7. Januar 2026 | Logbuch |
Michael Benter befragt Philipp Focking: Wo und was hast Du gearbeitet, bevor Du in die Werkstatt kamst?
Ich war Planer und Bauleiter im Bereich Garten- und Landschaftsbau, zuerst in einem Landschaftsbau-Unternehmen, dann in einem Handwerksbetrieb.
Wie lange bist Du schon in unserem Grünteam?:
Ich startete 2010 im Arbeitsbereich Garten- und Landschaftspflege. Mein Vorgänger fiel längere Zeit krankheitsbedingt aus. „Dringend Urlaubsvertretung gesucht!“, hieß es da. Das war spannend für mich. Ich bin Gärtner aus Leidenschaft.
Warst Du der erste, der das Grün-Team im BBB im Josefhaus leitete?
Vorher gab es den Lehrgang Garten- und Landschaftspflege, übrigens auch hier im Josefhaus. Bald, nachdem ich kam, befand sich der BBB im Umbruch. Rainer Schulz sprach mich an, ob ich mir vorstellen könne, dabei mitzuwirken. Im Frühling 2014 wechselte ich in den Berufsbildungsbereich und startete im Herbst mit der sonderpädagogischen Zusatzausbildung. Die Erfahrungen aus dem Arbeitsbereich halfen mir, die richtigen Schwerpunkte in der beruflichen Bildung zu setzen. Unsere Beschäftigen lernen hier die Maschinen kennen, die im Arbeitsbereich und auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwendet werden.
Machst du morgens einen Rundgang und guckst, was gemacht werden muss – und sagst dann Deinen Beschäftigten, welche Arbeiten an diesem Tag anliegen?
Meistens sehe ich am zu Ende gehenden Arbeitstag, was am Folgetag zu tun ist. Hatte ich Urlaub, mache ich anschließend erst mal einen Rundgang, um zu sehen: Wo besteht am nötigsten Handlungsbedarf?
Was ist, wenn Beschäftigte zu dir kommen und sagen: Ich will das und das machen!
Sehen Beschäftigte, was zu tun ist, lasse ich sie das gern machen. Zumeist aber sind sie im BBB zunächst noch nicht so erfahren. Da ist es eher selten, dass sie Vorschläge machen. Hat aber jemand den gärtnerischen Blick, bremse ich sie oder ihn nicht.
Warum erstellst Du jeweils einen Tagesplan, den die Beschäftigten jeden Nachmittag ausfüllen müssen? Das ist im Heidering anders.
Bei uns liegt der Schwerpunkt darauf, dass Beschäftigte am Ende des Tages reflektieren: Was habe ich heute getan? Die entsprechenden Zeilen mit den Uhrzeiten helfen beim Erinnern. Dazu hängt ein Wochenplan im Raum, an dem sie sich orientieren können. Reflektieren, Schreiben, auf den Kalender schauen – Dinge fürs Leben!
Ich mochte das nie.
Wir gestalten unsere berufliche Bildung in Anlehnung an jene auf dem 1. Arbeitsmarkt. Auch dort hatte ich jeden Tag aufzuschreiben, mit welchen Maschinen ich was bearbeitete, wie das Wetter war und dergleichen mehr. Apropos, unseren Regenstands-Anzeiger installierten wir um 2014/15.
Wie kamst Du auf die Idee, die „Pflanze der Woche“ zu präsentieren?
Als Gärtner arbeiten wir mit Pflanzen, also sind Pflanzenkenntnisse sehr wichtig für uns. In der Berufsausbildung zum Gärtner musst Du über 300 verschiedene Pflanzen kennen. Das wäre bei uns in der Werkstatt eine Überforderung, deshalb jede Woche nur eine neue Pflanze. Die ergeben ein Repertoire von etwa 50 Pflanzen – immer jene, welche von der Jahreszeit her interessant sind. Als Grundlage dienen mir die Fachbücher, mit deren Hilfe ich dereinst mein Gärtnerhandwerk erlernte.
Wie lange machst Du das schon?
Seitdem ich im BBB bin, und ich finde es nach wie vor faszinierend. Ich hole Pflanzenteile rein, so gucken wir uns zum Beispiel ein Blatt an: Welche Form hat es, wie sieht sein Rand aus und dergleichen mehr. Dazu schauen wir uns Bilder oder ein kleines Video an, dann wird das Ganze aufgeschrieben und eine Skizze angefertigt. Manchmal können sich die Beschäftigten wünschen, welche Pflanze jeweils für eine Woche drankommt.
