Weil Du es kannst!

Weil Du es kannst!

On­line-Re­por­te­rin Mar­ti­na Har­nisch­ma­cher muss et­was über ei­nen lang­jäh­ri­gen Kol­le­gen loswerden:

Kom­me ich um 7.00 Uhr in die Werk­statt, ist Ste­ve schon hier. Se­hen wir uns, er­zählt er mir et­was über Fuß­ball, oder was er so er­leb­te. Was die Ar­beit an­geht, be­hält er stets den Über­blick. Je­der­zeit kannst Du ihn fra­gen: „Wie vie­le und wel­che Schrau­ben brau­chen wir für Auf­trag XYZ?“

Auch den ak­tu­el­len Be­stand im Hoch­la­ger hat er im Blick und sagt Be­scheid, so­bald et­was nach­be­stellt wer­den muss. An­ders als ich, merkt er sich jede Zahl, jede Schrau­ben­grö­ße. Ne­ben­her sorgt er da­für, dass der Ge­schirr­spü­ler ge­leert und das Ge­schirr weg­ge­stellt ist, küm­mert er sich in al­len Räu­men um den Müll und weiß je­der­zeit, was wo­hin kommt.

Am PC druckt er die Eti­ket­ten, mit dem Hub­wa­gen fährt er das Ma­te­ri­al an den je­wei­li­gen Be­stim­mungs­ort. Weiß ei­ner mal nicht wei­ter, ist Ste­ve hel­fend zur Stelle.

Frü­her war er manch­mal sehr ge­stresst und frag­te: „War­um muss ich das im­mer machen?“

Guck mal, Ste­ve!“, er­wi­der­te ich ihm dann, „du weißt ge­nau, was wo und wie er­le­digt wer­den muss. Und jede Fach­kraft weiß, dass sie sich auf dich ver­las­sen kann. Du wirst ge­fragt, weil du es kannst!“

Nun aber ist es al­ler höchs­te Zeit, Ste­ve für all das und noch viel mehr ein herz­li­ches Dan­ke­schön zuzurufen.

Wir tan­zen uns stark

Wir tan­zen uns stark

On­line-Re­por­te­rin Va­nes­sa Ver­der­ber be­rich­tet von ei­nem be­son­de­ren Event:

Am 16 Fe­bru­ar 2026 fand das gro­ße Event One Bil­li­on Ri­sing vor dem Schloss statt. Als ich auf dem Schloss­platz an­kam, war der Auf­bau be­reits im vol­len Gan­ge. Dann gings los, und Frau Rie­del hielt eine Be­grü­ßungs­an­spra­che. An­schlie­ßend sprach die neue Bür­ger­meis­te­rin zu uns. Dann teil­te uns Frau Bonk die ak­tu­el­len Fall­zah­len se­xu­el­ler Be­läs­ti­gun­gen von Frau­en und Mäd­chen mit.

Ich war die­ses Jahr ganz be­son­ders auf­ge­regt, da ich zu­sam­men mit Angi Geiß­ler und An­drea Sei­pelt auf der Büh­ne stand. An­drea und ich hiel­ten ein Schild nach den an­de­ren hoch, und Angi las die Fall­zah­len für Frau­en und Mäd­chen mit Be­hin­de­rung vor.

Die Zah­len all die­ser Über­grif­fe sind ge­ne­rell er­schre­ckend hoch! Um zu ver­hin­dern, dass sie wei­ter stei­gen, setz­ten wir Frau­en ein gro­ßes und ein­deu­ti­ges Zei­chen in ei­nem ge­mein­sa­men Tanz. Frau Mo­cke tanz­te zwei­mal mit ih­rer Tanz­grup­pe auf der Büh­ne vor, und alle mach­ten rich­tig gut mit.

Für mich war die­ses Event et­was ganz Be­son­de­res. Durch den Song und die Cho­reo­gra­phie füh­le mich da­durch stark, dass wir das Gan­ze in die­ser gro­ßen Grup­pe ge­mein­sam per­form­ten. Wir Frau­en kön­nen auch stark sein – und das sind wir! Das gute Ge­fühl ist: Ich bin nicht al­lein, wir sind nicht allein.

Mit Power durch die Werkstatt

Mit Power durch die Werkstatt

On­line-Re­por­te­rin Ja­lin Ro­sins­ka stellt sich vor:

Als ich 18 wur­de, muss­te ich bei der Ar­che Noah aus­zie­hen. Ich in­ter­es­sier­te mich für die Wohn­grup­pe Wal­bur­ga im Va­len­ti­nen­hof in Schmach­ten­ha­gen. Dort konn­te man aber nur ein­zie­hen, wenn man auch in der Ca­ri­tas-Werk­statt tä­tig ist.

