Ver­ant­wor­tungs­trä­ge­rin

Ver­ant­wor­tungs­trä­ge­rin

Nun ha­ben auch die Frau­en­be­auf­trag­ten in den Bran­den­bur­ger Werk­stät­ten ihre Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft. Ge­mein­sam wer­den sie sich für die Zu­kunft der Werk­stät­ten stark ma­chen und für die be­son­de­ren Be­lan­ge von weib­li­chen Be­schäf­tig­ten. Wir freu­en uns und kön­nen alle auch we­nig stolz sein, dass für den Vor­sitz die­ser Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft mit Kat­rin De­witz eine Be­schäf­tig­te aus un­se­rer Ca­ri­tas-Werk­statt ge­wählt wur­de. Ihr und al­len an­de­ren in der LAG wün­schen wir viel Er­folg und gu­tes Ge­lin­gen im neu­en Amt. Auf die Un­ter­stüt­zung Eu­rer Werk­statt­lei­tung könnt Ihr Euch verlassen!

Ich bin ger­ne hier

Ich bin ger­ne hier

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Mo­ni­ka Fiedler. 

Seit dem 1. April 2008 bin ich in der Ca­ri­tas-Werk­statt, und es war kein April­scherz. Ich bin ger­ne hier, da ich net­te Men­schen um mich habe. Habe ich Pro­ble­me, be­kom­me ich auch Un­ter­stüt­zung durch den Fach­dienst und un­se­re lie­be Gruppenleiterin.

Als ich da­mals in der Ber­nau­er Stra­ße 60 A an­kam, sag­te ich „Gu­ten Mor­gen“ und „Tschüss“. Frag­te mich je­mand et­was, ant­wor­te­te ich nur kurz und knapp. Das hat sich in den 16 Jah­ren hier schon gebessert.

Eine be­gab­te Künstlerin

Eine be­gab­te Künstlerin

An die­ser Stel­le be­rich­ten ab so­fort Be­schäf­tig­te als On­line-Re­por­ter über das Le­ben und den All­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Mo­ritz Siegert.

Mi­chae­la ist eine be­gab­te Künst­le­rin in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Mit ih­rer Fin­ger­fer­tig­keit bringt sie ein­drucks­vol­le Wer­ke hervor.

Ich er­in­ne­re mich zum Bei­spiel an ihre Tier­fi­gu­ren, die sie un­ter an­de­rem am Tag der of­fe­nen Tür oder am Floh­markt­tisch auf dem Werk­statt-Ge­län­de ver­kauf­te. Um ihre Krea­tio­nen zu rea­li­sie­ren, nutz­te sie Gieß­for­men, ver­schie­de­ne Far­ben und Pig­ment­pul­ver. Die klei­nen Kunst­wer­ke ge­fal­len mir sehr. Sorg­fäl­tig und aus­ge­wo­gen bringt Mi­chae­la ihre Tie­re zum Vorschein.

Auch ein tol­les Schach­spiel samt Brett und Fi­gu­ren er­schu­fen ihre Hän­de. Egal, was sie an­fängt, ob leicht oder schwer, ob groß oder klein – Mi­chae­la schaffts im­mer wie­der, und zwar ganz allein!

Ohne Druck und Stress mei­ne Stär­ken einbringen

Ohne Druck und Stress mei­ne Stär­ken einbringen

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Ei­leen Mannich. 

Durch mei­ne Mut­ter ken­ne ich die Ca­ri­tas schon län­ger. Als ich durch mei­ne psy­chi­schen Er­kran­kun­gen nicht mehr auf dem ers­ten Ar­beits­markt tä­tig sein konn­te, woll­te ich in die Werk­statt. Nun bin ich seit 2021 hier und füh­le mich wohl.

Durch die Werk­statt habe ich so­zia­le Kon­tak­te und ei­nen ge­re­gel­ten Ta­ges­ab­lauf, der für mich wich­tig ist. Hier kann ich ohne Druck und Stress ar­bei­ten, mich und mei­ne Stär­ken ein­brin­gen. Ich gehe zu­frie­den nach Hau­se, das ist mir das Wich­tigs­te! Mei­ne Ent­schei­dung für die Werk­statt war auch aus heu­ti­ger Sicht richtig.

