23. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber im Gespräch mit Katharina Riedel
Ich finde Katharina sehr nett. Sie hat immer ein offenes Ohr für alle und ist meiner Meinung nach auch sehr stark. Stets setzt sie sich für die Menschen ein, die Unterstützung brauchen. Nun sagte ich mir: Ich interviewe sie einfach mal:
Was führte Dich zur Caritas-Werkstatt?
Dazu muss ich etwas ausholen. In Werkstätten gearbeitet habe ich schon länger. Ich absolvierte mein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Werkstatt in Sachsen. Danach studierte ich in Bayern Soziale Arbeit und mir war klar: Ich möchte weiterhin in Werkstätten tätig sein. Nach dem Studium zog ich nach Berlin und schaute mich nach Jobs um. Zufällig entdeckte ich, dass die Caritas-Werkstatt Oranienburg eine Stelle im Jobcoaching neu ausgeschrieben hatte. Ich bewarb mich – und erst, als ich zum Bewerbungsgespräch fuhr, merkte ich: Oranienburg liegt ganz schön weit draußen!
Wie kamst Du schließlich in die Werkstatt-Leitung?
Herr Lau und Herr Schulz machten das eine kurze Zeit zu zweit. Dabei merkten sie, dass es gut ist, wenn in der Leitung alle Perspektiven der Werkstattleitung vertreten sind und es auch eine Stimme gibt, die sich vor allem für die Belange der Beschäftigten verantwortlich fühlt. Und grundsätzlich halte ich es immer für wichtig und gut, wenn in Leitungsteams Männer und Frauen zusammenarbeiten.
Für welche Tätigkeit in der Leitung bist Du speziell zuständig?
„Bildung und Soziales“ steht an meiner Tür. Im Unterschied zu den Arbeitsschwerpunkten von Herrn Lau und Herrn Schulz dreht sich meine Tätigkeit nicht so sehr darum, dass Aufträge reinkommen oder die Prozesse und Maschinen laufen, sondern dass es den Menschen hier gut geht.
Ist Leitungsarbeit manchmal sehr anstrengend?
Ich glaube, jede Aufgabe kann anstrengend sein. Überall gibt es Phasen, die wir als sehr herausfordernd empfinden. Ich glaube nicht, dass ein Chef oder eine Chefin mehr Stress haben als andere.
Leitungsarbeit ist in meinen Augen aber schon eine andere Sache.
Das hängt viel mit der jeweiligen Person zusammen. Wie wichtig ist mir meine Aufgabe, wie verantwortungsvoll arbeite ich? Wir alle erfüllen wichtige Aufgaben, auch Ihr als Beschäftigte. Ich denke da zum Beispiel an die Cantina. Dort stehen mittags viele Menschen hungrig vor dir, und du wirst vielleicht angepflaumt, wenn es mal nicht schnell genug geht. Das ist ganz sicher anstrengender als so manche Leitungstätigkeit.
Was machst Du in Deiner Freizeit?
Das veränderte sich zuletzt mit meiner Umgebung. Bis 2023 wohnte ich in Berlin mit all seinen kulturellen Angeboten. Jetzt lebe ich in Kyritz, quasi mitten im Wald am See. Diesen Sommer belegte ich beispielsweise einen Anfängerkurs im Ruderverein, und wir haben einen Hund.
Apropos, bist Du auch so ein großer Tierfreund wie ich? Ich liebe Tiere sehr und glaube, wir können eine Menge von ihnen lernen.
Das glaube ich auch. Ich mag vor allem Hunde, mehr noch als Katzen. Ja, ich bin ein Hunde-Typ, weil sie dir ganz ungefiltert ihre Liebe schenken. Manche Tiere, so zum Beispiel Spinnen oder Schlangen, brauche ich nicht in meiner unmittelbaren Nähe.
Ich habe Angst vor Wespen und versuche, ihnen gegenüber ruhig zu bleiben, so nach dem Motto: Ich lass dich in Ruhe – und du mich auch.
