Ein Ort vol­ler Le­bens­freu­de

2. Sep 2019 | Pres­se, Pres­se 2019 | 0 Kom­men­ta­re

Von Daria Doer | Ora­ni­en­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger

St. Jo­han­nes­berg fei­ert mit ei­nem bun­ten Pro­gramm und vie­len Gäs­ten den 120. Ge­burts­tag.

Ora­ni­en­burg. Eine rie­si­ge, blu­men­ge­schmück­te Tor­te und stern­för­mig dar­auf zu­lau­fen­de Kaf­fee­ta­feln emp­fan­gen den Be­su­cher des St. Jo­han­nes­ber­ges am Sams­tag­nach­mit­tag. Schü­ler, Be­woh­ner und Mit­ar­bei­ter tra­gen T‑Shirts mit dem Ju­bi­lä­ums­lo­go. Und vor dem of­fi­zi­el­len Be­ginn der Fei­er­lich­kei­ten sind über­all Grup­pen noch bei den letz­ten Vor­be­rei­tun­gen oder im Ge­spräch zu be­ob­ach­ten. In die Ka­pel­le fällt das Son­nen­licht durch die bun­ten Schei­ben. Die Tür ist weit ge­öff­net, das Kirch­lein bie­tet die Mög­lich­keit, sich für Mo­men­te der Ruhe zu­rück­zu­zie­hen.

Das Le­ben mit­ein­an­der tei­len

Er­öff­net wird das Fest, wie ganz si­cher vor 120 Jah­ren auch, mit ei­nem Got­tes­dienst. Dar­in wird na­tür­lich auch auf die Ge­schich­te der heu­te zur ka­tho­li­schen Ca­ri­tas ge­hö­ren­den Ein­rich­tung ein­ge­gan­gen, in der be­hin­der­te Men­schen All­tag, Ar­beit und Fes­te mit­ein­an­der tei­len. Der Vor­trag ist in leich­ter Spra­che for­mu­liert. Je­der soll ihn ver­ste­hen kön­nen. Auch die Tex­te und Lie­der ste­hen im Zei­chen der Ge­mein­schaft: Alle sind gleich wich­tig, aber nicht gleich. Die Be­treu­er sind be­müht, die Auf­merk­sam­keit der Be­woh­ner im­mer wie­der auf den Got­tes­dienst zu len­ken: „Jetzt kommt das Lied, das wir ge­übt ha­ben“, er­mun­tert eine zum Mit­sin­gen. Auch wenn in der Hit­ze die Kon­zen­tra­ti­on schnell wie­der schwin­det, sind alle mit Selbst­ver­ständ­lich­keit und vor al­lem mit Freu­de da­bei.

Die Gruß­wor­te rich­ten sich eher an die Mit­ar­bei­ter. Schwes­ter Scho­las­ti­ka, Ge­ne­ral­prio­rin der Do­mi­ni­ka­ne­rin­nen in Arens­berg bei Ko­blenz, die St. Jo­han­nes­berg vor 120 Jah­ren grün­de­ten, sagt: „Ei­nen ech­ten Per­ser­tep­pich er­kennt man dar­an, dass er Feh­ler hat. So ist auch ein ech­ter Mensch nicht perfekt.“Eine Welt, die im­mer schnel­ler wird, brau­che Men­schen, die sich lie­be­voll de­nen zu­wen­den, die mit Ein­schrän­kun­gen le­ben müs­sen. Und Ora­ni­en­burgs Bür­ger­meis­ter Alex­an­der Lae­si­cke (par­tei­los) freut sich, dass St. Jo­han­nes­berg auch mit 120 Jah­ren „ein Ort vol­ler Fri­sche und Le­bens­freu­de und über­haupt nicht ein­ge­staubt ist“.

Wie mun­ter es im Jo­han­nes­berg zu­geht, be­weist das an­schlie­ßen­de Fest mit Ku­chen­bü­fett, Ei­sund Markt­stän­den, ei­ner Bil­der­ga­le­rie und vie­len Spie­len. Das Büh­nen­pro­gramm lockt Zu­schau­er an, und Rhyth­mus­grup­pen zie­hen trom­melnd übers Ge­län­de.

Hö­he­punkt und Pu­bli­kums­ma­gnet ist die Show auf dem Pfer­de­par­cours. Schü­ler und Leh­rer al­ler Klas­sen ha­ben sich mo­na­te­lang dar­auf vor­be­rei­tet, ohne Wor­te die für sie wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten dar­zu­stel­len. Sie ma­chen Sei­fen­bla­sen, trom­meln, tan­zen und tre­ten mit Hun­den, Po­nys und Pfer­den auf. Schü­ler füh­ren Pfer­de, auf de­nen ihre Ka­me­ra­den sit­zen. Wenn die Tie­re die Cho­reo­gra­fie igno­rie­ren wol­len, wer­den sie mit Be­stimmt­heit und Selbst­ver­trau­en wie­der auf den rich­ti­gen Kurs ge­bracht.

Re­gi­na Wolf ist mit ih­rer 18-jäh­ri­gen En­ke­lin An­ge­li­na ge­kom­men, die hier die Schu­le be­sucht hat und jetzt eine Be­rufs­ori­en­tie­rung in ei­ner Werk­statt ab­sol­viert. Die Oma ist sich si­cher: „Leh­rer und Aus­bil­der ar­bei­ten aus Be­ru­fung hier. Es ist groß­ar­tig, was für die Kin­der ge­leis­tet wird, und es ist auch toll zu er­le­ben, was die Kin­der al­les leis­ten und ler­nen können.“Besonders ge­fällt ihr der Zu­sam­men­halt, der in Schu­le, Werk­statt und Wohn­grup­pe herrscht. „Im­mer wie­der stellt mir An­ge­li­na neue Freun­de und Be­kann­te vor. Bald wird sie im Va­len­ti­nen­hof in Schmach­ten­ha­gen zur Pro­be woh­nen und freut sich dar­auf.“

Das Fest zeigt, dass dem St. Jo­han­nes­berg mit die­ser Le­bens­freu­de, En­er­gie und der Un­ter­stüt­zung al­ler vor der Zu­kunft nicht ban­ge sein muss.