco-Hut auf und singt. Es tut uns allen gut, mal so richtig ausgelassen zu sein, bevor wir ins Wochenende gehen.
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Monika Fiedler über die Kniffligkeit des täglichen Miteinanders
Manchmal würde ich gern beißen, meinem Gegenüber direkt ins Bein!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich gern Papiere zerreißen!
Aber ich bin ja nett.
Manchmal würde ich meinem Gegenüber einen Blumentopf an den Kopf schmeißen!
Aber ich bin ja nett.
Stattdessen sind die Tränen mein Ventil.
Ich vergieße davon sehr viel.
Von letzter Nacht ist morgens mein Kopfkissen immer noch nass.
Mein Problem gab mir den Anlass.
Wem geht es manchmal auch so wie mir?
21. Juli 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporter Vanessa Verderber und Konstantin Reinhardt auf Tour
Vanessa: Zusammen mit dem gesamten Förderbereich der Hauptwerkstatt unternahmen wir einen Ausflug zum Schloss Liebenberg. Ich fand es am schönsten, den hier lebenden Tieren zu begegnen. Anfangs waren sie etwas scheu und ließen sich nicht gleich streicheln. Dann aber fassten sie Vertrauen zu uns Menschen. Was gefiel dir am besten?
Konstantin: Ich mochte auch die Tiere sehr. Wir waren bei den Schafen, Hühnern und Ziegen. Ganz toll fand ich auch das Mittagessen. Ich aß Nudeln mit Tomatensoße, es schmeckte einfach super!
Vanessa: Nach dem Mittag übten wir uns darin, aus einem Schafswolle-Seil in einem Flechtrahmen ein Sitzkissen zu fertigen. Die Schafe waren gerade frisch geschoren, ihre Wolle gewaschen, gekämmt und gefärbt worden. Aus ihr hatten sie Seile gefertigt, die wir verarbeiteten. Auch das machte mir großen Spaß. Am Ende hatten wir eine richtig schöne Zeit hier erlebt.
Konstantin: Genau das haben wir, ein toller Ausflug!
21. Juli 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Erik Egler befragt seine Kollegin Brigitte:
Wie alt bist Du und wo kommst Du her?
Ich bin mittlerweile 56, aufgewachsen bin ich in Hennigsdorf.
Und wie lange arbeitest Du schon bei uns in der Werkstatt?
Seit 1991 bin ich hier im Arbeitsbereich tätig, inzwischen also ungefähr 35 Jahre. Bevor ich in der Cantina am Aderluch anfing, arbeitete ich am Heidering in der Hauswirtschaft.
Wo gefiel es Dir besser, und welche Deiner Aufgaben erledigst Du am liebsten?
Am schönsten finde ich es am Aderluch. Hier geht es ein bisschen familiärer und auch etwas ruhiger zu, das kommt mir sehr entgegen. Besonders gern arbeite ich an der Geschirrspülmaschine, aber ich trockne auch gern ab.
Was hast du für Hobbies?
Ich besuche gerne Leute, spiele oft Karten- oder Brettspiele. Auch Tischtennis mag ich sehr! Natürlich bin ich mittwochs dabei, wenn es bei uns als begleitendes Angebot stattfindet.
Du wurdest neulich zu Deinem 35jährigen Betriebsjubiläum geehrt. Wie war das für Dich?
Oh, ich war schon sehr aufgeregt, als ich dazu bei unserer Jahreshauptversammlung hoch auf die Bühne gehen musste!
Ich wusste, das schaffst Du, liebe Brigitte. Außerdem waren und sind wir ja ganz in Deiner Nähe. Hab vielen Dank für das Gespräch.