Werkstattleben am Heidering Teil 6: Online-Reporterin Martina Harnischmacher im Gespräch mit Jeffrey Fehst
Jeffrey: Um das Jahr 2011 bauten wir eine Fahrergruppe aus Werkstatt-Beschäftigten auf. Das war ein absolutes Novum, aber die Werkstattleitung unterstützte uns. Ich fungierte zunächst als Leiter unserer „Post-Runde“ – so genannt, weil wir auf ihr Briefe und andere Dokumente vom Heidering zur Hauptwerkstatt brachten, dasselbe retour.
Martina: Das Internet spielte noch nicht die Rolle von heute, und so nutzten wir unsere Post-Tour auch zur Weitergabe von Neuigkeiten und für persönliche Absprachen.
Jeffrey: Bald kamen diverse Liefer-Fahrten hinzu, auf denen wir unter anderem von Friesen gefertigte Lichtmaschinen und Anlasser an KFZ-Teile 24 nach Berlin auslieferten. Zu Bestzeiten waren wir mit Jürgen, Martina, Karin, Hendrik, Katja und Rosi sechs Stammfahrer, allesamt Werkstatt-Beschäftigte.
Martina: Wir waren uns immer einig, wer was fährt. Ich zum Beispiel belieferte gern Berlin, genau wie Rosi Kabzinski und Katja Nickel. Jürgen Wolf, auf dem Foto links zu sehen, transportierte das Mittagessen von der Hauptwerkstatt in den Heidering und zu unserer Außenstelle in Schmachtenhagen. Nicht lange, da chauffierten wir auch Beschäftigte und Mitarbeiter.
Die erste Zeit hatte unsere Truppe nur hinter der Garage ein kleines Räumchen. Wollten wir uns zwischen zwei Fahrten mit Jeffrey abstimmen, liefen wir zumeist neben ihm her, weil er auch für viele andere ein gefragter Gesprächspartner war. Ein Ohr am Telefon, das andere für uns, tigerte er übers Gelände, und du musstest schnell mitkriegen, was als nächstes wie zu tun ist.
Jeffrey: Zwischendurch absolvierte ich eine sonderpädagogische Zusatz-Qualifizierung. Als ich dort von alledem erzählte, sahen mich die anderen Lehrgangsteilnehmer mit großen Augen an: „Eine Fahrergruppe aus Beschäftigten – und das funktioniert?“
„Ja klar!“ Da waren sie auf einmal alle ganz still und staunten. Soweit ich weiß, sind wir bis heute weit und breit die einzige Werkstatt, bei der Beschäftigte eine solche Verantwortung übernehmen – seit nunmehr anderthalb Jahrzehnten!







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