Ein Shut­tle für alle Fälle

Ein Shut­tle für alle Fälle

Hier la­den uns die bei­den On­line-Re­por­te­rin­nen Mar­ti­na Har­nisch­ma­cher und Kris­tin Jung vom Hei­de­ring dazu ein, ih­nen bei ih­rer Ar­beit als Shut­tle-Fah­re­rin­nen über die Schul­ter zu schauen.

Je­den Tag fah­ren wir Men­schen zu den ver­schie­de­nen An­ge­bo­ten oder ho­len sie dort ab. Da­bei kom­men wir oft ins Ge­spräch: „Hal­lo Ihr zwei! Wisst Ihr, dass wir mit der Wohn­grup­pe eine Wo­che Ur­laub in Zin­no­witz ge­macht ha­ben? Das war so toll! Wir wa­ren Eis es­sen, im Schmet­ter­lings­haus und mach­ten eine Nacht­wan­de­rung. Na­tür­lich ha­ben wir auch gegrillt.“

Gäbe es kein Te­le­fon, wä­ren wir die Ver­bin­dung zwi­schen un­se­ren Stand­or­ten, von den Chefs bis zu den Be­schäf­tig­ten. Uns wer­den wich­ti­ge Do­ku­men­te und Wer­te an­ver­traut, wir brin­gen Lie­fe­run­gen, fah­ren Ma­te­ria­li­en oder End­pro­duk­te zu un­se­ren Kun­den. Bei al­le­dem wird uns ei­ni­ges ab­ver­langt, kör­per­lich wie geistig.

Die wö­chent­li­chen Plä­ne er­stel­len wir im Vor­feld zu­sam­men mit un­se­ren Fach­diens­ten. „Könnt Ihr den noch fah­ren?“, heißt es zwi­schen­drin im­mer mal, oder: „Könnt ihr un­ter­wegs die Wachs­ton­nen mit Ker­zen­res­ten von St. Bern­hard in Lich­ten­berg ab­ho­len und eine lee­re hin­brin­gen?“ Aus den Ker­zen­res­ten wer­den im Ader­luch neue far­bi­ge Ker­zen in ver­schie­de­nen For­men und Grö­ßen gegossen.

Wir tra­gen eine gro­ße Ver­ant­wor­tung, schließ­lich ha­ben wir sehr oft an­de­re Men­schen an Bord. Ist eine® von uns nicht fit, soll­te sie oder er nicht selbst fah­ren. Das Gute dar­an: Nie­mand ist uns dann böse – viel­mehr sind un­se­re Fach­diens­te dank­bar da­für, dass wir das ehr­lich an­sa­gen. Das ist al­le­mal bes­ser, als wür­de wäh­rend der Fahrt et­was passieren.

Kris­tin: „Ich nut­ze das Shut­tle zu­gleich als ‚Seel­sor­ger-Taxi‘. Es ist toll, Pro­ble­me und Sor­gen so mit Mar­ti­na zu tei­len, dass ich mich bes­ser füh­le und Mar­ti­na sich nicht schlech­ter. Die­sen Aus­tausch auf Au­gen­hö­he und un­ter vier Au­gen möch­te ich nicht missen!!

Mar­ti­na: „Kris­tin ist mein zwei­ter Kopf! So oder so ho­len wir uns ge­gen­sei­tig wie­der ins Boot.“

Ei­gent­lich be­kom­me ich Euch nur mit, wenn ihr nicht da seid“, ließ uns eine Ar­beits- und Re­por­ter-Kol­le­gin vom Hei­de­ring wissen.

Ge­nug der Wor­te, un­se­re nächs­te Fahrt ruft!

Mei­ne Ak­ten und ich

Mei­ne Ak­ten und ich

Ich hei­ße Ei­leen und möch­te die Ver­wal­tungs­grup­pe Fak­tor C im Hei­de­ring vor­stel­len. Wir, das sind Chris­ti­an, Da­vid und ich, wo­bei Chris­ti­an am längs­ten da­bei ist.

Ich ab­sol­vier­te be­reits im Be­rufs­bil­dungs­be­reich ein Prak­ti­kum in der Ver­wal­tungs­grup­pe, das mir sehr viel Spaß mach­te. Das ist der Grund, war­um ich dann nicht mehr wegwollte.

