9. April 2026 | Logbuch |
Michaela Senf erinnert sich an eine für sie ganz besondere Werkstatt-Abteilung:
Als ich um das Jahr 2009 in die Abteilung Bohrer-Vorfertigung kam, machte es mir dort von Anfang an großen Spaß. Mit meinen Gruppenleitern Carsten und Bernd kam ich sehr gut zurecht. Bernd lernte mich an, und die Arbeit ging mir gut von der Hand. Zigtausende Bohrer habe ich sortiert, darunter kleine, große, dicke und dünne. Sie alle kamen in schwere Eisenkisten, die du nicht anheben konntest.
Als wir einmal bei der Kaffeepause zusammensaßen, kam Bernd zu uns und fragte: „Kann mir jemand helfen?“ Da meldete ich mich, was war passiert? Die ganzen Bohrer lagen auf der Erde, weil eine andere Gruppenleiterin aus Versehen ein Legebrett umgekippt hatte. Leider lebt sie mittlerweile nicht mehr. Ich vermisse sie sehr.
Zum Tag der offenen Tür schlenderten die Leute durch die Hallen, guckten und fragten, was das alles für Bohrer sind. Da sagte Bernd zu mir: „Michaela, erzähle den Gästen doch mal, was wir hier so machen.“ Hinterher ließ er mich wissen: „Das hast du sehr gut gemacht!“
Sechs Jahre lang war ich bei den Bohrern. Ich mochte die Arbeit und auch meine Kollegen hier sehr gern. Besonders Joachim hatte ich ins Herz geschlossen. Er war für mich wie ein großer Bruder, den ich nie hatte. Leider starb er viel zu früh. Als ich das hörte, musste ich weinen.
Leider wurde die Gruppe aufgelöst, weil die Bohrer-Firma wegzog. Als uns die Gruppenleiter das erzählten, sagte ich: „Bernd, das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Doch, Michaela, es ist leider so.“
„Bitte, fahr nicht weg!“, rief ich dem letzten LKW mit den Bohrern hinterher, doch er fuhr. Ich war am Ende.
Bis heute vermisse ich es, wie wir hier zusammenarbeiteten. Wir haben viel gelacht. Carsten machte manchmal AC/DC an, das war toll! Wir verstanden uns richtig gut, meine Erinnerungen an diese Zeit bleiben für immer bei mir. Für mich war die Bohrer-Gruppe wie ein zweites Zuhause.
8. April 2026 | Logbuch |
Die Online-Reporterinnen & Reporter vom Heidering ließen sich von Marcel Teichmann von der Geschichte jenes Werkstatt-Standorts erzählen, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum begeht:
Ein paar Jahre nach der Eröffnung des Heiderings suchten wir einen dritten Werkstatt-Standort. Den Hauptgrund dafür lieferte ein laufender Auftrag: Für einen Kooperationspartner konfektionierten wir seit Jahren in immer größerem Umfang Bohrer. Unter der Leitung von Bernd Kretzschmar und Carsten Beyer arbeiteten mehrere Gruppen in der Hauptwerkstatt. Wir brauchten weitere Räume und suchten einen Ort, an dem wir die Bohrer-Vorfertigung unterbringen konnten. Das neue Objekt sollte gut erreichbar sein und möglichst auf der Tangente zwischen Heidering und Hauptwerkstatt liegen.
Wir schauten uns verschiedene Standorte an, zum Beispiel die alte Brauerei in der André-Pican-Straße, schräg rüber vom „Turm“. Deren Räume erschienen uns jedoch nicht geeignet, weil in den Fugen strahlendes Material aus den Heinkel-Werken verbaut wurde. Dieses faktische Risiko wollten wir keinem Mitarbeitenden oder Beschäftigten zumuten.
André Kerkow fuhr auf seinem Weg zur Arbeit täglich am Aderluch vorbei und sah: Die Räume des ehemaligen Aldi-Markts, die wir schon einmal ins Auge gefasst hatten, standen nach wie vor leer! Das Objekt lag verkehrstechnisch günstig, der Bus hält direkt vor der Tür. Auch mit dem LKW könnten wir hier gut ranfahren – und es bot genügend Platz für unsere Bohrer-Vorfertigung!
Wir kontaktierten die Hausverwaltung in Berlin – und siehe da, die Räumlichkeiten waren noch zu haben! 2015 schlossen wir den Mietvertrag für unsere neue Zweigwerkstatt ab. Die Bau-Planung machten wir zusammen mit dem Architekten Christoph Seifert. Er hatte bereits den Heidering konzipiert. Jetzt ging er daran, den Aderluch nach unseren Bedürfnissen umzugestalten.
