12. Juni 2025 | Logbuch |
Ich heiße Alonzo Münn und arbeite in der Zweigwerkstatt am Aderluch, bei B.Plus. Als Online-Reporter nehme ich Euch mit in meinen Werkstatt-Alltag dieser Woche.
Montag
Ich trieb Sport in unserem neuen Ergo- und Physio-Raum. Später brachte ich Isabel in den Ruheraum, weil sie schlafen wollte. Ich kümmere mich ein bisschen um meine Kolleginnen und Kollegen. Gerade verpacken wir für eine Firma Zuckerwattestäbchen. Mein Soll markiere ich mit Strichen auf einem Blatt Papier. Bei jedem Päckchen radiere ich einen weg, bis kein Strich mehr da ist.
Mit unserem Werkstattleiter Herrn Lau nahm ich ein Video für den Instagram-Account der Caritas-Werkstatt auf, der vor wenigen Tagen an den Start ging. Meine Gruppenleitung hatte mich gefragt, ob ich mitmachen möchte. Inzwischen ist es auf dem Kanal der Werkstatt zu sehen.
Dienstag
Ich stellte Stühle raus und platzierte sie an den Tischen. An diesem Tag grillten wir nämlich bei uns am Aderluch. Bratwurst, Nudel- und Kartoffelsalat schmeckten extrem lecker. Für jemanden, der vegetarisch isst, grillten wir Paprikaschoten. Es sollte für alle was dabei sein!
Mittwoch
In unserem Raum schnitt ich für meine Gruppe die Essenmarken aus. Eine Kollegin hatte die Marken oft zerschnitten, deshalb betraute die Gruppenleitung mich mit dieser Aufgabe.
„Wie geht’s dir?“, fragte ich meinen Kollegen Micha. Dem geht es manchmal nicht gut, so auch diesmal. Er sagte: „Ich halte es nicht mehr aus!“
„Dann geh doch mal ein bisschen an die frische Luft!“, schlug ich ihm vor. Das machte er, danach ging es ihm wieder besser. Es ist wichtig, dass es uns gut geht.
11. Juni 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber berichtet von einem der sportlichen Highlights des Jahres
Jedes Jahr im Mai findet in Hennigsdorf das Integrations-Sportfest statt. Jede Menge Schüler und Beschäftigte aus verschiedenen Werkstätten nehmen daran teil. Ich war einer der vielen Sportbegeisterten und hatte eine Menge Spaß dabei.
Es gab den Dreier-Wettkampf, bestehend aus den Disziplinen 50-Meter Sprint, Medizinball-Weitwurf und Weitsprung. Dazu kamen Minispiele wie Gummistiefel-Weitwerfen, Hopseball-Weitsprung sowie andere Aktivitäten. Für jeden war das Richtige dabei. Diejenigen, die an den Minispielen teilnahmen, konnten sich hinterher einen kleinen Preis aussuchen. Ich erwählte mir eine coole Sonnenbrille.
Nächstes Jahr muss allerdings der Weitsprung durch Seilspringen ersetzt werden, da sich jemand bei dieser Disziplin schwer verletzte. Von hier aus: Gute Besserung!
10. Juni 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Manuela Wroblewski berichtet von einer Mittagspause der besonderen Art
Als Belohnung dafür, dass wir Beschäftigten aus der Werbemittelfertigung so fleißig waren, luden uns unsere Gruppenleiterinnen und ‑leiter zum Grillen ein.
Vor Ort hatten sie alles bestens vorbereitet. Andrea Bloch oblag die Koordination. Sie organisierte Tische wie Bänke, besorgte zwei Grills, einer war ihr persönlicher. Stefan Einbrodt und Kai Hämmerling fungierten als Grillmeister. Es gab Bratwurst, Hähnchen-Spieß und Steak, dazu Nudel- und Kartoffelsalat sowie Mozzarella mit Tomate und frischem Basilikum nebst passenden Getränken. Wir waren guter Dinge und der Wettergott spielte ebenfalls mit. Also machten wir es uns draußen gemütlich und genossen Speis wie Trank. Man hätte sich über einen Kurzbesuch der Leitung gefreut.
Das Ganze war ein Dankeschön unserer Gruppenleitung dafür, dass die letzte Zeit so stressig gewesen war und wir trotzdem gut durchhielten. Der Personalmangel ist schon noch zu spüren. Auch bei der Messe-Vorbereitung unseres Auftraggebers leisteten wir unseren Beitrag. Liebe Gruppenleiterinnen und ‑leiter, an dieser Stelle unser herzlicher Dank für Euer herzhaft gegrilltes Dankeschön!