Nach ei­nem Ge­spräch mit Frau Hirsch­feld be­gann ich am Hei­de­ring ein Prak­ti­kum bei Ste­phan Schnei­der. Hier ent­git­ter­te ich un­ter an­de­rem Fo­li­en. Als Ant­je Jar­nack zu uns kam, über­nahm sie die Neu­en aus Ste­phans Grup­pe, so auch mich.

Mit Ant­je ar­bei­te­ten wir viel im Gar­ten, ver­pack­ten Kos­me­tik­ar­ti­kel oder Wer­be­brie­fe. Ei­gent­lich woll­te ich an­schlie­ßend ein Prak­ti­kum in der Can­ti­na ma­chen, aber dann kam ich mit Jef­frey ins Ge­spräch. Er lud mich ein, ein Prak­ti­kum bei ihm in der Kon­fek­tio­nie­rung zu be­gin­nen. Hier fühl­te mich so wohl, dass dar­aus ein Dau­er­prak­ti­kum wur­de. Das hab ich längst ab­ge­schlos­sen und mi­sche seit ei­nem Jahr hier im Ar­beits­be­reich mit.

Ich woll­te gern Neu­es aus­pro­bie­ren – und be­kam die Chan­ce dazu. So fah­re ich mitt­ler­wei­le im Shut­tle mit, um zu hel­fen. Ich gu­cke, was wir wo­hin mit­neh­men müs­sen und be­la­de das Shut­tle ent­spre­chend. Au­ßer­dem or­ga­ni­sie­re ich am PC, dass wir zum Mit­tag alle un­ser Wunsch­essen be­kom­men. Gern möch­te ich auch noch ler­nen, Ma­te­ri­al mit dem Hub­wa­gen zu fah­ren, und das ist be­stimmt noch nicht alles.

Ach ja, bei den On­line-Re­por­tern mi­sche ich jetzt auch mit. Nach­dem ich an ei­ni­gen Ar­ti­keln mit­wirk­te und Re­cher­che-Er­fah­run­gen sam­mel­te, ist hier mein ers­ter ei­ge­ner Artikel!

Vor­be­rei­tung ist alles

Vor­be­rei­tung ist alles

On­line-Re­por­te­rin Va­nes­sa Ver­der­ber ver­rät, war­um sie sich auf nächs­ten Mon­tag freut:

Wir Frau­en­be­auf­trag­ten sind ge­ra­de da­bei, das Event One Bil­li­on Ri­sing vor­zu­be­rei­ten. Vie­ler­orts soll un­ser ge­mein­sa­mer Tanz Frau­en stär­ken und auf ge­gen uns ge­rich­te­te Ge­walt auf­merk­sam ma­chen. An­drea Sei­pelt und ich fer­tig­ten dazu Schil­der an. Auf An­dre­as Schild ist un­ser Frau­en­be­auf­trag­ten-Logo zu se­hen. Ich setz­te auf mei­nem die Hil­fe-Te­le­fon­num­mer für Frau­en gra­fisch in Sze­ne. Da­bei gab ich mir alle Mühe, dass es auch ja per­fekt wird.

Die­se Schil­der prä­sen­tie­ren wir vor un­se­rem Auf­tritt beim One Bil­li­on Ri­sing am 16. Fe­bru­ar 2026 vor dem Ora­ni­en­bur­ger Schloss oben auf der Büh­ne. Auch die Bür­ger­meis­te­rin wird an­we­send sein und eine Rede hal­ten, ge­nau wie Frau Rie­del und Frau Bonk.

Am Diens­tag sa­hen uns wir uns vor Ort an, wo die Büh­ne steht und prüf­ten, ob die Mu­sik auch laut ge­nug ist. An­schlie­ßend tausch­ten wir uns drin­nen dar­über aus, wie wir das Event ge­stal­ten. Ganz ehr­lich, ich war noch nie zu­vor im Schloss. Nun freue ich mich noch mehr auf nächs­ten Mon­tag, ich wer­de dar­über berichten.

