13. Mai 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter war aufmerksam
Während unseres letzten Online-Reporter-Treffens passierte es: Plötzlich ertönte draußen auf dem Flur eine laute Sirene. Ich reagierte sofort und sagte zu unserem Assistenten Frank: „Wir müssen nach draußen gehen!“
„Und wir müssen die Fenster zu machen!“, fügte Moni hinzu.
Alle benutzten die Treppe und nicht den Fahrstuhl. Der könnte nämlich im Brandfall steckenbleiben.
Der gesamte Standort sammelte sich draußen auf zwei Stellplätzen. Einer ist vorne, auf dem Parkplatz bei der Montage. Die Demontage sammelt sich hinten am Pavillon, wo sich der andere Parkplatz befindet.
Eine Reporter-Kollegin bemerkte, es wäre noch etwas übersichtlicher, wenn sich die Beschäftigten und Fachkräfte jeweils in Zweierreihen aufstellen würden. Aber alle wussten, was sie zu tun hatten und wo sie hinmüssen. Auch im Brandfall wäre unser Standort sicher evakuiert gewesen.
11. Mai 2026 | Logbuch |
Martina und Kristin vom Shuttle-Team über die Schulter geschaut
„Wer von euch fährt mich heute?“, fragt uns nahezu täglich eine Kollegin. Das ist nicht immer gleich zu bewantworten.
Neulich holten wir in Bernau einen Ersatzwagen ab, denn unser Elektro-Opel ist gerade in der Werkstatt. Nun haben wir für zwei Wochen einen „Neuen“. Der kommt deutlich geräuschvoller daher, und wir müssen ihn betanken – mit Diesel, nicht mit Benzin, bitte merken! Vergeblich tippen wir auf jenen Platz im Cockpit, an dem sich bei unserem Opel der Türöffner befindet. Dafür wartet der Leihwagen mit einer elektrischen Heckklappe auf.
Als wir losdüsten, ihn abzuholen, hatten wir noch nicht abgestimmt, wer von uns welche der anstehenden Touren übernimmt. Auf der Rückfahrt trafen wir unseren Fahrerkollegen Steve auf seiner Tour. Wir hielten nebeneinander und besprachen uns von Auto zu Auto: „Sollen wir die Postrunde erledigen?“
„Das wäre cool, ich hab‘ gerade die Wäsche geholt.“
„Ok, dann kümmern wir uns um die Post, und du holst Du Frank vom Bahnhof ab.“
Wie besprochen, so gemacht! Das Ganze ist typisch für unsere Arbeit. Unseren Tourenplan halten wir stets ein, aber bei der Umsetzung müssen wir flexibel sein. Die Antwort auf die oben gestellte Frage lautet also Tag für Tag: „Wer dich fährt? Wir, das Shuttle-Team!“
6. Mai 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Ina Krause berichtet live von einem alljährlichen besonderen Ereignis am Aderluch
Heute, am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, findet unser Sportfest statt, welches bei uns den Namen Aderlympics trägt. Der Regen kann uns nichts, und wir üben uns in vielen Sportarten, zum Beispiel Tischtennis-Ball. Eier-Slalom-Lauf, Kegeln, Dosenwerfen und vieles mehr.
Und zum Mittag wird gegrillt, also: Es gibt heute jede Menge Spaß, und jeder gibt sein Bestes, großartige Stimmung bei uns am Aderluch!
4. Mai 2026 | Logbuch |
Marcel Teichmann erzählt, aufgeschrieben von den Online-Reportern vom Heidering:
Vieles in unserem Betriebsablauf am neuen Werkstatt-Standort war ungewohnt. Jeder musste seinen Platz hier erstmal finden. Wir hatten noch kein Auto vor Ort, also transportierten wir zunächst alles in privaten Fahrzeugen. Gemeinsam pusteten wir den sprichwörtlichen Sand aus dem Getriebe, in guter Zusammenarbeit ruckelte sich auch hierbei alles zusammen.
Wie zuvor am Heidering herrschte auch am Aderluch ständig Bewegung. Je nach Auftrag oder Beschäftigtenzuwachs stellten wir Wände um oder montierten Insektengitter vor die Fenster wie zum Beispiel für die Röhrchen-Abteilung, welche bis zum Ende jenes Auftrags ebenfalls an den Aderluch zog. Kaum war eine Wand weg, mussten wir sie auch schon wieder am neuen Ort aufstellen.