So also konnte unsere Bohrer-Vorfertigung in vergrößerter Form an den neuen Standort ziehen. Bernd Kretschmar, der inzwischen den Spitznamen „Bohrer-Bernd“ trug und Carsten Beyer sollten den Bereich weiterhin leiten. Ein Gabelstapler, der die schweren Bohrerkisten stemmen konnte, war bereits bestellt – und doch sollte niemals auch nur ein einziger Bohrer den Aderluch „sehen“ …
2. April 2026 | Logbuch |
Kristin Jung und Martina Harnischmacher tankten Selbstbewusstsein auf dem Osterbasar
Am Tag der offenen Tür am 26. März 2026 gab es Führungen durch die verschiedenen Werkstattbereiche, einen Kuchenbasar, Chor und Instrumentalgruppe sangen und trommelten. Außerdem erwartete der Osterbasar mit vielen Verkaufsständen seine Besucher. Werkstattbereiche boten ihre Erzeugnisse an, aber auch wir Beschäftigten durften hier unsere Kreativität zeigen. Ich (Kristin) gab den Anstoß, und als ich Martina davon erzählte, war klar: Da machen wir mit!
Wir bastelten Osterkränze und Osternester im Glas-Ei. Dazu bot ich einen ausgehöhlten, mit Naturmaterialien geschmückten Baumstumpf sowie Teelichthalter aus Gasbeton in Herz- oder Kleeblattform an. Martina hatte selbstgestaltete Bilder auf Leinwand mit Strukturpaste und Acrylfarben sowie aus Styropor, Wolle und Filz gefertigte Schafe in verschiedenen Größen im Angebot.
Die Werkstatt stellte uns zwei Tische bereit, auf denen wir unsere Werke präsentieren konnten – und los! Das Interesse der Besucherinnen und Besucher war super. Fast alle unsere Schätze fanden ein neues Zuhause, wir bekamen sogar den einen oder anderen Folgeauftrag. Außerdem freuten wir uns über den Besuch unseres Reporterkollegen Michael Benter, der das Foto von uns machte. Danke, lieber Micha!
Ein herzliches Dankeschön auch an die Caritas-Werkstatt, dass wir unter ihrem Dach unsere selbstgestalteten kreativen Artikel ausstellen und zum Verkauf anbieten konnten. Der Erfolg stärkte unser Selbstbewusstsein – was einer der Gründe ist, dass wir so gern hier arbeiten. Nun wünschen wir Dir und Euch allen ein fröhliches Osterfest!
1. April 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Jalin Rosinska über einen wichtigen Nebeneffekt des Werkstattlebens:
Seit mehreren Jahren habe ich Thrombozytopenie. Das ist eine seltene Blutkrankheit, die jeder von uns bekommen kann. Regelmäßig gucke ich nach, ob auf meiner Haut etwas zu sehen ist. Ein Kratzer, plötzlich auftauchende blaue Flecke – die kleinste Verletzung oder Auffälligkeit kann große Gefahr bedeuten, zum Beispiel eine innere Blutung.
Davon lasse ich mich jedoch nicht kleinkriegen – und lebe so gut und intensiv, wie ich kann. Meine Erkrankung hält mich auch nicht davon ab, täglich in die Werkstatt zu gehen und hier immer wieder etwas Neues auszuprobieren.
In die Werkstatt komme ich allerdings nicht nur, um zu arbeiten. Der Austausch mit den anderen Beschäftigten ist mir mindestens ebenso wichtig. So erzählte mir neulich eine Kollegin, dass ihre Kaninchendame schwanger geworden war und nun mehrere Babys hat. Ich mag Tiere sehr, und die Kollegin kann die Babys nicht auf Dauer bei sich behalten. Geht alles gut, wohnt eines der Kleinen ab dem Sommer bei mir. Auch das gehört für mich zum Werkstattleben.
30. März 2026 | Logbuch |
Wir, die Gruppe der Montage am Heidering Faktor C möchten uns bedanken
Durch ihre fachlich kompetente, offene, zugängliche und freundliche Art ließen sie an so manchem grauen Tag die Sonne für uns scheinen. Einige Beschäftigte kannten Melissa und Jeffrey schon aus anderen Bereichen. Daher war die Freude groß, als die beiden zum Heidering kamen und sie ihnen hier wieder begegneten.
Beide „sahen“ uns mit offenen Augen und Ohren, nahmen unsere Sorgen und Probleme ernst und wahr – und halfen uns, sie zu lösen.
Wir wünschen Melissa und Jeffrey in ihrem persönlichen Leben sowie bei ihren neuen Tätigkeiten genauso viel Engagement, Freude und Erfolg. Vielen Dank im Namen unserer Gruppe für die schöne Zeit mit Euch!