Un­ser Ar­beits­all­tag ist sehr viel­sei­tig und ab­wechs­lungs­reich. Wir un­ter­stüt­zen die Fach­diens­te, die Pro­duk­ti­on und die Ver­wal­tung. Zu mei­nen Auf­ga­ben ge­hört es, Do­ku­men­te zu di­gi­ta­li­sie­ren. Das heißt, ich scan­ne sie ein, be­nen­ne sie um und pfle­ge die­se Do­ku­men­te in die rich­ti­gen Ord­ner ein.

Im Mo­ment un­ter­stüt­ze ich da­bei, Bil­dungs­rah­men­plä­ne zu er­stel­len, Teil­neh­mer­lis­ten zu di­gi­ta­li­sie­ren und Ord­ner da­für an­zu­le­gen. Zu mei­nen Lieb­lings­auf­ga­ben ge­hört es, Ak­ten für neue Be­schäf­tig­te und an­de­re Ak­ten­ord­ner, z.B. Bil­dungs­ord­ner, zu er­stel­len. Ich mag es ger­ne or­dent­lich und einheitlich.

Chris­ti­an und Da­vid ar­bei­ten auch im Mi­cos und Easy Care So­zi­al. Sie pfle­gen Stamm­da­ten, le­gen Do­ku­men­te in der elek­tro­ni­schen Akte ab oder Auf­trä­ge für ex­ter­ne Kun­den für die Pro­duk­ti­on an. Das al­les er­for­dert eine Men­ge an Kon­zen­tra­ti­on, Selbst­stän­dig­keit und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, weil wir mit sen­si­blen Da­ten ar­bei­ten. Wir müs­sen uns hier streng an die Schwei­ge­pflicht hal­ten. Trotz­dem macht mir die Ar­beit Spaß. Auf­trä­ge be­kom­men wir haupt­säch­lich von Frau Pri­wit­zer. Pro­duk­ti­ons­auf­ga­ben er­hal­ten wir von den Fach­kräf­ten und Herrn Neu­bert. Wird es mal schwie­rig, er­fah­ren wir je­der­zeit vol­le Un­ter­stüt­zung. Ge­ra­de neue Auf­ga­ben ma­chen mich am An­fang et­was un­si­cher. Mit Un­ter­stüt­zung und et­was Rou­ti­ne wer­de ich aber schnell sicherer.

Rück­kehr an eine alte Wirkungsstätte

Rück­kehr an eine alte Wirkungsstätte

Die On­line-Re­por­te­rin­nen und Re­por­ter sind mo­men­tan in der Werk­statt un­ter­wegs, füh­ren In­ter­views und plau­dern über ih­ren Ar­beits­all­tag. Hier mel­det sich Ma­nue­la Wro­blew­ski, die sich die­ser Tage mit ih­rem Grup­pen­lei­ter Kai Häm­mer­ling über des­sen Ar­beit unterhielt.

2002 ab­sol­vier­te Kai sei­nen Zi­vil­dienst in der Wä­sche­rei der Ca­ri­tas-Werk­statt. 20 Jah­re spä­ter fing er als Grup­pen­lei­ter im Be­reich Wer­be­mit­tel­fer­ti­gung an. Beim Zi­vil­dienst hat­te er hier viel Spaß ge­habt. Nun war ein be­ruf­li­cher Ta­pe­ten­wech­sel fäl­lig, und wie das Le­ben so spielt: „Da in der Werk­statt ge­ra­de je­mand ge­sucht wur­de, be­warb ich mich.“

Seit 2022 ist Kai nun hier. Als sei­ne kon­kre­te Auf­ga­be ver­steht er, uns Be­schäf­tig­te bei un­se­rer Tä­tig­keit zu un­ter­stüt­zen. Er sieht sich als An­sprech­part­ner für un­se­re Sor­gen und Nöte, mög­lichst mit Be­zug auf die Ar­beit, wie er betont.

