Mein Haus, mei­ne Leu­te!“ – Er lebt den Heidering!

20. Juli 2026 | Logbuch | 0 Kommentare

Die On­line-Re­por­te­rin­nen und Re­por­ter des Hei­de­rings be­fra­gen ih­ren Stand­ort­lei­ter Sö­ren Neubert

Lie­ber Sö­ren, wie wur­dest Du auf die Ca­ri­tas-Werk­statt aufmerksam?

2012 nahm ich eine Aus­zeit von mei­nem da­ma­li­gen Be­rufs­le­ben. Für ein Jahr ging ich eh­ren­amt­lich an das Ca­ri­tas-Hos­piz in Pan­kow. De­ren So­zi­al­ar­bei­te­rin sag­te zu mir: „Ich ken­ne den Lei­ter der Ca­ri­tas-Werk­statt in Ora­ni­en­burg. Wenn Du gern im so­zia­len Be­reich ar­bei­ten möch­test, soll­test du mal mit ihm sprechen.“

Dar­auf­hin traf ich mich mit Herrn Lau und ab­sol­vier­te Ja­nu­ar 2013 ein Prak­ti­kum in der Ver­wal­tung der Haupt­werk­statt. Ich fand es so toll, in ei­nem so­zia­len Un­ter­neh­men zu ar­bei­ten, dass ich mich bei der BWB in Ber­lin als stell­ver­tre­ten­der Be­triebs­lei­ter be­warb. Ein Jahr ar­bei­te­te ich dort und dazu wei­ter­hin eh­ren­amt­lich im Hos­piz, als mir Herr Lau eine Stel­le in der Ca­ri­tas-Werk­statt an­bot. Seit dem 1. April 2014 bin ich hier.

Du fingst in der Haupt­werk­statt an, was wa­ren dort Dei­ne Aufgaben?

Als Fach­kraft im Grup­pen­dienst ar­bei­te­te ich in der Wer­be­mit­tel­fer­ti­gung. Zu­gleich ver­such­te ich, dort ver­schie­de­ne Ar­beits­pro­zes­se an­zu­pas­sen. Nach ei­nem Jahr über­nahm ich als Pro­duk­ti­ons­lei­ter den Heidering.

Woll­test Du das so, oder muss­test Du dazu über­re­det werden?

Das woll­te ich so. Ich hab es mir ab­ge­wohnt, Jobs zu ma­chen, die ich nicht möchte.

Du bist stän­dig im Haus wie auf dem Ge­län­de und nur sel­ten in Dei­nem Büro an­zu­tref­fen – mischt Du lie­ber in der Pro­duk­ti­on mit, statt zu­rück­ge­zo­gen am PC zu arbeiten?

Mei­ne Auf­ga­ben sind sehr viel­fäl­tig: in der Pro­duk­ti­on mit­wir­ken, Pro­zes­se an­pas­sen, Neu­es ent­wi­ckeln und vie­les mehr. Mich trei­ben stets die zu er­fül­len­den Auf­ga­ben. Das Büro ist mir dazu le­dig­lich Mit­tel zum Zweck, ge­nau wie Hub­wa­gen und PSA in der Produktion.

Bist Du auch mal in den an­de­ren Zweig­werk­stät­ten tätig?

Ich ver­tre­te Mar­cel Teich­mann am Ader­luch, dazu gibt es vie­le Schnitt­stel­len zu al­len Be­triebs­tei­len, sei es durch Gre­mi­en­ar­beit oder Gedankenaustausch.

Wel­che Dei­ner Ar­beits­auf­ga­ben er­füllt Dich am meisten?

Spaß macht mir all das, was ich so­fort oder zü­gig er­le­di­ge. The­men, die mir nicht so be­ha­gen, blei­ben manch­mal lie­gen und hän­gen dann wie ein Da­mo­kles­schwert über mir. Am reiz­volls­ten ist es für mich, zu se­hen, wie sich Mit­ar­bei­ter, Be­schäf­tig­te und das Haus ent­wi­ckeln. Ich ge­nie­ße die gro­ße Ge­stal­tungs­frei­heit, die ich hier habe. Wenn mir et­was ge­lingt, was dann mei­ne Hand­schrift trägt, er­füllt mich das na­tür­lich mit Freu­de, aber am Ende ha­ben es die Be­schäf­tig­ten und Fach­kräf­te um­ge­setzt. Stolz macht mich also auch, wenn an­de­re eben­falls gern herkommen

Wie kom­men die Auf­trä­ge für die Zwei­ge­werk­statt Fak­tor C zustande?