26. März 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Alonzo Münn berichtet live von seinem Stand beim Osterbasar
Auf unserem Osterbasar am Tag der offenen Tür unserer Caritas-Werkstatt habe ich heute fleißig Kaminanzünder, Kerzen und Beton-Kerzen aus unserer Produktion verkauft. Jetzt gibt es noch etwas Musik – ein toller Tag!
25. März 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Konstantin Reinhardt und Ghostwriterin Christina stellen DAS Frühlings-Produkt unseres Förderbereichs vor
„Was habt ihr denn da, ist das ein Stein?“, fragte mich neulich Reporter-Kollegin Jule.
„Nein, das ist eine Samenbombe!“, erwiderte meine Einzelfallhelferin Christina.
„Was issn das?“
„Ein Ton-Erde-Gemisch mit Samen drin. Wenn Du das in die Erde legst, sprießt es los, hoffen wir zumindest.“
Mohn, Kornblume, Sonnenblume, Wicke und viele Andere sind dabei – alles Insekten-freundliche Pflanzen. Die meisten sind Licht-Keimer, die kein Einpflanzen in die Erde benötigen. Die Idee dazu kam von Frau Rochow und Frau Witt.
„Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt!“, ließ uns Reporter-Kollegin Manu wissen, „aber am Namen müssen wir noch feilen, Bomben sind nicht gut!“
Ich nahm die Ideen aus unserer „Denkfabrik Online-Reporter“ in meine Gruppe im FBB mit. Frau Rochow und Frau Witt freuten sich darüber, und so liest Du jetzt diesen Artikel über unsere Blumen-Eier. Du siehst, am Namen haben wir gefeilt.
Und so geht’s: Wir mischen gesiebte Erde, Tonpulver und Wasser, geben die Samen hinein und formen Eier daraus. Nach dem Trocknen machen wir die Blumen-Eier bunt, nach einem Geheimrezept!
Wir bieten sie in Herzform oder als Blumen-Eier im 6er Pack an. Die Eierkartons malten wir in der Gruppe bunt an. Jede Tüte für die Herzen verschönerte Reporter-Kollegin Vanessa von Hand mit einem süßen Osterhasen. Für den Verkauf beklebte ich einen Osterkorb bunt.
Apropos: Wir verkaufen unsere Blumen-Eier auf dem Osterbasar der Caritas-Werkstatt am 26. März.
23. März 2026 | Logbuch |
Unsere Werkstatt auf der internationalen Bühne
Vom 1. bis 13. März fand in Amsterdam mit der Intertraffic die Fachmesse für Mobilität und Verkehrstechnik statt. Zu den Ausstellern gehörte unser Kooperationspartner ORAFOL. Mit dabei auch deren in unserem Hause gefertigte Farbfächer – somit war auch die Caritas-Werkstatt St. Johannesberg in Amsterdam dabei.
19. März 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Michaela Senf interviewt Erik Egler
Mein Cantina- und Reporter-Kollege Erik hat schon so manches Interview geführt. Heute drehe ich den Spieß mal um und interviewe ihn:
Lieber Erik, wo hast Du vor der Caritas gearbeitet?
Unter anderem arbeitete ich auf dem Gnadenhof für Wildtiere in Wensickendorf oder im Berufsbildungswerk Oberlin in Potsdam. Ich weiß noch, dass wir dort zusammen kochten, allerdings nicht zum Verkauf, sondern nur für uns.
Was habt ihr denn da so gekocht?
Wir holten uns Rezepte aus dem Internet und kochten sie nach, zum Beispiel Suppen oder Nudelgerichte.
Wie hast Du von der Caritas-Werkstatt erfahren?
Bei Oberlin in Potsdam empfahlen sie mir die Werkstatt, und so probierte ich es aus. Seitdem bin ich hier.
Und wo gefällt es Dir besser?
In der Werkstatt, am Aderluch.
Was macht Dir beim Kochen am meisten Spaß?
Ich mag es, neue Rezepte auszuprobieren. Hätte ich genug Zeit, würde ich so viele Rezepte aus dem Internet ziehen, dass der Rechner langsam wird. Rezepte gebrauche ich dazu, mich zu orientieren. Ich fühle mich dann sicherer. Wenn es im Raum verbrannt riecht, sollte man das Rezept jedoch nicht weiter befolgen. Und steht da etwas von der Verwendung ganzer Tomaten, lasse ich die weg. Ich mag Tomaten nur in verarbeiteter Form, zum Beispiel als Ketchup.
Was ist Dein Lieblingsgericht?