Genau, nennen wir es friedliche Koexistenz. Hast Du einen Hund?
Leider nicht. Mein Arbeitstag ist lang, und Hunde mögen es nicht, allein zu sein. Was für einen Hund hast Du?
Eine Mischung aus Beagle, das ist ein eher sturer, dickköpfiger Jagdhund – und Mops, der eher Richtung Schoßhund geht. Gefühlt ist er immer auf Nahrungssuche.
Soll sich deiner Meinung nach innerhalb der Werkstatt etwas ändern? Falls ja, was?
Zu uns kommen immer mehr Menschen mit sehr hohem Förderbedarf. Zum anderen haben wir Beschäftigte, die eine Ausbildung machen, auf den ersten Arbeitsmarkt wollen. Ich wünsche mir, dass wir für alle Möglichkeiten finden.
Raus aus der Werkstatt? Davor hab‘ ich Angst.
Das musst Du nicht. Für manche ist es ein guter Schritt, für andere nicht oder noch nicht.Manchmal hilft es, sich nicht so sehr zu belasten mit dem, was irgendwann einmal sein wird. Als Du zu uns kamst, wusstest Du ja auch nicht, was Dich hier erwartet.Damals hättest Du Dir sicher nicht zugetraut, Frauenbeauftragte zu werden. Sich selbst Dinge zuzutrauen ist das eine, aber mit Deiner Wahl siehst du: Auch andere geben Dir ihr Vertrauen!
Okay, was ist Dein zukünftiges Ziel in der Werkstatt?
Mein großes Ziel ist nach wie vor, dass die Werkstatt ein Ort bleibt, an den die Beschäftigten gern zur Arbeit kommen. Ein Ort, an dem Ihr Euch sicher fühlt, Euch entwickeln könnt, Selbstbewusstsein tankt. Jeder kann mit seinen Aufgaben wachsen, hat aber auch die Chance, eigene Grenzen zu akzeptieren. Das ist der große Vorteil einer Werkstatt.
Bist Du mit Deiner Arbeit zufrieden?
Ich mag es, dass ich hier viele Dinge bewegen und Projekte verfolgen kann, die mir am Herzen liegen, zum Beispiel die Frauenbeauftragten. Ich genieße die Freiheit, so etwas mit zu entwickeln, und ich genieße die vielen Menschen um mich herum.
Hast Du Geschwister? Wenn ja, wie viele? Ich hab eine Schwester und drei Brüder.
Ich habe einen „kleinen“ Bruder, der vier Jahre jünger ist als ich. Er ist Fußballer von Beruf, dafür hats bei mir nicht gereicht.
Ich spiele übrigens Rugby.
Stimmt! Ich bin gerade dabei, das nächste One Billion Rising mit zu organisieren, eine Tanzdemonstration, um Frauen stark zu machen. Vielleicht lade ich dazu Deinen Rugbyclub ein?
Warum nicht? Fragen kostet nichts. Gibt es etwas aus Deiner Kindheit, was Dich besonders prägte?
Ich wuchs quasi in einem Mehrgenerationenhaus auf. Meine Großeltern waren für mich sehr wichtige Menschen. Es prägte mich, dass sie in meiner Kindheit da waren. Mir gefiel das gegenseitige Verständnis, dass wir uns gegenseitig halfen. Vielleicht wurde ich auch deshalb Sozialarbeiterin? Meine Oma war eher still, hatte aber alles im Griff. Ich bewundere diese Frauen, die noch den Zweiten Weltkrieg und viele schlimme Dinge erlebten. Sie konnten selten selbstbestimmt leben. Aber sie ließen sich nicht unterkriegen und mussten hart arbeiten. Von diesen Frauen können wir eine Menge lernen. Ich glaube, auch deshalb setze ich mich heute gern für die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Menschen ein.
Liebe Katharina, ich danke Dir für das Gespräch.