Ein Novum bestand darin, dass bei B.PLUS Förderbereichs- und Arbeitsbeschäftigte zusammenkommen. Das war unsere bewusste Entscheidung, von der beide Seiten profitieren. Die Beschäftigten aus dem Arbeitsbereich erhöhen ihre soziale Kompetenz, indem sie ihren Förderbereichs-Kollegen helfend beiseitestehen. Diese hingegen wachsen oftmals über sich hinaus, um ihre Selbständigkeit zu beweisen und zu stärken. Somit profitieren am Ende alle aneinander. Die Idee zu dieser Durchmischung kam uns bereits zuvor in der Hauptwerkstatt. Nun eröffnete sich am neuen Standort die Chance, sie zu verwirklichen!
Die Beschäftigtenzahl wuchs und wuchs, sodass unten bald kein Platz mehr für Fachdienst und Standortleitung blieb. Wo sollten wir hin? Als wir den Vermieter darauf ansprachen, ließ er uns wissen: „Im Nachbaraufgang ist eine Zweiraumwohnung frei!“ So zogen Fachdienst und Produktionsleitung 2021 hinauf in den 1. Stock, wo wir bis heute sitzen.
Gleichzeitig übernahmen wir die Gewerbefläche der Pizzeria, um B.PLUS zu erweitern. Das Equipment integrierten wir in die Cantina der Hauptwerkstatt. Dort ist nunmehr jeden Donnerstag Pizzatag!
Anfangs verzeichneten wir am Aderluch eine enorme Fluktuation. Doch wer heute hier arbeitet, will nicht mehr weg, vor Ort herrscht eine hohe Zufriedenheit und Standortverbundenheit. Mitarbeitende wie Beschäftigte machen den Aderluch zu einem bunten, vielseitigen, zu einem großartigen Ort, den man nebenbei auch Arbeitsplatz nennt. Ich selbst bin längst ein überzeugter Aderlucher!
29. April 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Marco Rasch nimmt uns in seinem ersten Artikel in den Kerzenbereich mit
Das Prinzip, nach dem wir arbeiten, ist denkbar einfach, es heißt: Aus Alt mach Neu! Kunden stellen uns alte Kerzenreste in Tonnen an unterschiedlichen Sammelstellen bereit wie zum Beispiel in Oranienburg im Weltladen oder in Berlin Kreuzberger Gemeinden. In unser Betriebsauto passen maximal zwei Tonnen, deren Inhalt wir erst einmal sortieren.
Dazu stellen wir mehrere Kisten auf den Tisch, eine Blaue für Ausschuss und Rote für Material, welches wir als gut befinden. Die Kerzen aus der roten Kiste reinigen wir. Jede einzelne wird gesäubert, sprich: Wir entfernen die äußere Farb- oder Schmutzschicht und entnehmen ihr den Docht.
Das Wachs schmelzen wir im heißen Wasserbad. Aus einem großen Topf geben wir das flüssige Wachs je nach Farbe in kleine Gießgefäße. Unter Aufsicht eines Betreuers gießen wir es in die verschiedenen Formen. Diese versahen wir zuvor je nach Größe mit einem auf die entsprechende Länge zugeschnittenen Docht. Nun füllen wir die Behälter entsprechend Kundenwunsch mit der oder den entsprechenden Farben auf – und fertig sind unsere nigelnagelneuen Kerzen! Zu Ostern zum Beispiel gestalteten wir diese richtig schön bunt, vor allem in Gelb und Grün, passend zum Frühling!
27. April 2026 | Logbuch |
Erzählt von Marcel Teichmann, aufgeschrieben von den Online-Reportern vom Heidering:
Der ehemalige Aldi-Markt am Aderluch glich im Grunde einer leeren Turnhalle. Die Räumlichkeiten eines Blumenladens sowie einer Schlecker- und Bäckerei-Filiale, die wir ebenfalls angemietet hatten, waren nicht mit der „Turnhalle“ verbunden. Die für uns notwendigen Verbindungen mussten wir neu schaffen. Das bedeutete tagelange Sägearbeiten gewaltigen Ausmaßes. Riesige Sägeblätter fraßen sich in die Wände – eine mächtige Sauerei inklusive jeder Menge Lärm. Die von uns vorab informierten Mieter besänftigten wir mit diversen Geschenken und Aufmerksamkeiten.