Am meis­ten Spaß macht ihm der Um­gang mit den Men­schen, die hier ar­bei­ten. An sei­ne Gren­zen sei er da­bei noch nicht ge­kom­men, dazu Kai: „Bis jetzt klapp­te im­mer al­les recht gut. Mei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ste­hen mit Rat und Tat hin­ter mir. Sehr gern er­in­ne­re ich mich an mei­ne Zi­vil­dienst-Zeit zu­rück, aber auch jetzt pas­sie­ren oft Din­ge, die mir po­si­tiv im Ge­dächt­nis haf­ten blei­ben. Be­son­ders schön war es für mich, als ich her­kam und so herz­lich auf­ge­nom­men wurde.“

Fra­gen kos­tet nichts

Fra­gen kos­tet nichts

Die On­line-Re­por­te­rin­nen und Re­por­ter sind mo­men­tan in der Werk­statt un­ter­wegs, füh­ren In­ter­views und plau­dern über ih­ren Ar­beits­all­tag. Den An­fang macht Mo­ritz Sie­gert, der sich die­ser Tage mit un­se­rem Werk­statt­lei­ter Chris­toph Lau zum Ge­spräch verabredete.

Seit wann bist Du in der Caritas-Werkstatt?

Ich ar­bei­te seit 1998 hier, seit 26 Jah­ren. Mehr als mein hal­bes Le­ben also. Seit­dem hat sich viel ver­än­dert, in der Werk­statt und für uns alle.

Was hat sich vor al­lem verändert?

Da­mals ge­hör­ten 140 Be­schäf­tig­te zur Werk­statt. Al­les schien über­sicht­lich, we­sent­lich ge­mäch­li­cher als jetzt. Und zum Fei­er­abend hat­te ich ei­gent­lich im­mer den Ein­druck, al­les Not­wen­di­ge er­le­digt zu ha­ben. Die Schnell­le­big­keit der Zeit hat auch in der Werk­statt Ein­zug ge­hal­ten, aber längst nicht mit der Wucht, wie man sie an­sons­ten in der Ar­beits­welt be­ob­ach­ten kann.

Die Werk­statt ist rich­tig ge­wach­sen in die­ser Zeit.

Nicht nur die Werk­statt, son­dern wir alle. Wenn man be­denkt, wo­für die Fach­kräf­te im Grup­pen­dienst, also Eure Grup­pen­lei­te­rin­nen und Grup­pen­lei­ter in­zwi­schen zu­stän­dig sind. Das ist in die­ser Zeit ei­gent­lich ein ganz neu­er Be­ruf ge­wor­den. Eine gute Fach­kraft hat die Be­schäf­tig­ten und den Pro­duk­ti­ons­auf­trag im Blick, ein freund­li­ches Wort für Euch. Dazu muss vie­les auf­ge­schrie­ben wer­den, viel mehr als frü­her. Und das in ei­nem Um­feld, in dem ganz vie­les gleich­zei­tig pas­siert. Ich habe gro­ßen Re­spekt vor dem, was in den Grup­pen je­den Tag ge­leis­tet wird. Dazu ge­hört auch Ihr als Beschäftigte.

Gibt es für Dich ein schöns­tes und ein schlimms­tes Er­leb­nis in der Caritas-Werkstatt?

Das Le­ben, auch das Ar­beits­le­ben, be­steht aus vie­len schö­nen und we­ni­ger schö­nen Er­eig­nis­sen, aus Er­fol­gen und Miss­erfol­gen. Die schöns­ten Er­in­ne­run­gen sind für mich mit Er­leb­nis­sen im Team ver­bun­den, wenn ge­mein­sam et­was ge­lingt. Zum 20-jäh­ri­gen Be­stehen ent­stand ein Film über die Ca­ri­tas-Werk­statt. Als ich da­mals die­sen Film sah und den vie­len Men­schen zu­hö­ren konn­te, de­nen die Ca­ri­tas-Werk­statt wich­tig ist: Das war so ein schöns­tes Er­leb­nis. Aber es müs­sen gar nicht die ganz gro­ßen Er­eig­nis­se sein. Der Werk­statt­all­tag bie­tet bei­na­he je­den Tag klei­ne Er­leb­nis­se, sich zu freu­en. Und dann sind in all den Jah­ren ei­ni­ge Men­schen ge­stor­ben, mit de­nen man oft­mals eine lan­ge Zeit den All­tag in der Werk­statt ge­teilt hat. Das sind dann die trau­ri­gen Erlebnisse.

Was siehst Du als Dei­ne größ­te Stärke?

Wenn man Ver­ant­wor­tung trägt, soll­te man sich selbst nicht für zu wich­tig hal­ten. Ich freue mich, hier ge­mein­sam mit so vie­len Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ar­bei­ten zu kön­nen, von de­nen ich sel­ber viel ler­nen kann. Die­sen Men­schen zu ver­trau­en und ih­nen Frei­räu­me zu ge­ben, wür­de ich für eine Stär­ke von mir halten.