Auch ich danke Dir für unser Gespräch, liebe Vanessa. Dein Kompliment vom Anfang kann ich nur zurückgeben. Ich finde es stark, was Du Dich inzwischen alles traust.
19. Januar 2026 | Logbuch |
Michael Benter und Frank Nussbücker sprachen mit unserem Infrastrukturmanager Marko Möller:
Ursprünglich war sie nur als Seitenausgang gedacht. Aber die Tür zwischen Werbemittelfertigung und Holz-Werkstatt wurde besonders durch unsere Schule, den BBB im Josefhaus sowie dem FBB weit höher frequentiert als ursprünglich gedacht. Marko Möller ließ besagte Holztür mehrfach reparieren, bis im Frühjahr 2024 nichts mehr ging.
Seine Idee: Die Holztür wird durch eine aus Metall ersetzt, via Antrieb barrierefrei gemacht und so verbreitert, dass auch Rollis hindurchpassen.
Letzteres mussten wir leider aufgeben. Dafür die Baugenehmigung zu bekommen, hatte einen Haken namens Munitionsfreigabe. Die damals erfolgten Bohrungen nach Weltkriegs-Munition waren in heute unzulässiger Tiefe erfolgt. Demzufolge hätte das gesamte umliegende Terrain neu abgebohrt werden müssen.
So bliebs bei einer barrierefreien Metalltür mit Antrieb. Kommunikationsprobleme der von uns beauftragten Baufirma mit einem externen Dienstleister sorgten dafür, dass das Ganze „ein langer Ritt“ wurde, wie Marko zu erzählen weiß: „Am Ende erbrachten wir einiges in Eigenleistung, um den Prozess zu beschleunigen. Das betraf unter anderem die Endinstallation von Säule und Schalter. Letzteren baute unser Stamm-Elektriker Herr Liebald von der Firma JET ein. Unsere Haustechnik sorgte auch dafür, dass die Säule am Ende fest und sicher auf dem Fundament steht.“
Etwas Gutes hatte die lange Bauzeit, wie Mario hinzufügt: „Drinnen installierten wir einen Finger-Klemmschutz, der war im Bauauftrag nicht enthalten.“
Philipp Focking und seinem Team aus dem BBB ist es zu verdanken, dass wir nun draußen einen Schuhabstreifer haben. Diese Idee war Philipp beim Wieder-Einlegen des Pflasters gekommen. So bleibt ab jetzt ein Großteil des Drecks draußen, gerade bei Schmuddelwetter eine tolle Sache. Vielen Dank an Philipp, unseren Elektriker, die Haustechnik und natürlich an Marko Möller!
16. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Manuela Wroblewski möchte noch was zum kürzlichen Wintereinbruch loswerden:
Als ich letzten Donnerstag frühmorgens in der Hauptwerkstatt ankam, war dort schon ordentlich was los. Jede Menge Schnee war vom Himmel gefallen, und unsere Grünteams voll dabei, den weißen Massen mittels Schneeschieber und Räumgeräten so zu Leibe zu rücken, dass der Parkplatz befahr- und die Wege begehbar blieben.
Ihr Einsatz sorgte dafür, dass Beschäftigte und Mitarbeiter unserer Werkstatt trocken und sicher an ihre Arbeitsplätze kamen.
Damit nicht genug, hackten sie diesen Dienstag unsere Wege eisfrei. So konnten wir langsam, aber sicheren Schrittes übers Gelände laufen. Dafür unser herzlicher Dank an die Mannschaften von Philipp Focking, Clemens Bengsch sowie Matthias Dahlke. Toll, dass wir Kollegen haben, die schnell wie beherzt zupacken, wenn es die Situation erfordert.