Die Arbeitsräume brauchen Tageslicht, die Sanitärbereiche samt Umkleiden kamen nach innen. Dazu positionierten wir in der Halle Trockenbauwände, aber wo lagen die Wasser- und anderen Versorgungsleitungen? Gemeinsam wälzten wir alte Baupläne, jede Woche gabs eine Baubegehung mit Herrn Hoberg, dem Stellvertreter von Herrn Lau.
Den Ausbau realisierten wir, wie zuvor am Heidering, viel in Eigenleistung. Norbert Keppe war wieder mit dabei, dazu zahlreiche Beschäftigte und Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen. Wir guckten dabei nicht auf die Uhr, rissen viel heraus, bauten eine Menge um und zurück. Neueinbauten ließen wir durch Fachfirmen vornehmen, ebenso die Installation der Elektrik und Sanitäreinrichtungen.
Die von uns entkleideten Hallenwände gefielen uns. Wir wollten den Industrie-Charme dieses Ortes erhalten, allerdings mussten wir einiges für die Schallisolierung tun. Eveline Berg richtete die Küche ein, das hieß: Vom kleinen Löffeln bis zu Herd, Spüle und diversen Küchenmaschinen und Geräten alles neu bestellen und positionieren.
Acht Monate dauerte der Bau. Bereits im Juni 2016 zog der Bereich B.PLUS hierher. Mit dem Umzug machten wir mehrere neue Gruppen auf, etliche neue Beschäftigte kamen hinzu. Außerdem zog die von mir geleitete Werbetechnik vom Heidering an den Aderluch.
Die offizielle Eröffnungsfeier folgte am 10. November 2016. Dazu luden wir die Mieter des Hauses ein, um gemeinsam den Start zu feiern und uns als neuen Teil der Umgebung vorzustellen. Stilecht bewirtet aus der Pizzeria, die damals ebenfalls noch zum Objekt gehörte. Diese Pizzeria sollte später für uns als Caritas-Werkstatt noch eine besondere Bedeutung bekommen. Doch das ist eine andere Geschichte.
23. April 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter ist wieder als Werbeträger unterwegs
Ich fertigte mir einen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift: Caritas Werkstatt / Alles, außer gewöhnlich / Ich freu mich auf Montag und hängte ihn an meinen Rucksack.
Als ich damit in Berlin unterwegs war, musste ich mit dem Schienenersatzverkehr fahren. An der Bushaltestelle Landsberger Allee/Ringstraße fiel mein Schlüsselanhänger mit unseren Slogans drei jungen Leuten auf. „Ich freu mich nicht auf Montag!“, sagte eine von ihnen, bevor alle einstiegen.
„Wie reagiere ich jetzt?“, fragte ich mich im Bus, „soll ich was sagen?“
Ich fasste mir ein Herz, ging vor zu den drei Jugendlichen und sprach sie an: „Ich arbeite in der Caritas-Werkstatt Oranienburg, am Heidering. Dieser Spruch steht an unserer Tür. Wie gefällt er euch?“
„Er gefällt mir gut, passt aber nicht so ganz“, erwiderte einer, und wir kamen ins Gespräch. Ich verriet den Dreien, warum ich mich auf Montag freue: „Da darf ich in die Werkstatt gehen, habe meine Kollegen um mich. Die Arbeit in der Werbetechnik ist interessant, und ich gehe zu den Online-Reportern!“ Es machte mir Spaß, über meine Arbeit in der Caritas-Werkstatt zu erzählen. Beim Ausstieg an der Marzahner Promenade verabschiedeten wir uns voneinander. Unser Gespräch tat mir gut!
20. April 2026 | Logbuch |
Marcel Teichmann erzählt, aufgeschrieben von den Online-Reportern vom Heidering:
Nun also hatten wir den Mietsvertrag für unsere neue Außenstelle unterschrieben, um hier die Abteilung Bohrer-Vorfertigung unterzubringen. Mitten in der Bauphase ließ uns unser Kooperationspartner wissen: „Wir verlegen unsere Bohrer-Produktion an einen neuen Standort. Sorry, aber wir können euch nicht mehr mit Bohrern versorgen.“ Gerade hatten wir uns für mindestens zehn Jahre am Aderluch eingemietet – und jetzt das!