5. Juni 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter interviewt die Bildungsbegleiterin in Campus Q, Sabine Schrader
Bei meinem ersten Schüler-Praktikum in der Werkstatt baute ich bei Dir einen Holzwürfel. Was hast Du früher gemacht?
Ich lernte Facharbeiter für Werkzeugmaschinen bei der Deutschen Reichsbahn und arbeitete von 1987 bis 1989 im RAW Meiningen, in meiner thüringischen Heimat. Dort hatten wir unter anderem Dreh- und Fräsmaschinen, genau wie ihr im Heidering.
Wie kamst Du auf die Idee, in die Caritas-Werkstatt zu gehen?
Bei einem Bruder in Berlin las ich 1996 in der Stadtillustrierten Zitty die Annonce der Caritas-Werkstatt Oranienburg. Die war damals noch sehr klein, mit insgesamt 70 Beschäftigten – und suchte eine Heilerziehungspflegerin.
Was macht Dir besonders Spaß bei deiner Arbeit hier?
Es ist genau mein Ding, im BBB mit den jungen Menschen zu arbeiten. Meine Tätigkeit ist so wunderbar vielseitig. Ich bin in allen Abteilungen unterwegs, betreue unsere Praktikanten – oder besuche Dich am Heidering!
Warum habt Ihr Campus Q gegründet?
Lange Zeit war unsere Berufsbildung in die Arbeitsbereiche integriert. Als Herr Lau diesen Bereich leitete, trennten wir das Ganze. Die jungen Leute, die neu zu uns kamen, sollten erstmal in Ruhe die einzelnen Tätigkeiten erlernen. Von Herrn Lau kam auch die Idee, das Ganze Campus Q zu nennen.
Warum ist Campus Q nur im Josefhaus und nicht auch Am Heidering 20?
Einen Berufsbildungsbereich gibt es auch bei Euch. Dort heißt er Faktor C und ist auf Menschen mit einer psychischen Erkrankung ausgerichtet. Daraus ergeben sich andere Tätigkeitsbereiche als im Campus Q.
Du bist immer mit dem Fahrrad unterwegs, bei jedem Wetter, von Januar bis Dezember. Hat das einen besonderen Grund?
Fahrradfahren macht mir riesigen Spaß! Fährst du mit dem Auto durch Oranienburg, stehst du oft im Stau, da bin ich auf dem Rad meistens schneller.
Trotzdem, das könnte ich nicht!
Probiere es doch mal! Du wirst fitter, bist seltener krank – und vielleicht macht es Dir ja sogar Spaß?
Okay, zum Schluss noch was Persönliches: Mir gefällt, dass ich mit Dir immer vernünftig reden kann. Du hörst einem stets zu und erfragt sofort den Hintergrund.
Es interessiert mich einfach, was die Menschen in meinem Umfeld erlebt und auf dem Herzen haben. Du interessierst dich ja auch für vieles.
3. Juni 2025 | Logbuch |
Ein Reisebericht von Online-Reporter Erik Egler
Zusammen mit anderen Beschäftigten und einigen Werkstatt-Mitarbeitern unternahmen wir eine Exkursion zum Gut und Schloss Liebenberg. Sie wurde über das Fortbildungsprogramm der Werkstatt geplant und in Zusammenarbeit mit dem Grundbildungszentrum umgesetzt.
Das Gelände dort ist sehr groß. Erstmal liefen wir herum und schauten, dann besuchten wir eine auf dem Gut untergebrachte Werkstatt, in der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten. Wir sahen den Holzbereich und waren kurz im Metallbereich, wo ich Schweißer-Masken entdeckte. Dann erhielt jeder einen Webrahmen und konnte diesen mit hauseigener Wolle bearbeiten. Ich wurde leider nicht fertig.
Früher gab es auf dem Gut Kühe, heute haben sie noch Hühner und Schafe. Die sahen wir leider nicht, aber in dem Raum, in dem wir häkelten, lag ein Schafspelz, der wie die Wolle von dort stammte.
Mittagessen gab es in einer kleinen Kapelle. Draußen standen zwei, drinnen sechs oder sieben Tische. Sehr groß ist dagegen die Liebenberger Kirche.
