Der Job­coach der Caritas-Werkstätten

6. Mrz 2018 | Pres­se, Pres­se 2018 | 0 Kom­men­ta­re

Von Hei­ke Bergt | Mär­ki­sche All­ge­mei­ne Zeitung

Alex­an­der Pläp ver­mit­telt Ge­han­di­cap­te in Un­ter­neh­men und sucht wei­te­re Partnerfirmen

Ora­ni­en­burg. Ka­tha­ri­na Fo­cking fal­tet Map­pen zu­sam­men. Akri­bisch und mit ei­nem Lä­cheln im Ge­sicht. Ein Lehnit­zer Un­ter­neh­men wird dar­in spä­ter Wer­be­un­ter­la­gen an sei­ne Kund­schaft ver­schi­cken. Hun­der­te ge­hen je­den Tag durch die Hän­de der 34-Jäh­ri­gen. Die Ar­beit in der Ca­ri­tas-Werk­statt Am Hei­de­ring macht ihr sicht­bar Freu­de. Sie hat sich in den letz­ten Jah­ren durch die­se Tä­tig­kei­ten sta­bi­li­siert und möch­te sich wie­der auf dem ers­ten Ar­beits­markt aus­pro­bie­ren. Die ge­lern­te Haus­wirt­schafts­hel­fe­rin stammt aus Schwan­te, hat meh­re­re Jah­re in der Al­ten­hil­fe in Ba­den-Ba­den ge­ar­bei­tet und in die­ses be­ruf­li­che Me­tier möch­te sie gern wie­der ein­stei­gen-und des­halb ein Prak­ti­kum ab­sol­vie­ren. In ei­ni­gen Ta­gen könn­te es in ei­nem Vel­te­ner Pfle­ge­heim losgehen.

Dort­hin ver­mit­telt sie Alex­an­der Pläp. Der stu­dier­te Päd­ago­ge aus NRW ist seit an­dert­halb Jah­ren Job­coach für die Ca­ri­tas-Werk­statt an ih­ren Stand­or­ten: Ber­li­ner Stra­ße, Am Hei­de­ring und Am Ader­luch. Ins­ge­samt 400 Frau­en und Män­ner mit Be­hin­de­run­gen, geis­ti­gen, psy­chi­schen und kör­per­li­chen, ar­bei­ten dort. Oft über Jah­re. Von För­der­schu­len, Ar­beits­agen­tur, Kli­ni­ken oder ge­setz­li­chen Be­treu­ern wer­den sie dort­hin ver­mit­telt und ar­bei­ten un­ter an­de­rem für Un­te­meh­men wie Ora­fol oder Takeda.

Doch un­se­re Werk­stät­ten sind Zwi­schen- und kei­ne End­sta­ti­on”, so Fach­dienst­lei­te­rin Ve­ro­ni­ka Pri­wit­zer. Wer möch­te, wird auf den ers­ten Ar­beits­markt ver­mit­telt. Die Chan­cen ste­hen der­zeit bes­ser denn je, denn vie­le Stel­len kön­nen nicht be­setzt wer­den. “Vie­le Be­trie­be öff­nen sich. Wir spü­ren das deut­lich.” Wenn nach Ge­sprä­chen klar ist, wel­chen Job sich die Frau­en und Män­ner vor­stel­len kön­nen, macht sich Alex­an­der Pläp auf die Su­che. Spricht Un­ter­neh­men und Un­ter­neh­mer an, ob sie ein Prak­ti­kum er­mög­li­chen kön­nen oder ei­nen “Aus­ge­la­ger­ten Ar­beits­platz”. Seit 2010 ha­ben 79 Be­schäf­tig­te der Werk­statt ein Prak­ti­kum ab­sol­viert, in­zwi­schen sind acht so ge­nann­te “Aus­ge­la­ger­te Ar­beits­plät­ze” ent­stan­den. Men­schen mit Be­ein­träch­ti­gun­gen pfle­gen zum Bei­spiel Grün­an­lan­gen bei Ta­ke­da, ver­rich­ten Haus­meis­ter­ar­bei­ten für die Eden Ge­nos­sen­schaft, fer­ti­gen Kar­to­na­gen für die Ri­chard Klö­de Kar­to­na­gen­fa­brik, ar­bei­ten als Kü­chen­hil­fe in der Kita “Leucht­turm”, aber auch im Ein­zel­han­del bei Ede­ka in Ora­ni­en­burg. Eine jun­ge Ora­ni­en­bur­ge­rin wur­de nach ei­nem Prak­ti­kum im Ber­li­ner Ho­tel “Grenz­fall”, ei­nem In­te­gra­ti­ons­be­trieb, ein­ge­stellt, wo sie im Zim­mer­ser­vice tä­tig ist. Alex­an­der Pläp be­rei­tet die Be­schäf­tig­ten auf die Prak­ti­ka und die Ar­beit vor, ist re­gel­mä­ßig vor Ort und im Ge­spräch mit al­len Be­tei­lig­ten. Der Vor­teil: Sie ha­ben wei­ter­hin die An­bin­dung an die Werk­statt, dem ge­schütz­ten Um­feld. Kön­nen je­der­zeit zu­rück. “Auch die Fir­men pro­fi­tie­ren, denn wir ha­ben un­se­re Be­schäf­tig­ten auf die Ar­beit vor­be­rei­tet, sie sind sta­bil und zu­ver­läs­sig”, so Ve­ro­ni­ka Pri­wit­zer. Nicht zu­letzt kön­nen Fir­men die Be­zah­lung ei­nes Aus­ge­la­ger­ten Ar­beits­plat­zes auf die Aus­gleichs­ab­ga­be an­rech­nen las­sen. Ein Glücks­fall, so Alex­an­der Pläp, ist auch der ei­ner jun­gen Frau, die seit acht Mo­na­ten in der Krip­pe der Kita “Wald­wich­tel” in Borgs­dorf als Hel­fe­tin tä­tig ist. Trotz sprach­li­cher Be­ein­träch­ti­gung ist sie bei den Kin­dern sehr be­liebt und nicht mehr wegzudenken.