Ich habe eigentlich zwei, Lasagne und Schmorkohl. Letzteren bereite ich zuhause in einer hohen Wok-Pfanne zu. Den Schmand gebe ich allerdings bereits beim Kochen in die Soße, Viele machen den erst hinterher drauf.
Welche Arbeit gefällt Dir am Aderluch am besten?
Am liebsten arbeite ich an der Kasse. Ich mag die Verantwortung und arbeite so präzise wie möglich. Unsere Pausen sind kurz, und die anderen in der Schlange wollen auch Zeit haben, zu essen. Trotzdem frage ich auch mal nach, ob‘s noch was sein darf. Wenn ich weiß, dass eine Person zum Kuchen gern einen Kakao nimmt, frage ich: „Und dazu einen Kakao?“
Freitags ist es meist am stressigsten, da treten uns die Kunden quasi die Tür ein. Viele wollen dann Wiener, Spiegel- oder Rührei. Aber auch das gehört dazu.
16. März 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Manuela Wroblewski beobachtet das aktuelle Treiben auf dem Werkstattgelände:
„Was ist denn hier los?“, sagte ich mir vor ein paar Tagen beim Blick übers Werkstatt-Gelände. Nach dem Frühstück ging der Förderbereich spazieren, sowohl der „Kleine“ von Doreen, als auch der „Große“ von Tobias. Ab 10.15 Uhr herrschte auf allen Wegen reges Treiben. Das ging die ganzen Tage so. Zwischen 13.00 und 14.00 lief die große Förderbereichsgruppe nochmal los, am Mittwoch kamen die Walker dazu. Klare Sache: Der Winterschlaf ist vorbei, sowohl bei den Menschen, als auch bei den Vögeln.
Die sind nämlich schon mächtig beim Nestbauen. Besonders in dem großen Baum gegenüber der Werbemittelfertigung ist eine Menge los. Blaumeisen fliegen hin und her, offenbar wohnen sie nicht nur unterm Dach, sondern auch in einem Loch im Baum. Die Krähen indes erbauen ihre Eigenheime wohl auf dessen Astgabelungen. Ab und zu fiel einer ein Stöckchen aus dem Schnabel. Welches sind eigentlich die männlichen, welches die weiblichen Krähen? Kann jemand helfen? Bitte schreib es in die Kommentare.
Ich weiß nur eins: Auf dem Gelände unserer Caritas-Werkstatt ist gerade jede Menge los!
13. März 2026 | Logbuch |
Online-Reporter Alonzo Münn berichtet live von seinem aktuellen Lieblingsjob
Um unsere Kaminanzünder herzustellen, befüllen wir Teebeutel mit kleinen Holzstückchen und sammeln diese in einer Box. Anschließend tauchen wir die befüllten Teebeutel in Wachs.
Am gestrigen Donnerstag habe ich neun Boxen befüllt und auch die angefangene Box wieder mit nicht fertigen Kaminanzündern aufgefüllt.
Die habe ich dann allesamt getaucht, womit ich meine Fachkraft Frau Bahn so richtig „ärgerte“. Sie kommt nämlich kaum noch hinterher. Somit haben wir heute zwei Kisten Kaminanzünder fertig zum Verkauf. Die zählen wir jetzt – wollen wir wetten, wie viele es diesmal sind?
Schreib es gern in die Kommentare!
11. März 2026 | Logbuch |
Frauenbeauftragte Vanessa Verderber berichtet von einer Veranstaltung am Schlossplatz:
Am 9 März 2026 fand eine besondere Demo am Oranienburger Schlossplatz statt. „Wut trifft Feminismus“, lautete ihr Motto, und sie wandte sich gegen Gewalt an Frauen, für Gleichberechtigung und Chancengleichheit.
Um 14:00 Uhr trafen wir uns mit Sabine Schrader am Infopoint, von dort aus marschierten wir los. Am Schlossplatz angekommen, las uns Frau Schrader ein paar Infos vor, die auf einigen dort aufgestellten Schildern standen. Frauen aus Oranienburg hatten ihre ganz persönlichen Gedanken aufgeschrieben. Es erschreckte mich, dass es 2024 in Brandenburg 12 dokumentierte Femizide gab.
Um 15:00 Uhr gings los. Zuerst tanzten wir alle zusammen, dann hielten zwei junge Frauen eine Rede zur Demo. Es ging darum, dass wir Frauen den Mut finden, uns zu äußern, wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen oder Gewalt erleben. Auch die Gleichstellungsbeauftragte Frau Bonk brachte einen Beitrag. Für mich war es ein wichtiges kleines Ereignis, das ich hier miterleben durfte. Wir machten auch ein Gruppenbild, welches meiner Meinung nach gelang, aber sieh selbst!