Ent­span­nungs-Oase am Heidering

Ent­span­nungs-Oase am Heidering

On­line-Re­por­te­rin Mar­ti­na Har­nisch­ma­cher mach­te vor kur­zem eine sehr wohl­tu­en­de Erfahrung:

Eine Son­der­ak­ti­on der aus per­so­nel­len Grün­den aus­ge­fal­le­nen Ge­sund­heits­ta­ge wur­de nun Ende Ja­nu­ar nach­ge­holt. Do­reen Witt und Car­men Preuß, Zwei Grup­pen­lei­te­rin­nen aus dem För­der­be­reich, ka­men zu uns in den Hei­de­ring. Sie hat­ten De­cken und Mat­ten, Hand­pan und Klang­scha­len da­bei, dazu ent­span­nen­de elek­tri­sche Lichter.

Wir konn­ten uns über­le­gen, ob wir sit­zen oder lie­gen. Die meis­ten woll­ten letz­te­res, nur ich und eine Kol­le­gin ent­schie­den uns fürs Sitzen.

Car­men las uns et­was über El­fen vor, wäh­rend Do­reen die Hand­pan spiel­te. Ich kon­zen­trier­te mich mehr auf die Mu­sik, an­de­re auf die El­fen. Ei­nig wa­ren wir uns, dass uns das Gan­ze wun­der­bar ent­spann­te und wir es sehr gern wie­der­ho­len möchten.

Do­reen und Car­men freu­ten sich über un­ser po­si­ti­ves Feed­back. Un­ser Be­triebs­lei­ter Sö­ren Neu­bert saß an­fangs kurz mit da­bei und war trau­rig, dass ihn ein Ter­min zum Ver­las­sen des Rau­mes zwang.

Wir sag­ten Sö­ren, dass wir das Gan­ze sehr gern hier am Hei­de­ring wie­der­ho­len möch­ten. Er war ein­ver­stan­den, und nun hof­fen wir, dass die­se Ver­an­stal­tung schnell in un­ser Fort­bil­dungs­pro­gramm auf­ge­nom­men wird. Ein gro­ßes Dan­ke an Car­men und Doreen!

Wir ge­ben dem Müll eine Abfuhr

Wir ge­ben dem Müll eine Abfuhr

On­line-Re­por­ter Kon­stan­tin Rein­hardt wid­met sich ei­nem wahr­haft dre­cki­gen Thema:

In un­se­rer Ca­ri­tas-Werk­statt fällt je­den Tag jede Men­ge Müll an. Haus­müll, Wert­stof­fe und Pa­pier wer­den bei uns na­tür­lich ge­trennt ent­sorgt. Dar­um küm­mern sich die Be­schäf­tig­ten vom In­ter­nen Dienst. Sie lee­ren die Müll­ei­mer in den Grup­pen­räu­men und be­stü­cken die­se mit neu­en Müll­tü­ten. Au­ßer­dem fül­len sie die Sei­fen­spen­der und küm­mern sich um die Sau­ber­keit. Den ein­ge­sam­mel­ten Müll brin­gen sie zur Müllsammelstelle.

Die be­fin­det sich auf dem Ge­län­de der Haupt­werk­statt, in der Nähe der Ga­ra­gen und des Holz-Car­ports. In ihr wird al­les noch­mal or­dent­lich sor­tiert. Au­ßer­dem gibt es hier eine Ab­fall­pres­se, in wel­cher Rest- und Ge­wer­be­müll zu­sam­men­ge­presst wer­den, (sie­he Foto, links ist mein Fin­ger, sor­ry). Das spart Platz.

Au­ßer­dem be­fin­den sich dort eine Mul­de für Alt­me­tall und Schrott so­wie eine wei­te­re Mul­de für Holz­ab­fäl­le. Der Haus­müll aus den Zweig­stel­len Ader­luch und Hei­de­ring wird mit ei­nem LKW in die Haupt­werk­statt ge­bracht und dort eben­falls gepresst.

Wie viel Müll die Ca­ri­tas Werk­statt ins­ge­samt pro­du­ziert, hängt von den Ar­beits­auf­trä­gen ab. Un­ser In­fra­struk­tur­ma­na­ger Herr Möl­ler ver­rät: Un­se­re Müll­pres­se presst etwa 7 bis 10 Ton­nen Müll in drei Mo­na­ten! Pa­pier & Pap­pe, Alt­me­tall, Holz, Alt­be­rei­fung und der ge­press­te Ge­wer­be­ab­fall wer­den nach Be­darf ab­ge­holt, Wert­stof­fe (Gel­be Ton­ne) so­wie Spei­se­res­te wöchentlich.

Ich fin­de es gut, dass bei uns auf Müll­tren­nung ge­ach­tet wird. So hel­fen wir alle mit, die Um­welt zu schützen.