Eine Fir­ma. Ein Team. Eine Siegerin!

Eine Fir­ma. Ein Team. Eine Siegerin!

Die Ca­ri­tas-Werk­statt ist in Be­we­gung. Im Ar­beits­all­tag, aber auch buch­stäb­lich bei ver­schie­de­nen An­läs­sen und Lauf-Events, wie beim gest­ri­gen Ber­li­ner Fir­men­lauf. Durch den Tier­gar­ten, vor­bei an der Sie­ges­säu­le bis zum Schluss­spurt mit dem im­po­san­ten Blick auf die Abend­son­ne über dem Bran­den­bur­ger Tor bot der Lauf eine sport­li­che Sight­see­ing-Tour der be­son­de­ren Art. Und dank Ve­re­na Noel­ting schaff­te es die Ca­ri­tas-Werk­statt beim Wett­be­werb der In­line-Ska­te­rin­nen so­gar bis auf das Sie­ger­po­dest und auf die ganz gro­ße Büh­ne. Das ist stark!

Nie wie­der in der Psychiatrie

Nie wie­der in der Psychiatrie

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: An­nett Nehls. 

Nach­dem ich mehr­fach er­krank­te und oft in der Kli­nik war, emp­fahl mir eine So­zi­al­ar­bei­te­rin die Ca­ri­tas-Werk­statt. Zu­sam­men be­sich­tig­ten wir sie, mach­ten ei­nen Ter­min für ein Prak­ti­kum aus, be­an­trag­ten das Gan­ze bei der Ren­ten­kas­se, und ich war­te­te auf ei­nen frei­en Platz.

Als ich im Fe­bru­ar 2008 hier an­fing, war die Werk­statt in der Ber­li­ner Stra­ße 60A: eine klei­ne Grup­pe von Be­schäf­tig­ten so­wie zwei Grup­pen­lei­ter. Dort traf ich meh­re­re Men­schen wie­der, die ich aus der Ta­ges­kli­nik kann­te, so zum Bei­spiel mei­ne Freun­din Monika.

Mein Ziel ist es, von Zu­hau­se zur Werk­statt zu lau­fen!“, sag­te ich mir – und es hieß: „Wir zie­hen an den Hei­de­ring!“ Das war na­tür­lich zu weit für mei­ne Füße.

In mei­ner lan­gen Er­kran­kungs­pha­se, in der ich nur zu Hau­se saß, fiel mir re­gel­mä­ßig die De­cke auf den Kopf. Ich hat­te mich über­all zu­rück­ge­zo­gen und kei­nen rich­ti­gen Ta­ges­rhyth­mus mehr. Das soll­te sich mit der Werk­statt ändern.

Seit ich da­bei bin, war ich nie wie­der in der Psych­ia­trie. Dar­auf bin ich stolz, und des­halb zer­schlu­gen sich auch mei­ne Über­le­gun­gen, die Werk­statt zu ver­las­sen. Wur­de mir hier zum Bei­spiel durch die stän­di­gen Wech­sel der Grup­pen­lei­ter und ver­schie­de­ne Um­zü­ge al­les zu viel, frag­te ich mich: Was soll das ei­gent­lich? Muss ich das aushalten?

Ich bin noch im­mer hier, und mei­nen jet­zi­gen Grup­pen­lei­ter Jef­frey lern­te ich als Zivi in der 60A ken­nen. Des­halb fiel mir die­ser Grup­pen­lei­ter­wech­sel leichter.

Mei­ne ei­ge­nen Sa­chen machen

Mei­ne ei­ge­nen Sa­chen machen

An die­ser Stel­le er­zäh­len re­gel­mä­ßig Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Mi­cha­el Benter. 

Zu­nächst war ich für zwei Jah­re und drei Mo­na­te im Be­rufs­bil­dungs­be­reich Cam­pus Q. Hier ar­bei­te­te ich zu­erst bei Gas­tro­no­mie & Ser­vice, da­nach im Grün-Team so­wie bei Rad & Tat. Als ich hör­te, dass es am Ader­luch ei­nen Be­reich Wer­be­tech­nik gibt, woll­te ich dort un­be­dingt hin! Erst­mal mach­te ich ein Prak­ti­kum, ob es mir wirk­lich gefällt.

