Die Werk­statt, mei­ne Fa­mi­lie (Fol­ge 3)

12. März 2024 | Logbuch | 0 Kommentare

Als be­rufs­tä­ti­ge Mut­ter braucht es Or­ga­ni­sa­ti­ons­ta­lent, Ge­las­sen­heit und eine gute Pla­nung für den Tag. Wir stel­len Euch hier in den nächs­ten Ta­gen Frau­en vor, die da­von er­zäh­len, wie sie ihr Fa­mi­li­en­le­ben mit Kind und ihre Werk­statt­be­schäf­ti­gung un­ter ei­nen Hut brin­gen. Heu­te: Ni­co­le Mettig.

“Im Sep­tem­ber bin ich 24 Jah­re in der Werk­statt, ich lern­te hier auch mei­nen Mann ken­nen. Als ich schwan­ger wur­de, sag­te ich mei­nem Grup­pen­lei­ter Hol­ger, dass ich nicht mehr schwer he­ben und kei­ne Ar­bei­ten ver­rich­ten darf, wel­che die Ge­sund­heit des Kin­des ge­fähr­den. Alle nah­men Rück­sicht auf mich – und ach­te­ten dar­auf, dass ich mich nicht aufrege.

Als mein Sohn zur Welt kam, blieb ich ein Jahr zu Hau­se. Ich be­such­te im­mer mal die Werk­statt, und Herrn Ker­kow ka­men ein paar Trä­nen, als er mei­nen Jun­gen sah. Nach ei­nem Jahr ging der Klei­ne in die Kita, und ich fing wie­der an, zu arbeiteten.

Zu sei­ner Schul­ein­füh­rung nahm ich Rest­ur­laub, an­schlie­ßend brach­te ich ihn ich ihn vor der Ar­beit im­mer erst noch zur Schu­le. Jetzt ist er 14, Schu­le und Ar­beit krie­ge ich gut un­ter ei­nen Hut. Blöd ist nur, dass die El­tern­ver­samm­lun­gen so lan­ge ge­hen. An­den­tags kom­me ich nur schwer ausm Bett und krie­ge nicht viel hin.

Ich ste­he um 4.00 Uhr auf, trin­ke mei­nen Cap­puc­ci­no und schmie­re die Stul­len für mei­ne Män­ner, denn die sind zu faul dazu. Mein Män­ne ar­bei­tet bis halb vier, ich nur bis halb drei, denn un­ser Sohn kommt 14.10 Uhr aus der Schu­le. Ist dort was, und ich hab mein Han­dy nicht an, ru­fen sie bei mei­nem Grup­pen­lei­ter Chris­ti­an an, das klappt wunderbar!

Mit Ve­re­na kann ich von Frau zu Frau über al­les re­den. Als ich mal eine Mail von der Schu­le be­kam, de­ren In­halt ich nicht ver­stand, setz­te sie sich in al­ler Ruhe mit mir hin. Wir be­spra­chen, was los war und wie ich mich ver­hal­ten soll, das war su­per! Ich brach­te ein ge­sun­des Kind zur Welt, bin glück­lich mit mei­nem Kerl, und gibt’s auf Ar­beit mal Pro­ble­me, hab ich hier mei­ne Mä­dels. Ganz ehr­lich: Ich bin zufrieden!”

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