Wir besuchten eine Ausstellung mit zwei Löwen-Statuen, die einst das Eingangstor zum Schlosshof geziert hatten. An den Wänden hingen Bilder, in Glaskästen befanden sich weitere, zumeist zerbrochene Ausstellungsstücke. Unter ihnen ein Steinhaufen, der früher ebenfalls ein Löwe gewesen war. Ich guckte mir die drei Löwen genau an. Bei dem Kaputten war ein Auge noch zu sehen, das sah detaillierter aus als jene der anderen beiden.
Interessant fand ich den „Kaiserbrunnen“, ein Geschenk des Kaisers, der hier regelmäßig zu Gast war. Der Brunnen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zugeschüttet. Dabei warfen sie auch etliche Ausstellungsstücke aus dem Schloss dort hinein, so die Löwen und den großen Unterkieferknochen eines Wals. Den hatte der einstige Schlossherr auf einer seiner Reisen geschenkt bekommen. Die geretteten Stücke kann man wie gesagt noch heute besichtigen.
2. Juni 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Alonzo Münn testet ein neues Fertigungsverfahren
Neulich tunkte ich zum ersten Mal unsere Kaminanzünder, die wir unter dem Label Feuer & Flamme produzieren und verkaufen. Dass sie wunderbar funktionieren, weiß meine Fachkraft Melanie Freitag aus eigener Erfahrung zu berichten.
Mike Dessombes hatte eine neue Art erfunden, sie in das flüssige Wachs zu tunken: An zwei Klammern, jeweils dreimal von oben und unten, dann ist es richtig stabil.
Nachdem ich das getan hatte, sollte ich sie auf Mikes Anregung testen und bei der Gelegenheit ein Testvideo erstellen. Das erledigte ich mit Frau Freitags Handy.
Wir sollten die Zeit stoppen, wie lange der Anzünder brennt, weil er etwas anders aussieht als unsere Üblichen. Er brannte 11 Minuten, genau die richtige Zeit! Dann brach ich das Ganze ab, weil das Teil nur noch glühte.
Bisher hatte ich unsere Anzünder immer nur verpackt oder gezählt. Es war interessant für mich, mal etwas anderes auszuprobieren. Aus unserer Kerzenabteilung kommen übrigens immer wieder neue Ideen, dazu bald mehr.
30. Mai 2025 | Logbuch |
Ein echtes Happening ist in jedem Jahr das Integrationssportfest für den Landkreis Oberhavel in Hennigsdorf, das in diesem Jahr in der 24. Auflage an den Start ging. Und mittendrin, als größtes Team, die Caritas-Werkstatt. In viele Disziplinen – von Leichtathletik, über Ballspiele, bis zu verschiedenen Geschicklichkeitsübungen – gab es ein sportliches und vergnügliches Kräftemessen. Wir danken den Organisatoren der PUR gGmbh, die diesen Tag für Sportbegeisterte aus dem gesamten Landkreis wieder zu einem Erlebnis der besonderen Art gemacht haben.
27. Mai 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Eileen Mannich verabschiedet zwei Beschäftigte in den Ruhestand
Kürzlich verabschiedeten wir Christian Berner und Ingo Rosenfeld in ihren wohlverdienten Ruhestand. Es gab Kaffee und Kuchen bei einem gemütlichen Beisammensein in der Cantina Heidering. Katharina Riedel, Sören Neubert sowie Ingo und Christian sagten ein paar Worte, der leckere Kuchen kam aus dem BBB.
Besonders der (halbe) Abschied von meinem Kollegen Christian aus der Verwaltungsgruppe berührte mich doch sehr. Im Büro saßen wir einander gegenüber, und wann immer ich Hilfe brauchte, war er zur Stelle. Als ich neulich ein PC-Problem hatte, wusste Christian sofort, was zu tun war. Er kannte zudem eine Menge Geschichten und wann immer es passte, gab er eine zum Besten.
Aber ganz weg ist Christian ja noch nicht. Mittwoch und Donnerstag kommt er am Heidering vorbei und erledigt diese und jene Aufgabe. Ich wünsche Ingo und ihm alles Gute und eine schöne Zeit als Rentner.