Un­ter an­de­rem be­kleb­te ich in meh­re­ren Au­to­häu­sern Kraft­fahr­zeu­ge oder ent­fern­te bei Hal­te­stel­len­schil­dern die alte Fo­lie, um sie an­schlie­ßend neu zu bekleben.

Au­ßer­dem kann ich hier auch mei­ne ei­ge­nen Sa­chen ma­chen. Zum Bei­spiel ver­sah ich mei­ne Wand­uhr mit den Lo­gos al­ler Werk­statt­be­rei­che. In der Mit­te ist mein ei­ge­ner Be­reich zu se­hen. Oder ich ver­schö­ner­te mein Fahr­rad mit dem Spruch: „Al­les, au­ßer ge­wöhn­lich“ so­wie dem Logo von Rad & Tat.

Weil ich hier krea­ti­ve Din­ge aus­pro­bie­ren kann, will ich in der Wer­be­tech­nik blei­ben! Gern bei­ße ich da auch mal in den sau­ren Ap­fel, Din­ge zu tun, die nicht ganz so in­ter­es­sant sind. Die Wer­be­tech­nik ist seit 2020 mein Ar­beits­platz, erst am Ader­luch und jetzt im Heidering.

Ein Platz an der Sonne

Ein Platz an der Sonne

Ganz Ora­ni­en­burg spricht von der En­er­gie­ver­sor­gung. Wir be­grü­ßen die Früh­jahrs­son­ne – und kön­nen uns dank der Stro­mun­ab­hän­gig­keit in der Haupt­werk­statt mit ei­ge­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge um an­de­re Din­ge küm­mern. Um die Wei­ter­ent­wick­lung be­ruf­li­cher Bil­dung etwa, um An­ge­bo­te für ei­nen wach­sen­den För­der­be­reich oder um die Si­che­rung der ge­werb­li­chen Auf­trags­la­ge für Be­schäf­tig­te mit den un­ter­schied­lichs­ten Vor­aus­set­zun­gen und Interessen.

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te: Su­san­ne Lenz

Un­ver­ges­se­ne Be­schäf­tig­te: Su­san­ne Lenz

In ei­ner lo­sen Se­rie er­in­nern die On­line-Re­por­ter der Ca­ri­tas-Werk­statt an ver­stor­be­ne Be­schäf­tig­te. Hier schreibt Maik Poersch­ke über Su­san­ne Lenz.

Su­san­ne ar­bei­te­te in der Haupt­werk­statt im da­ma­li­gen Ar­beits­be­reich Mon­ta­ge – und auf ein­mal saß ich am Früh­stücks­tisch ne­ben ihr. Das war am 15. Mai und am Ende der Früh­stücks­pau­se frag­te mich Su­san­ne, ob ich ihr Freund sein will.

Ich schlief eine Nacht dar­über, dann gab ich ihr mei­ne Ant­wort. Ich sag­te: „Ja.“ Der Fun­ke war übergesprungen.

Su­san­ne wohn­te im Heim der Sana-Kli­nik in Som­mer­feld. So fuhr ich an den Wo­chen­en­den nach Som­mer­feld zu ihr. Ob Ge­burts­tag, zu Weih­nach­ten, zur Dis­ko, oder ich schmiss eine Par­ty – wir wa­ren zu­sam­men! Auf Ar­beit sa­hen wir uns in den Pau­sen und schmus­ten. Spä­ter ar­bei­te­ten wir zu­sam­men in ei­ner Abteilung.

Als ich Su­san­ne das letz­te Mal in der Wohn­grup­pe be­such­te, saß sie im Roll­stuhl. Lun­gen­krebs lau­te­te ihre Dia­gno­se, am 7. Mai 2007 ist Su­san­ne im Kran­ken­haus eingeschlafen.

Be­we­gung ist alles

Be­we­gung ist alles

An die­ser Stel­le be­rich­ten ab so­fort Be­schäf­tig­te als On­line-Re­por­ter über das Le­ben und den All­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Ma­nue­la Wroblewski.