Vor­sicht Glatt­eis! (05.02.2026)

Vor­sicht Glatt­eis! (05.02.2026)

Auch für mor­gen, 05.02.2026, warnt der Deut­sche Wet­ter­dienst in Ora­ni­en­burg und Um­ge­bung vor Glatt­eis auf Stra­ßen und Geh­we­gen.

Die Ca­ri­tas-Werk­statt hat wie ge­wohnt ge­öff­net. Die Fahr­diens­te sind un­ter­wegs, es kann aber zu Ver­spä­tun­gen kom­men.

Wer auf­grund der Wet­ter­la­ge mor­gen nicht zur Werk­statt kom­men kann, mel­det sich früh bit­te te­le­fo­nisch oder per E‑Mail bei uns – und so­weit zu­tref­fend auch beim Fahr­dienst. Die wet­ter­be­ding­te Ab­we­sen­heit gilt dann als entschuldigt.

Mit Sig­rid sa­hen wir nie Schwarz

Mit Sig­rid sa­hen wir nie Schwarz

Die On­line-Re­por­te­rin­nen und Re­por­ter aus Haupt­werk­statt und Ader­luch über eine be­son­de­re Kollegin:

Sig­rid Schwarz ar­bei­te­te schon in der Werk­statt, als Mar­cel Teich­mann hier als Zivi an­fing. Ist ir­gend­wo Not am Mann, hilft sie so­fort. Gibt es Streit oder schlech­te Stim­mung, greift sie eben­falls ein. Lei­der ist sie schon län­ger krank und hat schlim­me Schmer­zen. Aber auch Ar­thro­se und Rheu­ma hal­ten sie nicht da­von ab, je­den Tag mit dem Rol­la­tor zum Ader­luch zu lau­fen. Sig­rid ist eben eine Kämp­fer­frau. Geht sie Ende Fe­bru­ar in Ren­te, wer­den vie­le von uns sehr trau­rig sein. Herz­lich sa­gen wir schon jetzt dan­ke für die schö­ne Zeit mit ihr:

Ju­li­an Hes­se: Sig­rid hat im­mer ein Grin­sen zwi­schen den Wan­gen. Nie er­leb­te ich, dass sie schlech­te Lau­ne ver­brei­te­te, im Ge­gen­teil: Du be­kommst so­fort bes­se­re Lau­ne, wenn du ihr begegnest.

Mi­chae­la Senf: Ein­mal kam sie rein und sag­te: „Der Be­sen ist ab­ge­hau­en, weil er bo­ckig ist!“ Sie und ‚ihr‘ Be­sen brach­ten uns schon oft zum La­chen. Als ich ihr mal vor­schlug: „Nimm ihn doch mal in die Hand!“, er­wi­der­te sie: „Nee, mach ick nich, der beißt!“

Oder sie frag­te: „Wo soll ich den Be­sen hinstellen?“

Stell ihn da in die Ecke.“

Nee, da steht er Erik im Weg und haut ihn!“

Manch­mal möch­te ich Sig­rid ein­fach nur um­ar­men. Vie­len von uns ist sie eine gute Freun­din, die wir ei­gent­lich gar nicht ge­hen las­sen wollen.

Ina Krau­se: Als ich neu in die Kü­che am Ader­luch kam, gab Sig­rid mir Halt. Sie war die­je­ni­ge, die mich un­ter­stütz­te. Ich schät­ze ihre Lie­be und Gut­her­zig­keit. Sig­rid ist vol­ler Le­ben, eine tol­le Kollegin!

Erik Eg­ler: Sig­rid brach­te uns oft zum La­chen. Sie ist glaub ich schon ein we­nig trau­rig, dass sie Ende Fe­bru­ar in Ren­te geht.

Ma­nue­la Wro­blew­ski: Nach dem, was ich hier über sie hör­te, dach­te ich, Sig­rid sei eine Grup­pen­lei­te­rin. Wie auch im­mer, um ihre Kü­ken küm­mert sie sich!

All­mor­gend­lich für uns im Einsatz

All­mor­gend­lich für uns im Einsatz

Die On­line-Re­por­te­rin­nen der Haupt­werk­statt be­dan­ken sich bei un­se­rem Winterdienst:

Je­den Mor­gen vor Ar­beits­be­ginn sind der­zeit Flo­ri­an Tie­pel­mann, Mat­thi­as Ja­ko­bi, Den­nis Rös­ner, Mi­cha­el Ki­bel­lis und Tho­mas Stolt für un­se­re Si­cher­heit im Ein­satz. Teil­wei­se mit „schwe­rem Ge­rät“ be­räu­men sie das Ge­län­de des St. Jo­han­nes­bergs von der kal­ten wei­ßen Wolkenware.