Hast Du auch Schwächen?

Na­tür­lich, sehr vie­le so­gar. Aber es ist eine Stär­ke, sie zu ken­nen – und der Ver­su­chung zu wi­der­ste­hen, sich in Din­ge ein­zu­mi­schen, von de­nen an­de­re mehr verstehen.

Mu­sik verbindet

Mu­sik verbindet

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Maik Poerschke.

Seit Sep­tem­ber 2000 bin ich in der Werk­statt. Hier grün­de­te ich 2010 die Band The Black Fire: am Schlag­zeug Maik, am Bass Cars­ten, Ste­fan an der E‑Gitarre und Ro­bert am Mi­kro­fon. Bis 2014 tra­ten wir in die­ser Be­set­zung auf.

Eva-Ma­ria Gö­bel macht seit 2009 be­glei­ten­de An­ge­bo­te in der Werk­statt. Un­ter an­de­rem bau­te sie un­se­re In­stru­men­tal­grup­pe auf, bei der ich be­geis­tert mit­ma­che. Auch Cars­ten ist da­bei und Ro­bert singt im eben­falls von Eva ge­lei­te­ten Werk­statt­chor. In der In­stru­men­tal­grup­pe ha­ben wir Orff In­stru­men­te wie Xy­lo­phon oder Me­tall­o­phon, dazu Small Per­cus­sion wie z.B. Ras­seln oder Schel­len, Hand­trom­meln wie Djem­be oder Congas.

An­läss­lich des gro­ßen Fest­um­zugs zur 800-Jahr-Fei­er Ora­ni­en­burgs bau­te Eva eine Sam­ba­grup­pe auf. Für die­sen An­lass stell­te die Werk­statt Geld be­reit, dass wir eine vol­le Sam­ba Aus­stat­tung für 1000 Euro kau­fen konn­ten – ein sehr güns­ti­ges Angebot!

Für un­se­ren Auf­tritt am 4. Juni 2016 prob­ten wir ein gan­zes Jahr lang. „Hier üb­ten Be­schäf­tig­te und Mit­ar­bei­ter der Werk­statt zu­sam­men – eine schö­ne in­klu­si­ve Trup­pe, die sich da­nach lei­der nicht auf­recht­erhal­ten ließ“, er­in­nert sich Eva.

Dann kam der gro­ße Tag: Wir be­glei­te­ten den Fest­um­zug vom Bahn­hof bis zum Schloss. Ein wun­der­schö­nes Er­leb­nis, das nicht nur ich nie­mals ver­ges­sen werde!Auf dem Fest­um­zug lern­ten wir die Bä­ke­beats ken­nen, eine Sam­ba­grup­pe aus Schmach­ten­ha­gen, mit de­nen ei­ni­ge von uns da­nach im Schloss­park noch eine Run­de mu­si­zier­ten. Mit der In­stru­men­tal­grup­pe üben wir bei schö­nem Wet­ter im Frei­en Sam­ba. Reg­net es, ge­hen wir rein., ma­chen Rhyth­mus-Übun­gen oder Klang­ex­pe­ri­men­te. Gern ar­bei­te­ten wir mit dem Chor zu­sam­men, so am Tag der of­fe­nen Tür oder zum Jo­han­nes­fest. Seit dem Fest­um­zug sind ei­ni­ge von uns im­mer wie­der auch mit den Bä­ke­beats mu­si­ka­lisch un­ter­wegs. Mu­si­zie­ren ver­bin­det eben! Für mich ist es dazu das bes­te Mit­tel, mich künst­le­risch auszudrücken.

Wir brin­gen Men­schen und Din­ge ins Rollen

Wir brin­gen Men­schen und Din­ge ins Rollen

Zu ei­nem ech­ten Hap­pe­ning wur­de der Ak­ti­ons­tag der Ca­ri­tas-Werk­statt für alle Fahr­rad-Fans. Zum Welt­tag des Fahr­rads stand der Mitt­woch, 05.06.2024 in der Haupt­werk­statt ganz im Zei­chen des Fahr­rads. Ob bei ei­nem Si­cher­heits­trai­ning der Ver­kehrs­wacht, ei­nem Fahr­rad­par­cours, Kur­sen zur fach­ge­rech­ten Pfle­ge, Rik­scha­fahr­ten auf dem Ge­län­de oder der po­li­zei­li­chen Fahr­rad-Co­die­rung – über­all wa­ren in­ter­es­sier­te Be­schäf­tig­te und Gäs­te der Werk­statt zu se­hen. Das Fahr­rad ist eben nicht nur ein Fort­be­we­gungs­mit­tel, son­dern auch eine schö­ne Ge­le­gen­heit, Men­schen zusammenzubringen. 

