Online-Reporterin Michaela Senf berichtet vom Werkstatt-Ausflug zum Deutschen Bundestag: Letzten Dienstag 8.30 Uhr holte uns der Fahrdienst in der Hauptwerkstatt ab. Wir fuhren nach Berlin. Dort sahen wir das Brandenburger Tor, die Siegessäule und besuchten den Bundestag, in dem das Parlament tagt und Entscheidungen trifft.
An der Eingangs-Schleuse nahmen uns Security-Mitarbeiter die Jacken ab und kontrollierten unsere Rucksäcke, dann gings hinein. Wir besichtigten die Räumlichkeiten, in denen Friedrich Merz regiert. Einen Raum nutzte ein Künstler, um aus Stecknadeln Figuren herzustellen.
„Michi, warum bist du hier?“, fragte ich mich. Ich fühlte mich komisch, weil ich mir plötzlich vorstellte, ich sei Bundeskanzlerin. Schon sah ich es vor mir, wie ich im Bundestag meine Meinung sage. In meiner Rede ging es vor allem um eins: All die Kriege müssen aufhören! Die Politik soll die Augen öffnen und sehen, wie es den Menschen und besonders den Kindern im Krieg geht. Sie haben nichts zu essen, viele verlieren ihre Eltern, die Häuser sind kaputt! Ständig Sirenen, ständig unter Angst – wenn der Krieg nicht aufhört, haben wir ihn auch bald hier.
Wir alle haben ein schönes Zuhause, gutes Essen – dann schlägt eine Bombe ein, und alles ist vorbei, das ist doch krank! Deshalb mein Appell: Jedes Kind soll zu Essen, zu trinken und einen Schlafplatz haben – einen Ort, an dem es sich geschützt weiß, wo es Liebe und elterliche Fürsorge bekommt. Für was ist die Politik denn da? Ich wünsche mir Frieden auf Erden!
In die Kuppel vom Reichstagsgebäude konnte ich nicht mit hinaufsteigen, weil ich schreckliche Höhenangst habe. Ich war klatschnass geschwitzt, mir wurde übel. Mike Dessombes brachte mich runter und blieb bei mir. Ich war heilfroh, als ich wieder an die frische Luft kam. Gott sei Dank ging es mir bald wieder besser. Warum war ich eigentlich mitgefahren? Weil ich selbst einmal regieren wollte. Das Ganze war mir dann ein bisschen peinlich, es kam einfach über mich. Aber habe ich Unrecht?