Phil­ipp Fo­cking, Cle­mens Beng­sch und Mat­thi­as Dah­l­ke wech­seln sich wö­chent­lich als Grup­pen­lei­ter ab, un­se­ren Win­ter­dienst zu ko­or­di­nie­ren. Über den Tag sor­gen dann auch Nad­ja Meiß­gei­er und alle an­de­ren aus dem Gar­ten­be­reich vor al­lem von Hand da­für, dass wir uns auf dem Be­triebs­ge­län­de si­cher be­we­gen können.

Wir sind froh, dass wir Kol­le­gen ha­ben, die der­zeit je­den Mor­gen noch frü­her auf­ste­hen, da­mit wir nicht aus­rut­schen, uns nicht ver­let­zen. Da­für noch­mal un­ser herz­li­cher Dank.

Und das funk­tio­niert? Un­se­re Fahrergruppe

Und das funk­tio­niert? Un­se­re Fahrergruppe

Werk­statt­le­ben am Hei­de­ring Teil 6: On­line-Re­por­te­rin Mar­ti­na Har­nisch­ma­cher im Ge­spräch mit Jef­frey Fehst

Jef­frey: Um das Jahr 2011 bau­ten wir eine Fah­rer­grup­pe aus Werk­statt-Be­schäf­tig­ten auf. Das war ein ab­so­lu­tes No­vum, aber die Werk­statt­lei­tung un­ter­stütz­te uns. Ich fun­gier­te zu­nächst als Lei­ter un­se­rer „Post-Run­de“ – so ge­nannt, weil wir auf ihr Brie­fe und an­de­re Do­ku­men­te vom Hei­de­ring zur Haupt­werk­statt brach­ten, das­sel­be retour.

Mar­ti­na: Das In­ter­net spiel­te noch nicht die Rol­le von heu­te, und so nutz­ten wir un­se­re Post-Tour auch zur Wei­ter­ga­be von Neu­ig­kei­ten und für per­sön­li­che Absprachen.

Jef­frey: Bald ka­men di­ver­se Lie­fer-Fahr­ten hin­zu, auf de­nen wir un­ter an­de­rem von Frie­sen ge­fer­tig­te Licht­ma­schi­nen und An­las­ser an KFZ-Tei­le 24 nach Ber­lin aus­lie­fer­ten. Zu Best­zei­ten wa­ren wir mit Jür­gen, Mar­ti­na, Ka­rin, Hen­drik, Kat­ja und Rosi sechs Stamm­fah­rer, al­le­samt Werkstatt-Beschäftigte.

Mar­ti­na: Wir wa­ren uns im­mer ei­nig, wer was fährt. Ich zum Bei­spiel be­lie­fer­te gern Ber­lin, ge­nau wie Rosi Kab­zinski und Kat­ja Ni­ckel. Jür­gen Wolf, auf dem Foto links zu se­hen, trans­por­tier­te das Mit­tag­essen von der Haupt­werk­statt in den Hei­de­ring und zu un­se­rer Au­ßen­stel­le in Schmach­ten­ha­gen. Nicht lan­ge, da chauf­fier­ten wir auch Be­schäf­tig­te und Mitarbeiter.

Die ers­te Zeit hat­te un­se­re Trup­pe nur hin­ter der Ga­ra­ge ein klei­nes Räum­chen. Woll­ten wir uns zwi­schen zwei Fahr­ten mit Jef­frey ab­stim­men, lie­fen wir zu­meist ne­ben ihm her, weil er auch für vie­le an­de­re ein ge­frag­ter Ge­sprächs­part­ner war. Ein Ohr am Te­le­fon, das an­de­re für uns, ti­ger­te er übers Ge­län­de, und du muss­test schnell mit­krie­gen, was als nächs­tes wie zu tun ist.

Jef­frey: Zwi­schen­durch ab­sol­vier­te ich eine son­der­päd­ago­gi­sche Zu­satz-Qua­li­fi­zie­rung. Als ich dort von al­le­dem er­zähl­te, sa­hen mich die an­de­ren Lehr­gangs­teil­neh­mer mit gro­ßen Au­gen an: „Eine Fah­rer­grup­pe aus Be­schäf­tig­ten – und das funktioniert?“

Ja klar!“ Da wa­ren sie auf ein­mal alle ganz still und staun­ten. So­weit ich weiß, sind wir bis heu­te weit und breit die ein­zi­ge Werk­statt, bei der Be­schäf­tig­te eine sol­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men – seit nun­mehr an­dert­halb Jahrzehnten!