Schockstarre war keine Option. Schnell sagten wir uns: Die Arbeitsräume befinden sich zu ebener Erde, sind barrierefrei – hier geht unser integrierter Förderbereich B.PLUS hin! Dieser befand sich bis dahin in der Hauptwerkstatt, wo heute die Holzwerkstatt untergebracht ist. Er bestand bislang nur aus drei Gruppen, geleitet von Silke Trojan, Tobias Ottlewski sowie Konrad Fait – und wuchs ebenfalls rasant. Am Aderluch gab es genug Platz, B.PLUS nach unseren Vorstellungen umzugestalten und zu erweitern.
Im Gebäude befinden sich, neben den verschiedenen Gewerben, auch drei Aufgänge mit Wohnungen. Nach dem Auszug des Aldi-Markts hatten die Mieter die Ruhe dieses Ortes wie die riesige freie Parkfläche vor dem Gebäude genossen – und nun kamen wir: Zunächst jede Menge Baulärm, alsdann viele Beschäftigte und Mitarbeiter, knallende Türen, an- und abfahrende Fahrzeuge – kurzum, ein reges Treiben!
Von Beginn an arrangierten wir uns miteinander. Wir luden die Hausbewohner zu Baubegehungen ein, und bis heute tragen Beschäftigte die Einkäufe einiger Mieter die Treppen rauf. Es ruckelte sich zusammen, von Anfang an achteten wir aufeinander. Das entkräftete einige Vorbehalte uns gegenüber.
16. April 2026 | Logbuch |
Alonzo Münn berichtet über seine Arbeit im Bereich B.PLUS der Caritas-Werkstatt
13.04.2026
Heute montierten wir Winkelbuchsen zusammen. Das ist ein neuer Auftrag, die Buchsen werden am Ende in Autos eingebaut. In der Pause schauten wir uns mein erstes Vlog an. Ich nahm es auf, als ich im Urlaub zusammen mit meiner Familie bei Starlight Express in Bochum war. Eine Übung, zukünftig will ich als Online-Reporter auch für die Werkstatt Vlogs produzieren.
14.04.2026
Heute hörten wir zusammen mit Melanies Gruppe meine Musik, natürlich Starlight Express! In Bochum kaufte ich mir, wie man hier sieht, außerdem eine Cap, zwei Beutel, ein Schreib-Set sowie ein T‑Shirt. Bei dieser Musik ging uns die Arbeit gleich nochmal so gut von der Hand. Hoch motiviert verteilte ich die zu montierenden Einzelteile. Ich machte die Box extrem voll und bereitete am Ende alles für morgen vor. Da geht’s weiter mit der Winkelbuchsen-Montage!
15. April 2026 | Logbuch |
Vanessa Verderber unternahm mit ihrem Reporter-Kollegen Konstantin einen Abstecher aufs Land
Letztens wechselte ich für ein paar Tage rüber in den Förderbereich zu Doreen Witt und Virginia Rochow. Zusammen mit Beschäftigten aus ihren beiden Gruppen war ich letztens in Germendorf, Virginia hat dort eine Koppel mit vier Pferden und bietet einmal in der Woche Beschäftigten aus dem Förderbereich unserer Werkstatt an, dort ein paar Stunden mit den Tieren zu verbringen.
Ich fuhr zusammen mit Virginia sowie Leonie und Kevin aus dem Förderbereich. Konstantin kam zusammen mit seiner Einzelfallhelferin Christina nach. Sie überraschte uns mit Croissants, so frühstückten wir vor Ort erst einmal gemütlich. Dann legte Kontantin los, Pferdeäpfel von der Koppel zu lesen. Ich machte spontan mit beim „Abäppeln“, wie wir das nennen. Nicht lange, da löste mich Virginia ab. Hatte sie doch gesehen, dass ich ein wenig mit den Pferden kuschelte, was diesen merklich gefiel. Das Pony durften wir sogar führen. Bevor es zurückging, fütterten wir alle vier Pferde. Virginia hat ihnen beigebracht, dass jedes seinen Stammplatz und seine eigene Schüssel hat.