15. Januar 2026 | Logbuch |
Michael Benter fragt Katharina Riedel
Bei meinem ersten Gespräch in der Caritas-Werkstatt begleitete mich meine Betreuerin Frau Rath. Im Josefhaus trafen wir uns mit Frau Riedel, Leiterin des Campus Q. Gerade, als diese zu mir sagte: „Hier ist ab September dein neuer Arbeitsplatz!“, schwirrte eine Wespe durch den Raum. Mir brach der Schweiß aus und ich geriet in Panik. Seit ich einmal in der U‑Bahn von einer Biene gestochen wurde, habe ich panische Angst vor Hornissen, Bienen, Wespen …
„Du brauchst keine Angst zu haben“, beruhigte mich Frau Riedel. Heute treffe ich mich mit ihr, um ihr ein paar Fragen zu stellen.
Katharina: Wenn ich an Dich denke, fällt mir auch immer zuerst diese Situation mit der Wespe ein. Ich habe eigentlich auch Angst vor ihnen und wäre gern zusammen mit Dir aufgesprungen. Mir war aber wichtig, dass dein erster Eindruck von der Werkstatt nicht mit Angst verbunden ist.
Michael: Seit wann arbeitest Du hier und wie verlief Dein Weg in die Werkstattleitung?
Katharina: Als ich 2010 herkam, war ich 24 und die Werkstatt mein erster Job nach dem Studium. Sie suchten eine Fachkraft für berufliche Integration. Die Stelle war neu, denn Werkstätten hatten sich verstärkt darum zu kümmern, Beschäftigte in Praktika und Betriebe zu vermitteln.
Mittlerweile arbeitete ich schon in fast allen Bereichen als Fachdienst, außer am Aderluch, Als der stellvertretende Werkstattleiter Herr Hoberg in Rente ging, rückte zunächst Rainer Schulz in die Leitung auf. Er kümmerte sich um die Produktionsprozesse, und schließlich kam ich dazu als jemand, der sich mit sozialen Themen befasst. Seither fühle mich verantwortlich für die Fachdienste und die Belange der Beschäftigten.
Michael: Beim Projekt „Seitenwechsel“ haben Mitarbeitende die Möglichkeit in anderen Werkstattbereichen und beim Caritas Wohnen mitzuarbeiten. Hast Du so etwas auch schonmal gemacht?
Katharina: Ganz am Anfang meiner Zeit hier gab es einen Personalengpass in der Cantina der Hauptwerkstatt. „Kannst du das mal machen?“, fragte man mich – und ich tats. Zur Mittagszeit ging die Luke hoch: Vor mir viele hungrige Beschäftigte, stand ich neben der Kasse und hatte keine Ahnung, wie sie zu bedienen ist. Seitdem hab ich großer Respekt vor dieser Arbeit. Die Leute sind hungrig, es muss schnell gehen und die Kasse auf Stand sein. Da kam ich ganz schön ins Schwitzen. Gern hätte ich mehr Zeit, so etwas öfters zu machen.
Michael: Was macht Dir in der Werkstatt am meisten Spaß?
Katharina: Grundsätzlich gefällt es mir am besten, hier unterwegs zu sein und Projekte anzuschieben. Ich mag den Plausch aufm Flur, meine schönsten Stunden sind die, in denen ich mit Euch zusammen bin. Ein bisschen bin ich stolz darauf, dass ich bis heute alle Beschäftigten und viele Ehemalige mit Namen kenne. Ich bin in den Aufnahmegesprächen dabei, lerne die Familien und Geschichten kennen. Auch Probleme und Konflikte sind Teil meiner Aufgabe – und doch ist für mich der Kontakt mit anderen Menschen das Schönste. Mit meinem Wechsel in die Werkstatt-Leitung kam leider viel mehr Schreibkram dazu, jede Menge Arbeit am Rechner.
Michael: Was macht unsere Werkstatt für Dich aus?
Katharina: Ich komme immer wieder gern her. Es ist schön, zu sehen und zu begleiten, wie sich Beschäftigte entwickeln und etwas aus ihrem Leben machen. Das macht die Werkstatt zu einem meiner Lieblingsorte
Michael: Arbeitest Du an der Erstellung der Fortbildungsprogramm-Hefte mit?