Rund ums ge­sun­de Leben

Rund ums ge­sun­de Leben

On­line-Re­por­ter Mi­cha­el Ben­ter be­such­te den Er­näh­rungs­tag in der Hauptwerkstatt

Ich gu­cke zum Fei­er­abend im­mer auf un­se­re In­for­ma­ti­ons­ta­fel beim Ca­ri­tas Woh­nen. Dort stand neu­lich et­was vom Ge­sund­heits­tag in der Haupt­werk­statt am 21. Ja­nu­ar ab 14.15. Ich ent­schied: Da gehe ich hin!

Mat­thi­as Ja­kob, der Lei­ter vom Ca­ri­tas Woh­nen St. Jo­han­nes­berg, war mit da­bei, ge­nau wie Anja Pe­tras und Pi­ro­s­ka Marò­thi. Letz­te­re er­öff­ne­te das Gan­ze mit ei­ner kur­zen Rede, dann gings los: Bei der ers­ten Sta­ti­on soll­ten wir er­ra­ten, wie viel Zu­cker in Coca-Cola, Twix, ei­nem Slus­hy, Brot, Sa­la­mi, Na­tur­jo­ghurt mit 1,5 % Fett und Was­ser ist. Die ent­spre­chen­de Men­ge soll­ten wir je­weils in ein Glas füllen.

Ich über­leg­te eine Mi­nu­te – und lag bei fast al­len rich­tig. Da­bei er­fuhr ich: In ei­ner gro­ßen Fla­sche Cola sind zum Bei­spiel 12 Stück Wür­fel­zu­cker drin, im Jo­ghurt im­mer­hin noch drei, in der Sa­la­mi nur ein Würfel.

An ei­ner an­de­ren Sta­ti­on puz­zel­ten wir, die Bil­der zeig­ten Obst, Ge­mü­se und un­ge­sun­de Sa­chen. An­schlie­ßend soll­ten wir ra­ten, was da­von ge­sund ist und was nicht. An wei­te­ren Sta­tio­nen spiel­ten wir Me­mo­ry, er­rie­ten ver­schie­de­ne Kräu­ter an ih­rem Duft und er­fühl­ten mit ge­schlos­se­nen Au­gen Obst- und Gemüsearten.

Au­ßer­dem lie­fen wir mit ei­nem Ball Sla­lom – und schnell wie­der zu­rück. Mir un­ter­lief bei al­le­dem nur ein Feh­ler. Beim Rie­chen er­kann­te ich den Thy­mi­an nicht. Viel­leicht könn­te die­se Ver­an­stal­tung auch mal an un­se­ren an­de­ren Stand­or­ten statt­fin­den – oder zum Jo­han­nes­fest? Vie­len Dank an alle, die sie mög­lich machten.

Den Men­schen soll es hier gut gehen

Den Men­schen soll es hier gut gehen

On­line-Re­por­te­rin Va­nes­sa Ver­der­ber im Ge­spräch mit Ka­tha­ri­na Riedel

Ich fin­de Ka­tha­ri­na sehr nett. Sie hat im­mer ein of­fe­nes Ohr für alle und ist mei­ner Mei­nung nach auch sehr stark. Stets setzt sie sich für die Men­schen ein, die Un­ter­stüt­zung brau­chen. Nun sag­te ich mir: Ich in­ter­viewe sie ein­fach mal:

Was führ­te Dich zur Caritas-Werkstatt?

Dazu muss ich et­was aus­ho­len. In Werk­stät­ten ge­ar­bei­tet habe ich schon län­ger. Ich ab­sol­vier­te mein Frei­wil­li­ges So­zia­les Jahr in ei­ner Werk­statt in Sach­sen. Da­nach stu­dier­te ich in Bay­ern So­zia­le Ar­beit und mir war klar: Ich möch­te wei­ter­hin in Werk­stät­ten tä­tig sein. Nach dem Stu­di­um zog ich nach Ber­lin und schau­te mich nach Jobs um. Zu­fäl­lig ent­deck­te ich, dass die Ca­ri­tas-Werk­statt Ora­ni­en­burg eine Stel­le im Job­coa­ching neu aus­ge­schrie­ben hat­te. Ich be­warb mich – und erst, als ich zum Be­wer­bungs­ge­spräch fuhr, merk­te ich: Ora­ni­en­burg liegt ganz schön weit draußen!