Der Aufenthalt dort draußen wirkte angenehm beruhigend auf mich. Mit Pferden zu kuscheln und zu arbeiten, tat mir sehr gut. Unser Dank an alle, die uns Werkstatt-Beschäftigten dieses ganz besondere Angebot ermöglichen.
13. April 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter hält sich fit
Ich wohne im Ambulant Betreuten Wohnen auf dem Gelände des St. Johannesbergs. Anja Oldenburg bietet bei uns einen Sportkurs an und fragte mich, ob ich mitmachen möchte. Ich wollte nicht. „Sport ist Mord!“, lautete meine Devise.
„Es täte dir aber gut!“, erwiderte sie darauf, „zeig mir doch mal eine Übung!“
Ich wählte Rumpfbeugen im Stehen – und kam mit den Händen nur bis zu den Knien.
„Dann mach mal mit!“, riet mir Anja.
Das tat ich. Wir begannen mit Dehnungsübungen. Jeder sagte an, welche Übung er machen möchte und alle machten mit. Jeder so gut, wie er kann. Anschließend zeigte Anja ein Yoga-Plakat, auf dem viele Übungen zu sehen waren, darunter Umkehrstellungen, Rückbeugen, Vorwärtsbeugen, Dehnungs- oder Gleichgewichtsübungen. Von ihnen wählten wir einige aus. Zum Schluss kommt ein Abschlusslied, zu dem wir tanzen: der Körperteil-Blues.
Inzwischen bin ich froh, dass ich mitmische. Bei den Rumpfbeugen komme ich jetzt ein ganzes Stück weiter runter. Auch zwei Werkstatt-Beschäftigte, die nicht hier auf dem Gelände wohnen, nutzen Anjas Angebot. Hast Du auch Lust? Komm einfach vorbei! Jeden Mittwoch treffen wir uns von 16.00 bis 17.00 Uhr im Haus Luise.
9. April 2026 | Logbuch |
Michaela Senf erinnert sich an eine für sie ganz besondere Werkstatt-Abteilung:
Als ich um das Jahr 2009 in die Abteilung Bohrer-Vorfertigung kam, machte es mir dort von Anfang an großen Spaß. Mit meinen Gruppenleitern Carsten und Bernd kam ich sehr gut zurecht. Bernd lernte mich an, und die Arbeit ging mir gut von der Hand. Zigtausende Bohrer habe ich sortiert, darunter kleine, große, dicke und dünne. Sie alle kamen in schwere Eisenkisten, die du nicht anheben konntest.
Als wir einmal bei der Kaffeepause zusammensaßen, kam Bernd zu uns und fragte: „Kann mir jemand helfen?“ Da meldete ich mich, was war passiert? Die ganzen Bohrer lagen auf der Erde, weil eine andere Gruppenleiterin aus Versehen ein Legebrett umgekippt hatte. Leider lebt sie mittlerweile nicht mehr. Ich vermisse sie sehr.
Zum Tag der offenen Tür schlenderten die Leute durch die Hallen, guckten und fragten, was das alles für Bohrer sind. Da sagte Bernd zu mir: „Michaela, erzähle den Gästen doch mal, was wir hier so machen.“ Hinterher ließ er mich wissen: „Das hast du sehr gut gemacht!“
Sechs Jahre lang war ich bei den Bohrern. Ich mochte die Arbeit und auch meine Kollegen hier sehr gern. Besonders Joachim hatte ich ins Herz geschlossen. Er war für mich wie ein großer Bruder, den ich nie hatte. Leider starb er viel zu früh. Als ich das hörte, musste ich weinen.
Leider wurde die Gruppe aufgelöst, weil die Bohrer-Firma wegzog. Als uns die Gruppenleiter das erzählten, sagte ich: „Bernd, das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Doch, Michaela, es ist leider so.“
„Bitte, fahr nicht weg!“, rief ich dem letzten LKW mit den Bohrern hinterher, doch er fuhr. Ich war am Ende.
Bis heute vermisse ich es, wie wir hier zusammenarbeiteten. Wir haben viel gelacht. Carsten machte manchmal AC/DC an, das war toll! Wir verstanden uns richtig gut, meine Erinnerungen an diese Zeit bleiben für immer bei mir. Für mich war die Bohrer-Gruppe wie ein zweites Zuhause.