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te. Heu­te: An­ge­li­ka Kopitzke

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te. Heu­te: An­ge­li­ka Kopitzke

In ei­ner lo­sen Se­rie er­in­nern die On­line-Re­por­ter der Ca­ri­tas-Werk­statt an ver­stor­be­ne Be­schäf­tig­te. Hier schreibt Ju­lia Buß­ler über An­ge­li­ka Kopitzke.

Ich blei­be in der Kü­che, bis ich in Ren­te gehe“, sag­te sie in ei­nem Vi­deo. Lei­der ver­starb An­ge­li­ka Kopitz­ke kurz vor ih­rer Ren­te, am 1. Au­gust 2023.

Ob­wohl ihre Mut­ter sie auf dem Jo­han­nes­berg aus­ge­setzt und sie nie eine Fa­mi­lie hat­te, wirk­te An­ge­li­ka im­mer fröh­lich. Spiel­te sie mit ih­rer ABW-Grup­pe (Au­ßen-Be­treu­tes Woh­nen) Mensch är­ge­re dich nicht, wür­fel­te sie sehr oft eine „Pup-Eins“, wie sie das nann­te, wenn das olle Ding bei ih­rem Wurf nur ein Auge zeig­te. „Der Hu­mor ver­ließ sie auch dann nicht“, er­zähl­te uns ei­ner ih­rer ehe­ma­li­gen Mitbewohner.

Wir fan­den es toll, dass sie im­mer so fröh­lich war. Das konn­te ei­nen mit­rei­ßen, auch wenn man selbst grad trau­rig war. An­ge­li­ka hat wirk­lich im­mer gelacht!

Je­den Tag saß sie in der Kü­che auf ih­rem klei­nen Ho­cker und schäl­te Kar­tof­feln. Auf ihn stell­te sie sich drauf, um an Din­ge ran­zu­kom­men, die zu hoch für ihre Reich­wei­te la­gen. Sie wuss­te sich eben zu helfen!

Es heißt, am Ende habe sie kaum noch was ge­ges­sen. Am Tag nach ih­rem Ge­burts­tag schlief sie für im­mer ein. Wir wa­ren scho­ckiert. Noch eben hat­te sie doch noch mit uns ge­lacht – und nun war sie plötz­lich nicht mehr da! Zu ih­rer Be­er­di­gung soll­ten wir nicht in Schwarz kom­men, weil das doch so trau­rig aus­sieht. Wer woll­te, kam trotz­dem in Schwarz oder Weiß, aber auch Lila, Pink – alle Far­ben wa­ren zu sehen.

Ge­fühlt die hal­be Werk­statt war ge­kom­men, dazu vie­le aus den Wohn­be­rei­chen. An­schlie­ßend gab‘s Kaf­fee und Ku­chen – auf An­ge­li­ka, weil sie das so woll­te! Schon fast ein Jahr ist das her – und wir den­ken noch im­mer an un­se­re An­ge­li­ka! In der Can­ti­na am Blu­men­fens­ter steht ihr Bild.

Die rich­ti­ge Be­triebs­tem­pe­ra­tur: Eiskalt!

Die rich­ti­ge Be­triebs­tem­pe­ra­tur: Eiskalt!

Die Ca­ri­tas-Werk­statt be­dankt sich herz­lich bei der Oc­to­pus En­er­gy Ger­ma­ny GmbH, die uns die­ser Tage ei­nen Spen­den­scheck über zwei­tau­send Euro über­reicht hat. Der Geld­wert wird uns in der Can­ti­na am Haupt­stand­ort zu­gu­te kom­men. Hier stat­ten wir die Kühl­häu­ser und Wa­ren­la­ger mit ei­ner di­gi­ta­len Tem­pe­ra­tur­über­wa­chung aus, um über mög­li­che Schwan­kun­gen oder Un­ter­bre­chun­gen der Strom­zu­fuhr ganz un­mit­tel­bar in­for­miert zu sein. Die Ein­hal­tung der Kühl­ket­te ist ein we­sent­li­ches, auch le­bens­mit­tel­recht­li­ches Kri­te­ri­um, de­ren Nach­weis wir auf die­sem Wege automatisieren. 