Kolleginnen von mir wünschen sich, dass die „Pflanze der Woche“ auch anderswo zu sehen ist, am Heidering oder Aderluch. Kannst Du Dir das vorstellen?
Klar kann ich mir das vorstellen. Das könnte man am Heidering auf die Pflanzen anpassen, die dort wachsen und gedeihen. Ich könnte vor Ort zeigen, wie ich das mache – und jemand übernimmt es dann!
Ich hörte von Frank, dass Du unsere Beiträge im Logbuch liest, kannst Du mit ihnen etwas anfangen?
Ich freue mich immer, wenn im Logbuch was Neues erscheint. Es ist toll, mitzukriegen, was in und um die Werkstatt herum passiert. Eure Beiträge lesen sich zumeist gut, manche lese ich in meiner Gruppe vor.
5. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Kristin Jung und das Reporterinnen-Team vom Heidering legen wieder los: Der erste Arbeitstag des neuen Jahrs … längst nicht alle Straßen waren frei – und das Shuttle-Auto total eingeschneit! Ich muss los, die Beschäftigten warten doch! Früher wäre ich jetzt verzweifelt oder hätte über das zugeschneite Auto gemeckert. Und heute?
„Jetzt aber ran!“, sagte ich mir und rückte dem Schnee zu Leibe. Am Ende kamen alle Beschäftigten, die ich auf meiner Tour einsammelte, genau wie die vom Aderluch bei der Cantina Heidering bestellten geschmierten Brötchen, sicher ans Ziel.
Klappt was nicht, scheint es oft einfacher, aufzugeben oder anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Bleiben wir lieber bei uns selbst! Packen wir es an!
Fürs neue Jahr wünschen wir uns einen Tick mehr Gelassenheit – für uns selbst wie für unsere Mitmenschen! Achten wir das, was wir haben – zum Beispiel unsere Werkstatt, die uns täglich die Chance gibt, voneinander zu lernen, miteinander zu wachsen.
22. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter nimmt Euch mit zum Standortgrillen am Heidering:
Vorletzten Freitag, dem 19. Dezember gab sagte die Standortleitung ein schmackhaftes Dankeschön für die im letzten Quartal des Jahres geleistete Arbeit.
Die Beschäftigten unserer Cantina arbeiteten für uns am Grill, es gab Steak und Bratwurst sowie Nudelsalat und Kartoffelsalat. So wurde es ein schönes gemütliches Beisammensein, herzlichen Dank an alle, die es möglich machten.
17. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber berichtet von einer Veranstaltung in der Lerninsel:
Am 17. Dezember 2025 begingen wir Online-Reporter unsere kleine Weihnachtsfeier. Frank teilte uns die Anzahl der veröffentlichten Artikel mit, die wir dieses Jahr geschrieben haben. Insgesamt sind es über 100 veröffentlichte Beiträge.
Wir durften uns auch über eine tolle Songperformance unseres Kollegen Michael Benter freuen, die unseren Assistenten Frank zu Tränen rührte. Ein kleines Buffet mit leckeren belegten Brötchen, köstlichen Keksen & Co stand für uns bereit. Vielen Dank nochmal an das großartige Cantina-Team der Hauptwerkstatt und diejenigen, die die anderen Leckereien organisierten. Ich persönlich fühlte mich sehr wohl und fand das Ganze einfach Mega super Klasse. Vielen Dank!
15. Dezember 2025 | Logbuch |
Die Online-Reporter Michaela Senf und Erik Egler nehmen Euch mit auf einen gelungenen Ausflug:
Erik: Letzten Freitag begingen wir, die Mannschaft der Cantina vom Aderluch, unsere diesjährige Weihnachtsfeier. Sie begann mit einem zünftigen Frühstück in der Café-Bäckerei Plentz an der Breite Straße. Von dort ging es mit dem Bus zum Turm-Erlebniscenter, wo wir zunächst die Bowlingbahn unsicher machten.
Michaela: Leider lag ich nach zehn Runden ganz hinten. Aber das macht nichts, denn es geht um unser Team, das ganz viel Spaß hatte. Was die Punkte angeht kam Brigitte Schauer auf den sensationellen Platz 1, Erik auf Platz 2 und Anne auf Platz 3.