Wie kamst Du schließ­lich in die Werkstatt-Leitung?

Herr Lau und Herr Schulz mach­ten das eine kur­ze Zeit zu zweit. Da­bei merk­ten sie, dass es gut ist, wenn in der Lei­tung alle Per­spek­ti­ven der Werk­statt­lei­tung ver­tre­ten sind und es auch eine Stim­me gibt, die sich vor al­lem für die Be­lan­ge der Be­schäf­tig­ten ver­ant­wort­lich fühlt. Und grund­sätz­lich hal­te ich es im­mer für wich­tig und gut, wenn in Lei­tungs­teams Män­ner und Frau­en zusammenarbeiten.

Für wel­che Tä­tig­keit in der Lei­tung bist Du spe­zi­ell zuständig?

Bil­dung und So­zia­les“ steht an mei­ner Tür. Im Un­ter­schied zu den Ar­beits­schwer­punk­ten von Herrn Lau und Herrn Schulz dreht sich mei­ne Tä­tig­keit nicht so sehr dar­um, dass Auf­trä­ge rein­kom­men oder die Pro­zes­se und Ma­schi­nen lau­fen, son­dern dass es den Men­schen hier gut geht.

Ist Lei­tungs­ar­beit manch­mal sehr anstrengend?

Ich glau­be, jede Auf­ga­be kann an­stren­gend sein. Über­all gibt es Pha­sen, die wir als sehr her­aus­for­dernd emp­fin­den. Ich glau­be nicht, dass ein Chef oder eine Che­fin mehr Stress ha­ben als andere.

Lei­tungs­ar­beit ist in mei­nen Au­gen aber schon eine an­de­re Sache.

Das hängt viel mit der je­wei­li­gen Per­son zu­sam­men. Wie wich­tig ist mir mei­ne Auf­ga­be, wie ver­ant­wor­tungs­voll ar­bei­te ich? Wir alle er­fül­len wich­ti­ge Auf­ga­ben, auch Ihr als Be­schäf­tig­te. Ich den­ke da zum Bei­spiel an die Can­ti­na. Dort ste­hen mit­tags vie­le Men­schen hung­rig vor dir, und du wirst viel­leicht an­ge­pflaumt, wenn es mal nicht schnell ge­nug geht. Das ist ganz si­cher an­stren­gen­der als so man­che Leitungstätigkeit.

Was machst Du in Dei­ner Freizeit?

Das ver­än­der­te sich zu­letzt mit mei­ner Um­ge­bung. Bis 2023 wohn­te ich in Ber­lin mit all sei­nen kul­tu­rel­len An­ge­bo­ten. Jetzt lebe ich in Ky­ritz, qua­si mit­ten im Wald am See. Die­sen Som­mer be­leg­te ich bei­spiels­wei­se ei­nen An­fän­ger­kurs im Ru­der­ver­ein, und wir ha­ben ei­nen Hund.

Apro­pos, bist Du auch so ein gro­ßer Tier­freund wie ich? Ich lie­be Tie­re sehr und glau­be, wir kön­nen eine Men­ge von ih­nen lernen.

Das glau­be ich auch. Ich mag vor al­lem Hun­de, mehr noch als Kat­zen. Ja, ich bin ein Hun­de-Typ, weil sie dir ganz un­ge­fil­tert ihre Lie­be schen­ken. Man­che Tie­re, so zum Bei­spiel Spin­nen oder Schlan­gen, brau­che ich nicht in mei­ner un­mit­tel­ba­ren Nähe.

Ich habe Angst vor Wes­pen und ver­su­che, ih­nen ge­gen­über ru­hig zu blei­ben, so nach dem Mot­to: Ich lass dich in Ruhe – und du mich auch.

Ge­nau, nen­nen wir es fried­li­che Ko­exis­tenz. Hast Du ei­nen Hund?

Lei­der nicht. Mein Ar­beits­tag ist lang, und Hun­de mö­gen es nicht, al­lein zu sein. Was für ei­nen Hund hast Du?

Eine Mi­schung aus Bea­gle, das ist ein eher stu­rer, dick­köp­fi­ger Jagd­hund – und Mops, der eher Rich­tung Schoß­hund geht. Ge­fühlt ist er im­mer auf Nahrungssuche.

Soll sich dei­ner Mei­nung nach in­ner­halb der Werk­statt et­was än­dern? Falls ja, was?