Für die Ca­ri­tas-Werk­statt an Ball und Trommel

Für die Ca­ri­tas-Werk­statt an Ball und Trommel

Letz­ten Sams­tag rich­te­te un­se­re Ca­ri­tas-Werk­statt den 6. Spiel­tag der Lan­des­li­ga des Bran­den­bur­ger Be­hin­der­ten- und Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­sport­ver­ban­des aus. Im Sta­di­on des FSV Forst Borgs­dorf tra­ten neun Mann­schaf­ten aus ver­schie­de­nen Bran­den­bur­ger Werk­stät­ten ge­gen­ein­an­der an. Vie­le Zu­schau­er wa­ren ge­kom­men, un­ter ih­nen zahl­rei­che fuß­ball­be­geis­ter­te Kin­der. Hel­fen­de Hän­de sorg­ten da­für, dass es Es­sen und Trin­ken für alle gab, da­für vie­len Dank!

Wir wa­ren am Start, um un­ser Team vom St. Jo­han­nes­berg zu un­ter­stüt­zen. Zwei Trom­meln hat­ten wir da­bei, und wir mach­ten or­dent­lich Ra­batz. Un­ser Schlacht­ruf: „Ca­ri­tas vor, noch ein Tor!“

Fuß­ball fas­zi­niert mich schon im­mer, doch war es mein ers­tes Mal live im Sta­di­on. Es mach­te mich glück­lich, zu­sam­men mit den an­de­ren für un­se­re Mann­schaft ein­zu­ste­hen. Na­tür­lich habe ich ei­nen Lieb­lings­spie­ler – wer das ist, ver­ra­te ich nicht.

Mit ei­nem Un­ent­schie­den und ei­ner Nie­der­la­ge star­te­ten wir in die Vor­run­de, aber in der drit­ten Par­tie lie­ßen wir uns den Sieg nicht neh­men! Ich gab or­dent­lich Power an der Trom­mel, da merk­te ich: Ein Ge­gen­spie­ler hat­te ei­nen der Un­se­ren rüde ge­foult. Den fäl­li­gen Frei­stoß ver­län­ger­te un­se­re Mann­schaft ins Tor! Dem­entspre­chend brach un­ser Ju­bel los, eben­so bei ei­nem wun­der­ba­ren Kopf­ball­tor nach ei­nem Eckball.

Wir alle woll­ten zei­gen: Un­se­re Werk­statt ist auch auf dem Fuß­ball­platz ak­tiv. Als Vor­run­den-Zwei­ter er­reich­ten wir das Halb­fi­na­le und be­leg­ten am Ende den 3. Platz. Im Ge­samt-Klas­se­ment ste­hen wir vor dem Ab­schluss­tur­nier auf Rang 4. Mein Fa­zit: Fuß­ball im Sta­di­on ist ein­fach toll!

Neu­es ent­de­cken, Er­fah­run­gen ma­chen, Ge­mein­schaft erleben

Neu­es ent­de­cken, Er­fah­run­gen ma­chen, Ge­mein­schaft erleben

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Mo­ritz Siegert. 

Die Ca­ri­tas-Werk­statt gibt es schon seit mehr als 30 Jah­ren. Sie be­steht der­zeit aus den drei Stand­or­ten Hei­de­ring, Ader­luch und der Hauptwerkstatt.

Auf dem Cam­pus St. Jo­han­nes­berg be­fin­den sich ne­ben der Haupt­werk­statt das Ca­ri­tas-Woh­nen und die Schu­le. Das Jo­sef­haus ist das äl­tes­te Ge­bäu­de hier. In der Schu­le ler­nen Kin­der von der 1. bis zur 10. Klas­se, um an­schlie­ßend in der Werk­statt oder an­ders­wo zu ar­bei­ten. Ei­ni­ge Be­schäf­tig­te le­ben in ei­ner der Wohn­grup­pen. An den drei Stand­or­ten der Ca­ri­tas-Werk­statt ar­bei­ten ins­ge­samt über 500 Menschen.