Netz­werk­ar­beit, Te­le­fo­na­te, Mails – vie­le Ak­qui­se-Wege füh­ren zu neu­en Auf­trä­gen. Oft hilft ein Blick ins Bran­chen­buch: Wel­che Fir­men ma­chen et­was, wo­bei wir ih­nen hel­fen kön­nen. Dort rufe ich dann an und fra­ge: „Wir könn­ten euch Ar­beit ab­neh­men, habt ihr Interesse?“

Die Fir­ma Frie­sen be­schäf­tig­te sei­ner­zeit fünf Ar­beits­grup­pen un­se­res Hau­ses. Als sie weg­gin­gen, muss­te sich die ge­sam­te De­mon­ta­ge völ­lig neu auf­stel­len. Frie­sen bot zwar jede Men­ge Ar­beit, aber ohne Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al für die Be­schäf­tig­ten und den Stand­ort. Erst, als sie weg­zo­gen, hat­ten wir die Mög­lich­keit, Neu­es zu eta­blie­ren, die Fä­hig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten un­se­rer Be­schäf­tig­ten und Fach­kräf­te auszubauen.

Ge­ne­rell höre ich mich über­all um und er­zäh­le auch im Freun­des­kreis von uns, ge­treu dem Mot­to: „Wir kön­nen al­les! Was da­von braucht ihr?“ Auf kei­nen Fall sit­ze ich pas­siv im Büro und war­te, dass je­mand mit ei­nem Auf­trag daherkommt.

Gibt es bei Dei­ner Ar­beit Ideen, die Du be­son­ders gern um­set­zen möchtest?

In der Pro­duk­ti­on be­steht ein ste­ti­ger Be­darf an Neu­em. Oft sit­zen wir im er­wei­ter­ten Lei­tungs­kreis zu­sam­men, je­der bringt sei­ne Ex­per­ti­se mit ein. Dar­aus ent­ste­hen Ideen, die dann zu ei­ner ge­mein­sa­men Idee her­an­wach­sen. Es ist toll, ein Teil da­von zu sein, das Gan­ze vor­an­zu­brin­gen, an­de­re von die­ser Idee zu be­geis­tern. Ich bin kein Ei­gen­bröt­ler, son­dern Team­spie­ler. Dass ich da­bei mit­un­ter vorn im Schuss­feld ste­he, ge­hört zu mir als Sö­ren – aber am Ende ist es schön, wenn‘s eine ge­mein­sa­me Idee ist und der Er­folg al­len zu­ge­schrie­ben wird, am Ende vor al­lem un­se­ren Mit­ar­bei­tern und Beschäftigten.

Wie stellst Du Dir die Zu­kunft des Hei­de­rings vor?

Wir le­ben ja schon in der Zu­kunft! Möge un­ser Haus ein strah­len­des Vor­bild sein, was die Zu­frie­den­heit un­se­rer Mit­ar­bei­ter und Be­schäf­tig­ten be­trifft! An­de­re dür­fen gern ein biss­chen mit Be­wun­de­rung auf uns schau­en, wie viel Spaß es al­len hier macht! Der Hei­de­ring – ein be­gehr­ter Stand­ort, an dem man ger­ne ist und (in un­se­rer Can­ti­na) isst! Die Leu­te sol­len ein­fach Bock ha­ben, hier im Be­rufs­bil­dungs­be­reich zu ler­nen und dann in ei­nen un­se­rer Ar­beits­be­rei­che zu gehen.

Du lebst den Hei­de­ring, bist Fa­mi­li­en­va­ter, ar­bei­test dazu noch im­mer eh­ren­amt­lich. im Hos­piz, wie be­kommst Du das al­les un­ter ei­nen Hut?

Da ist schon ei­ni­ges Aus­hal­ten und Zer­ris­sen-Sein da­bei. Manch­mal hab ich ein schlech­tes Ge­wis­sen ge­gen­über mei­ner Fa­mi­lie. Das ist ja hier kein Job, bei dem ich um eine be­stimm­te Uhr­zeit sage: „Jetzt ist Fei­er­abend, und mor­gen neh­me ich frei!“ Mei­ne Fa­mi­lie steckt da oft zu­rück, und mit­un­ter höre ich da­heim: „Du bist so viel auf Ar­beit, was ist mit uns?“

An­de­rer­seits bie­tet mir mein Job vie­le Frei­hei­ten. Ich ar­bei­te nicht nach Zeit­er­fas­sungs­bo­gen, son­dern auf Ziel­er­fül­lung. Gut struk­tu­riert, schaf­fe ich mir an die­ser oder je­ner Stel­le Frei­räu­me. Ent­schei­dend ist, dass ich das Ziel er­rei­che. Wel­chen Weg ich dazu wäh­le, kann ich weit­ge­hend selbst ge­stal­ten. Ich sage üb­ri­gens ganz be­wusst „mei­ne Mit­ar­bei­ter, mei­ne Be­schäf­tig­ten“. Da­mit mei­ne ich nicht, dass ich euch „be­sit­ze“, son­dern dass ich mich mit al­len hier sehr ver­bun­den füh­le, ge­nau wie mit die­sem un­se­rem Haus.

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