Zu uns kom­men im­mer mehr Men­schen mit sehr ho­hem För­der­be­darf. Zum an­de­ren ha­ben wir Be­schäf­tig­te, die eine Aus­bil­dung ma­chen, auf den ers­ten Ar­beits­markt wol­len. Ich wün­sche mir, dass wir für alle Mög­lich­kei­ten finden.

Raus aus der Werk­statt? Da­vor hab‘ ich Angst.

Das musst Du nicht. Für man­che ist es ein gu­ter Schritt, für an­de­re nicht oder noch nicht.Manchmal hilft es, sich nicht so sehr zu be­las­ten mit dem, was ir­gend­wann ein­mal sein wird. Als Du zu uns kamst, wuss­test Du ja auch nicht, was Dich hier erwartet.Damals hät­test Du Dir si­cher nicht zu­ge­traut, Frau­en­be­auf­trag­te zu wer­den. Sich selbst Din­ge zu­zu­trau­en ist das eine, aber mit Dei­ner Wahl siehst du: Auch an­de­re ge­ben Dir ihr Vertrauen!

Okay, was ist Dein zu­künf­ti­ges Ziel in der Werkstatt?

Mein gro­ßes Ziel ist nach wie vor, dass die Werk­statt ein Ort bleibt, an den die Be­schäf­tig­ten gern zur Ar­beit kom­men. Ein Ort, an dem Ihr Euch si­cher fühlt, Euch ent­wi­ckeln könnt, Selbst­be­wusst­sein tankt. Je­der kann mit sei­nen Auf­ga­ben wach­sen, hat aber auch die Chan­ce, ei­ge­ne Gren­zen zu ak­zep­tie­ren. Das ist der gro­ße Vor­teil ei­ner Werkstatt.

Bist Du mit Dei­ner Ar­beit zufrieden?

Ich mag es, dass ich hier vie­le Din­ge be­we­gen und Pro­jek­te ver­fol­gen kann, die mir am Her­zen lie­gen, zum Bei­spiel die Frau­en­be­auf­trag­ten. Ich ge­nie­ße die Frei­heit, so et­was mit zu ent­wi­ckeln, und ich ge­nie­ße die vie­len Men­schen um mich herum.

Hast Du Ge­schwis­ter? Wenn ja, wie vie­le? Ich hab eine Schwes­ter und drei Brüder.

Ich habe ei­nen „klei­nen“ Bru­der, der vier Jah­re jün­ger ist als ich. Er ist Fuß­bal­ler von Be­ruf, da­für hats bei mir nicht gereicht.

Ich spie­le üb­ri­gens Rugby.

Stimmt! Ich bin ge­ra­de da­bei, das nächs­te One Bil­li­on Ri­sing mit zu or­ga­ni­sie­ren, eine Tanz­de­mons­tra­ti­on, um Frau­en stark zu ma­chen. Viel­leicht lade ich dazu Dei­nen Rug­by­club ein?

War­um nicht? Fra­gen kos­tet nichts. Gibt es et­was aus Dei­ner Kind­heit, was Dich be­son­ders prägte?

Ich wuchs qua­si in ei­nem Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus auf. Mei­ne Groß­el­tern wa­ren für mich sehr wich­ti­ge Men­schen. Es präg­te mich, dass sie in mei­ner Kind­heit da wa­ren. Mir ge­fiel das ge­gen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis, dass wir uns ge­gen­sei­tig hal­fen. Viel­leicht wur­de ich auch des­halb So­zi­al­ar­bei­te­rin? Mei­ne Oma war eher still, hat­te aber al­les im Griff. Ich be­wun­de­re die­se Frau­en, die noch den Zwei­ten Welt­krieg und vie­le schlim­me Din­ge er­leb­ten. Sie konn­ten sel­ten selbst­be­stimmt le­ben. Aber sie lie­ßen sich nicht un­ter­krie­gen und muss­ten hart ar­bei­ten. Von die­sen Frau­en kön­nen wir eine Men­ge ler­nen. Ich glau­be, auch des­halb set­ze ich mich heu­te gern für die Selbst­be­stim­mung und Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen ein.

Lie­be Ka­tha­ri­na, ich dan­ke Dir für das Gespräch.

Auch ich dan­ke Dir für un­ser Ge­spräch, lie­be Va­nes­sa. Dein Kom­pli­ment vom An­fang kann ich nur zu­rück­ge­ben. Ich fin­de es stark, was Du Dich in­zwi­schen al­les traust.