Erik: Ich habe, im Gegensatz zu Dir, meine Platzierung vergessen, aber ich weiß noch, dass ich zumindest einen Strike mit doppelter Punktzahl erreichte. Zwei Stunden waren wir auf der Bahn, dann gingen wir Mittagessen, gleich nebenan im Restaurant „Türmchen“. Hier genehmigte ich mir einen Texas-Burger mit BBQ-Sauce und Pommes.
Michaela: Ich wählte knusprige Ente mit Klößchen und Rotkohl in Bratensoße. Die Ente duftete so, als wäre schon jetzt Weihnachten, lecker! Unseren Weihnachtsausflug jedenfalls fand ich sehr gelungen.
Erik: Ja, das haben alle Kolleginnen auch so bestätigt.
11. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Alonzo Münn berichtet von den Weihnachtsvorbereitungen bei B‑Plus:
Bereits zu Halloween hatten wir Kürbisse und andere Figuren zum Thema aus Gips gefertigt. Leider war ich nicht dabei, dafür aber jetzt, genauer gesagt: letzte Woche Mittwoch!
Die Figuren passten zum gerade aktuellen Thema, und so waren es diesmal unter anderem Weihnachtsbäume und Gnome, die wir nach Lust und Laune anmalten.
Sabrina hatte sie zuvor gebaut, nachdem ich den Gips angerührt und in die Form reingekippt hatte. Zusammen mit einer Überraschung kommen die von uns gestalteten Werke in unsere Weihnachtstüten, die wir mit nach Hause nehmen dürfen. Was das für eine Überraschung ist, verriet uns Sabrina nicht. Mit anderen Worten: Die Spannung bleibt und steigt.
10. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber berichtet von ihrer Tätigkeit als Frauenbeauftragte:
Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Aus diesem Anlass fuhren die Frauenbeauftragten Andrea Seipelt, Katrin Dewitz und ich mit unseren Unterstützerinnen zum Oranienburger Schloss.
Es waren Teilnehmer der Stadt, der Polizei und von anderen Institutionen dabei. Frau Bonk, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oranienburg, berichtete über aktuelle, erschreckende Fallzahlen der Gewalt an Frauen und Mädchen.
Auf dem Platz vor dem Schloss hissten wir eine Fahne als sichtbares Zeichen gegen diese Gewalt. Dazu erhielten alle ein Blatt Papier mit der Hilfe-Rufnummer 08 000 116 016 in die Hand.
Auch über Gewalt gegen Männer wurde berichtet, im Vergleich zu den Übergriffen an Frauen gibt es hier allerdings nicht so viele Fälle.
Auch wenn das Ganze schwer zu verdauen ist, fühlte mich hier richtig, ansonsten wäre ich als Frauenbeauftragte fehl am Platz. Das Gehörte zu verarbeiten, dauert bei mir etwas länger.
8. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Monika Fiedler erinnert sich zurück und hat eine Frage an Dich:
Vor über vierzehn Jahren war ich in Lübben in der Trauma-Klinik. In der Ergo-Therapie fertigte ich ein Brettchen aus Holz mit einem Text an. Neulich beim Aufräumen fiel es mir wieder in die Hände, und ich beschloss: Das kommt nicht auf den Sperrmüll!
Weil es mir etwas bedeutet, arbeitete ich das Brettchen ein wenig auf – und vielleicht spricht es ja auch Dich an. Findest Du Dich in meinen Zeilen wieder? Vielleicht können sie Dir Mut geben.
4. Dezember 2025 | Logbuch |
Die Online-Reporter der Hauptwerkstatt erlebten eine Überraschung
Als wir uns am Mittwoch zur Redaktionssitzung in der Lerninsel einfanden, empfing uns diese in stark veränderter Optik. Unsere augenblicklich einsetzende Recherche ergab: Seit Montag verströmen ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum und der ebenso angetane Ficus Benjamina weihnachtliches Flair der behaglichsten Art.
Auch die „Schuldigen“ waren schnell gefunden. Florian (siehe Foto von Vanessa) wars, zusammen mit vielen weiteren Beschäftigten aus dem Grünteam sowie der Abteilung Rad und Tat des Campus Q. Wie uns Gärtner Philipp verriet, nennt man unseren „Benjamin“ auch Birkenfeige.