In ei­nem Fort­bil­dungs­pro­gramm kön­nen wir alle Neu­es ent­de­cken, auf Ge­bie­ten wie Mu­sik, Kunst, Sport, Selbst­ver­tei­di­gung so­wie vie­les mehr. Un­ter­stützt wird die Werk­statt vom DRK, de­ren Fahr­dienst man­che von uns ab­holt und wie­der nach Hau­se bringt. An­de­re kom­men mit Bus, Bahn oder ih­rem Fahrrad.

In je­dem Jahr gibt es öf­fent­li­che Ver­an­stal­tun­gen wie das Jo­han­nes­fest oder den Tag der of­fe­nen Tür, um das, was wir hier voll­brin­gen, mit Be­su­chern und un­se­ren Fa­mi­li­en zu tei­len. In über 30 Jah­ren brach­te die Werk­statt vie­le be­son­de­re Men­schen her­vor, die hier ihre Ta­len­te zeig­ten und ent­fal­te­ten. Ei­ni­ge ar­bei­te­ten hier bis zu ih­rem Le­bens­en­de. Ih­nen fol­gen wei­te­re Ge­ne­ra­tio­nen von Werkstattbeschäftigten.

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te. Heu­te: Tors­ten Ulack

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te. Heu­te: Tors­ten Ulack

Auf den Tag ge­nau vor zwei Jah­ren starb Tors­ten Ulack kurz nach dem Fei­er­abend in der Ca­ri­tas-Werk­statt. An­lass ge­nug, heu­te be­son­ders an ihn zu den­ken. Ei­ni­ge Be­schäf­tig­te aus sei­nem frü­he­ren Ar­beits­be­reich tra­fen sich dazu am Ort der Er­in­ne­rung an der Ste­le mit sei­nem Na­men für ein ge­mein­sa­mes Ge­den­ken. Tors­ten, al­ter See­mann, Du bleibst ei­ner von uns!

Werk­statt heißt: Er­lern­tes in die Pra­xis umsetzen

Werk­statt heißt: Er­lern­tes in die Pra­xis umsetzen

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Ja­ni­ne Gerlach. 

Als mir mei­ne Be­treue­rin die Ca­ri­tas-Werk­statt emp­fahl, war ich erst­mal skep­tisch. Sie gab mir eine Bro­schü­re. Die fand ich ganz in­ter­es­sant und ent­schied: „Das gu­cke ich mir mal an!“

Ge­mein­sam be­sich­tig­ten wir die Werk­statt, dann schnup­per­te ich je­weils ei­nen Mo­nat in die drei Ab­tei­lun­gen des Be­rufs­bil­dungs­be­reichs rein: Rad & Tat, Grün-Team so­wie Gas­tro­no­mie & Ser­vice. Mir war klar: Ich will zu Rad & Tat, in die Fahrradwerkstatt!

Zu­erst pas­sier­te mir man­ches Miss­ge­schick. So ging mir beim Durch­tren­nen ei­nes Bow­den­zugs die Zan­ge ka­putt, aber aus Feh­lern lernt man! Mitt­ler­wei­le weiß ich, wie man ein Fahr­rad ver­nünf­tig re­pa­riert, de­mon­tiert oder auf­baut. Ha­ben wir eins fer­tig, ma­chen wir eine Pro­be­fahrt. Fällt uns da­bei was auf, sa­gen wir ei­nem Grup­pen­lei­ter Bescheid.

Durch mei­ne in der Fahr­rad­werk­statt ge­sam­mel­ten Er­fah­run­gen bin ich in der Lage, für mei­ne Fa­mi­lie Schläu­che aus­zu­tau­schen, Brem­sen ein­zu­stel­len und der­glei­chen mehr. Eine rich­tig ein­ge­stell­te Brem­se kann Le­ben ret­ten! Ich fin­de, mei­ne Grup­pen­lei­ter kön­nen stolz auf mich sein.

In der Ca­ri­tas-Werk­statt lern­te ich vie­le Men­schen ken­nen. Ei­ni­ge sind mir in­zwi­schen sehr wich­tig, auch mei­nen Part­ner fand ich hier. Nach den zwei Jah­ren im Be­rufs­bil­dungs­be­reich wechs­le ich in den Ar­beits­be­reich, na­tür­lich zu Rad & Tat!