Je­den Mitt­woch um 10.00 Uhr ver­sam­meln sich zir­ka 20 Be­schäf­tig­te am Ein­gang der Haupt­werk­statt zum Nor­dic Wal­king mit Iris Arndt.

Erst ha­ken wir die Lis­te mit den Na­men der Läu­fer ab, dann wer­den die Stö­cke ver­teilt – und los geht’s! Die ei­nen lau­fen eine klei­ne, an­de­re eine gro­ße Run­de. Bei der Gro­ßen, aber auch bei der Klei­nen ach­ten alle drauf, dass je­der mitkommt.

Da­nach ma­chen wir ge­mein­sam Deh­nungs-Übun­gen. „Was hast du für eine Idee?“, fragt Iris in die Run­de, und wir le­gen los. Für mich be­deu­tet das Gan­ze: Run­ter­kom­men an der fri­schen Luft, eine gute Sache!

Ein Team für alles!

Ein Team für alles!

An die­ser Stel­le be­rich­ten ab so­fort Be­schäf­tig­te als On­line-Re­por­ter über das Le­ben und den All­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Ju­lia Bußler.

Un­ser Gar­ten-Team ist im­mer in Form, die Macht im Gar­ten! Von Mon­tag bis Frei­tag fah­ren sie zu Ta­ke­da, zum Fried­hof, zu Bä­cker Pl­e­ntz in Krem­men und an­ders­wo­hin. Eine Grup­pe ar­bei­tet bei uns auf dem Gelände.

Das Gar­ten-Team hat ein gu­tes Händ­chen für Blu­men und Pflan­zen. Je­des Früh­jahr und den Som­mer über sor­gen sie da­für, dass es bei uns grünt und blüht. Vor ein paar Jah­ren ge­stal­te­ten sie den Platz der Be­geg­nung neu. Der lädt seit­her mit Sitz­bän­ken und zwei­stö­cki­gem Blu­men­beet zum ge­müt­li­chen Ver­wei­len ein. Ge­ra­de ver­schö­nern sie un­se­re Grab-In­sel mit den Ste­len für ver­stor­be­ne Be­schäf­tig­te, da­von bald mehr.

Im Herbst har­ken sie das Laub weg, im Win­ter streu­en sie in al­ler Frü­he die Geh­we­ge und räu­men den Schnee bei­sei­te. Das gan­ze Jahr sind sie für uns am Start – ein Team für alles!

Hier hab’ ich gute Laune

Hier hab’ ich gute Laune

An die­ser Stel­le er­zäh­len in nächs­ter Zeit je­den Tag Be­schäf­tig­te aus ih­rem Ar­beits­all­tag in der Ca­ri­tas-Werk­statt. Heu­te: Hei­no Töpel. 

Ich bin schon ganz lan­ge hier. Zu­erst war ich in der gro­ßen Haupt­werk­statt, dann zo­gen wir mit B.Plus an den Ader­luch. Hier im Ge­bäu­de war frü­her ein ALDI-Markt drin.

Es ist gut in der Werk­statt! Ich kom­me mor­gens mit dem Bus, um 8.00 Uhr le­gen wir los. Gibt es ganz viel zu tun, ar­bei­te ich das ruck­zuck al­les weg!

Bei Me­la­nie Frei­tag und Ste­fan La­totz­ke macht es rich­tig Spaß, aber ich kom­me mit al­len Grup­pen­lei­tun­gen gut klar. Ne­ben der Ar­beit schnei­de ich Bil­der aus. Dar­aus fer­ti­ge ich Col­la­gen, da hat Hei­no or­dent­lich was zu tun! Vie­le mei­ner Col­la­gen ste­hen oder hän­gen in un­se­rem Raum.

Ich ar­bei­te und bast­le gern in der Werk­statt, und manch­mal tan­ze ich mit der Lam­pe. Halb vier ist Fei­er­abend, dann fah­re ich mit dem Bus nach Hau­se. Am nächs­ten Mor­gen kom­me ich wie­der, hier hab‘ ich gute Laune!