Allen Schmückerinnen und Schmückern unser herzlicher Dank für diese nun so weihnachtliche Lerninsel, in der das Arbeiten an unseren Texten gleich noch mehr Spaß macht.
3. Dezember 2025 | Logbuch |
Die Online-Reporter Michael Benter und Frank Nussbücker lauschen den „Vätern des Heiderings (Fortsetzung)
Marcel Teichmann: Zu Baubeginn standen nur das Haus und das Hallenschiff da. Obendrein wurde gerade das gesamte Gebäude nach Bomben abgebohrt. Da blieb kein Stein auf dem anderen, und auch so manche Versorgungsleitung wurde getroffen.
André Kerkow: Wir mussten eine Menge Um- und Ausbauen. Die Kalthalle besaß keine Dämmung, dazu mussten dort auch eine Heizung und neue Fenster eingebaut werden. Wir brauchen einen Fahrstuhl! Sollte er im oder außerhalb des Gebäudes sein? Viele Fragen, auf die wir schnell Antworten finden mussten. Ohne die tatkräftige Hilfe der Beschäftigte und Kollegen, die malerten, Regale aufbauten und weitere Bautätigkeiten übernahmen, wäre der Fertigstellungstermin nicht zu halten gewesen.
Durch gute Kontakte zu unserem Nachbarn Autohaus Lambeck nahmen wir noch während der Bauphase einen Grundstückstausch vor. Wir gaben dem Autohaus etwas von unserem Gelände ab und bekamen im Gegenzug die für uns so wichtige breite Zufahrt zu Firma Friesen. Wie schnell verging die Zeit! All die Visionen umzusetzen, die wir im Kopf hatten, gelang am Ende nur dadurch, weil viele Mitarbeiter und Beschäftigte so fleißig mithalfen.
Marcel Teichmann: Die Woche über unsere Gruppen betreuen, daneben und am Wochenende den Heidering an den Start bringen, das war ein Kraftakt. Wir waren ein Team aus verschiedensten Mitarbeitenden, die nicht immer alle einer Meinung waren, aber ein Ziel verfolgten! Die neue Außenstelle lebte von Anfang an durch eine gewisse Eigenständigkeit, einen ganz eigenen Patriotismus.
André Kerkow: In der Bauphase erfragten wir in mehreren Sitzungen Wünsche der Beschäftigten für das neue Objekt. Ein Zigaretten- und Kaugummiautomat standen ebenso auf der Liste wie ein Angelteich.
Auch was den Namen des neuen Standorts anging, gab es Vorschläge. Viele seelisch beeinträchtigte Beschäftigte wollten nicht mit der Caritas-Werkstatt in Verbindung gebracht werden. Herr Zimmermann, ein ehemaliger Mitarbeiter, fiel schließlich der Name „Faktor C“ ein. Factor steht im lateinischen für Schöpfer oder Gott, das C für die Caritas, OR für Oranienburg.
Es war eine wilde Zeit, und das Ganze ging erstaunlich schnell über die Bühne. Vom Herbst 2007 bis zur Fertigstellung Ende 2009 verstrichen nur gut zwei Jahre. Für den Umbau hatten wir 850.000 Euro eingeplant. Aus diesen wurden 1,1 Millionen, worauf uns unser Geschäftsführer Herr Vollmer die Leviten las. Diese Summe amortisierte sich längst mehrfach.
Marcel Teichmann: Parallel zum Aufbau des Heiderings kündigen wir rechtzeitig die anderen Objekte, eine finanzielle Doppelbelastung durch ungenutzte Mietobjekte und den Heidering galt es zu vermeiden. Am Ende war es eine ziemliche Punktlandung. Die Eröffnungsfeier mit 120 Gästen kam vergleichsweise pompös daher. Der Domprobst von Berlin war ebenso zugegen wie die komplette Leitung der Caritas Berlin.
André Kerkow: Somit hatten wir ein Haus für unsere seelisch beeinträchtigten Beschäftigten, und in der ehemaligen Kalthalle die nun vereinte Demontage mit allem, was dazugehört. Auch Herr Kobers Garten-Gruppe, die zuvor wie die Werkstoff-Trennung im Quelle-Lager saßen, zogen nun an den Heidering.