22. Mai 2025 | Logbuch |
Die Caritas-Werkstatt ist in Bewegung. Im Arbeitsalltag, aber auch buchstäblich bei verschiedenen Anlässen und Lauf-Events, wie beim gestrigen Berliner Firmenlauf. Durch den Tiergarten, vorbei an der Siegessäule bis zum Schlussspurt mit dem imposanten Blick auf die Abendsonne über dem Brandenburger Tor bot der Lauf eine sportliche Sightseeing-Tour der besonderen Art.
22. Mai 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Julia Bußler gibt einen Einblick in den momentan herausfordernden Arbeitsalltag in der Werbemittelfertigung
Derzeit stehen wir sehr unter Druck, unserem Auftraggeber die geforderten Stückzahlen an Farbkarten und Fächern zu liefern. Bei deren Fertigung gibt es viele Fehlerquellen. Der Auftraggeber benötigt verschiedene Varianten, wobei wir es hier mit über 1200 unterschiedlichen Folien zu tun haben. Bei jeder neuen Farbe müssen wir die Stanze entsprechend einstellen. Da kommt schnell mal was durcheinander, und unsere Gruppenleiter oder wir müssen entsprechend nacharbeiten. Haben wir dazu noch Pech, ist die entsprechende Farbe gerade nicht mehr im Lager vorrätig.
Außerdem haben wir gerade Personalmangel. Neulich entschied ich, nicht zum Treffen der Online-Reporter zu gehen. Wir brauchten jemanden an der Stanze. Das können nur drei von uns, die anderen waren woanders eingesetzt.
Manchmal geht so eine Maschine auch kaputt. So mussten wir neulich per Hand zuschneiden. Als unser Trockner die eingelegten Folien nicht mehr weitertransportierte, baute Stefan Einbrodt eine Handkurbel an. Die über mehrere Stunden zu bedienen, erforderte ordentlich Muskelkraft, aber was sollten wir machen?
Wir geben unser Bestes und an manchen Tagen kommen wir an unser Limit. Gerade unterstützt uns die Holzabteilung. Den Kollegen dort müssen wir die nötigen Arbeitsschritte natürlich erst einmal erklären und zeigen. Eine von uns weist sie ein. Gucken wir mal, wie‘s funktioniert. Wir bleiben am Ball.
21. Mai 2025 | Logbuch |
Es gibt Fähigkeiten, die man vor allem deshalb erwirbt, um sie hoffentlich nie anzuwenden: An allen Standorten der Caritas-Werkstatt finden momentan Übungen zum Umgang mit dem Feuerlöscher statt, wie hier am Aderluch.
13. Mai 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Isabell Scheileke stellt sich vor
Ich bin ab jetzt Online-Reporterin und möchte mich vorstellen: 1984 geboren, absolvierte ich eine Ausbildung als Helfer im Gastgewerbe. Anschließend arbeitete ich bei MC Donalds im Spreewald, KFC in Berlin und in Gaststätten. Aufgrund einer körperlichen Einschränkung hielt ich jedoch nirgendwo lange durch.
Nach mehreren Untersuchungen beim Amtsarzt versuchte ich es über die Unterstützte Beschäftigung. Ich absolvierte Praktika in einem Pflegeheim, einer Bäckerei und im CAP-Markt Berlin Lichtenberg. Wieder musste ich aufgeben, weil die Arbeit körperlich zu anstrengend war und zudem in Schichten.
Ich war gerade alleinerziehende Mutter zweier Söhne. Der Jüngere kam zur Coronazeit in die Schule, die jedoch nicht stattfand. Das bedeutete: Ich brachte ihm Buchstaben und Zahlen zuhause bei, neben der Arbeit.
Eine therapeutische und eine ärztliche Untersuchung brachte die Entscheidung: Meine Kraft langt nur für den Zweiten Arbeitsmarkt. Da war ich ein Stück weit erleichtert, schließlich hatte ich bislang nirgendwo durchgehalten. Zusammen mit meinen Söhnen und meinem Freund zog ich nach Oranienburg und fing Juni 2022 in der Caritas-Werkstatt an, im BBB Heidering bei Stephan Schneider und Antje Jahnert. Seit Februar 2025 arbeite ich bei Melissa Beyaz in der Montage.
Endlich fühlte ich mich angekommen. In der Werkstatt lernte ich neue Freunde kennen, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Es tut mir gut, dass ich hier arbeiten kann, wie ich es schaffe und dass ich unter Menschen komme. In der Werkstatt schaffe ich, was ich vorher so nicht schaffte: Ich halte durch, für mich ein Erfolgserlebnis.