Auch weiterhin entstand hier eine Menge, schließlich platzte auch der Heidering aus allen Nähten. So mieteten wir 2015 am Aderluch eine weitere Außenstelle an. Diese leitet heute Marcel, und ich ging zurück in die Hauptwerkstatt.
Michael Benter: Vermisst Ihr den Heidering?
André Kerkow: Wenn du sowas mit aufbaust, und wirst nach ein paar Jahren zurückgeholt – Herr Lau musste mich schon stark überzeugen. Loslassen hieß es da für mich, und ich musste akzeptieren, dass jemand anderes es fortan anders macht. Mittlerweile bin ich schon wieder zehn Jahre in der Hauptwerkstatt – und kann die Bedürfnisse und Befindlichkeiten unserer Außenstellen viel besser verstehen als zuvor.
Marcel Teichmann: Wie Väter, die ihre Kinder großwerden sehen, so geht’s uns mit dem Heidering. Du beobachtest ihn weiter, verfolgst sein Geschick, wie Väter nun mal sind!
2. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter ließ sich schulen
Sören fragte uns: „Habt Ihr Interesse, am Lehrgang für Arbeitssicherheit teilzunehmen?“ Der fand am 13. und 14. November im Heidering statt, und ich hatte Interesse, genau wie meine Reporter-Kollegin Martina.
Wir erfuhren viele interessante Dinge, zum Beispiel, dass Martina als Shuttle-Fahrerin über unseren Arbeitgeber versichert ist. Fährt sie aber mit ihrem Privatauto zur Arbeit und macht einen Zwischenstopp beim Bäcker, ist das nicht der Fall. Dass wir während der Pause in der Raucherecke nicht versichert sind, wusste ich schon. Dasselbe gilt aber auch für den Gang auf die Toilette – außer, wenn ich die Tür auflasse, aber wer macht das?
Arbeits- und Schutzkleidung darf nicht kaputt, Fluchtwege müssen stets frei, Feuerlöscher gut sichtbar angebracht sein. In Arbeitsräumen darf nicht gegessen werden und keine Mikrowelle oder ähnliches stehen. Wenn ich in Urlaub gehe, soll ich meiner Vertretung zeigen, was sie bei den von mir ausgeführten Tätigkeiten beachten muss. Wir konnten auch Fragen stellen und Ideen einbringen. So schlug ich vor, dass Beschäftigte Warnwesten tragen, wenn sie einen Hubwagen fahren.
Abschließend gingen wir durchs Haus, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. Dazu gehören auch scheinbare Nebensächlichkeiten wie die Ablauf-Daten der Hygienemittel in den Toiletten. Es gab sehr viel Input, am Ende der beiden Tage war ich ganz schön geschafft – und um einiges schlauer als vorher.
26. November 2025 | Logbuch |
Online-Reporterinnen der Hauptwerkstatt erlebten die Wahl zu unseren Werkstatt-Gremien.
Michaela Senf: Ich fand es einfach toll, mit meiner Kollegin Simone jemanden wählen zu können, den ich ins Herz geschlossen habe. Simone ist immer für uns da, wenn es einem nicht gut geht. Gleich am nächsten Morgen gratulierte ich ihr. Überhaupt finde ich es große Klasse, dass wir die beiden wichtigen Werkstatt-Gremien gewählt haben.
Jule Bußler: Erst wurden die Stimmen zur Wahl des Werkstatt-Rats ausgezählt, dann die für die Frauenbeauftragten. Bei letzterer wurde ich Fünfte. Am Morgen hatte ich noch gedacht, mich wählt gar keiner. Man muss wissen, auf was man sich einlässt, stellt man sich zur Wahl. Auf die Mitglieder beider Gremien warten eine große Verantwortung und jede Menge Arbeit.
Vanessa Verderber: Da hat Jule Recht! Man muss wirklich dabei sein und kann nicht einfach sagen: Ich mach das, weil ich Spaß dran hab – aber lass ich mit deinen Problemen in Ruhe. Ich bin sehr glücklich, dass ich gewählt wurde und nehme mir fest vor, mir bei jedem an mich herangetragenen Problem alle beteiligten Seiten anzuhören. Nur zusammen finden wir die beste Lösung.
Wir danken allen Kandidatinnen und Kandidaten, allen, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten und ganz besonders dem Wahlvorstand, ohne den das alles niemals über die Bühne gegangen wäre.