Katharina: Das ist eines meiner Herzensthemen.
Michael: Dann möchte ich das nächste bitte in Werbetechnik-Blau!
Katharina: Mittlerweile gibt es unsere Fortbildungsprogramme schon so lange, dass jede Bereichsfarbe vertreten war. Bei der Farbwahl gucken wir auch, welcher Bereich im jeweiligen Jahr einen besonderen Höhepunkt begeht.
Zusammen mit Laura Krüger und Angi Geißler arbeite ich daran, dass die begleitenden Angebote abwechslungsreich sind und bleiben. Für manche sind sie der wichtigste Grund, in die Werkstatt zu kommen.
Michael: Fährst Du manchmal im Shuttle mit?
Katharina: Letztes Jahr verabschiedete ich Karin Bodag, welche die Anfänge unseres Shuttles mitmachte, gleich nach dem Shuttle-Pionier Jürgen Wolf. Damals wurde heiß diskutiert, ob Beschäftigte überhaupt fahren dürfen. Ich unternahm einige Probefahrten mit Karin, um mich davon zu überzeugen, dass sie auch in Stress-Situationen ruhig und sicher fährt. Das tat sie.
Michael: Wir Beschäftigten arbeiteten in der Corona-Pandemie teilweise zu Hause oder am Aderluch. Wie hast Du diese Zeit erlebt in und mit der Werkstatt?
Katharina: Der Beginn der Pandemie fiel genau mit meinen ersten Arbeitstagen in der Werkstattleitung zusammen … im Rückblick eine super anstrengende Zeit. Alles war so unsicher: Wie viele Menschen dürfen in einem Raum sein, welche Beschäftigten dürfen wohin? Galten für uns die Regeln für Betriebe, oder jene für Wohnstätten von Menschen mit Behinderung? Am Ende trafen wir die Entscheidungen, bei denen wir dachten, so ist es am besten. Vielleicht lagen wir nicht immer richtig, aber ich glaube, wir kamen ganz gut durch.
Michael: Kannst Du nach Feierabend abschalten, oder gehört Dein Heimweg auch zur Firmenarbeit?
Katharina: Wer sich entscheidet, einen sozialen Beruf zu ergreifen, musss auch die damit verbundenen Schwierigkeiten ertragen. Menschen sind keine Maschinen, die man abends ausschaltet. Im Urlaub kann ich ganz gut abschalten, das Wochenende ist dafür oft zu kurz. Mein Partner muss damit leben, schließlich hat er mich so „eingekauft“.
Michael: Gibt es ehemalige Beschäftigte unserer Werkstatt, die Du besonders vermisst?
Katharina: In den letzten Jahren verloren wir einige Beschäftigte, die einen bedeutenden Teil unserer Geschichte mitschrieben wie zum Beispiel Angelika Kopitzke, die so lange Zeit auf dem Johannesberg lebte. Auch ihr helft mit, diese Geschichten festzuhalten.
Michael: Bist Du hier öfter umgezogen, von Büro zu Büro?
Katharina: Ich saß mittlerweile in 6 oder 7 Büros, zuerst in dem jetzigen von André Kerkow in der Hauptwerkstatt. Nach einem Jahr wechselte ich in den Heidering, ins Büro von Klemens Statt, wo ich auch deine Reporterkollegin Martina kennenlernte. Dann zog ich wieder in die Hauptwerkstatt, ins Büro von Herrn Möller. Ich sah etliche Büros von innen, den schönsten Ausblick auf den Johannesberg genoss ich als Leiterin des Campus Q.
Michael: Wie sehen Deine Zukunftspläne aus? Verrätst Du uns davon etwas?
Katharina: Ich will noch viel reisen in meinem Leben. Dabei möchte ich auch den Lebensstil der Menschen kennenlernen, die vor Ort leben. Das hilft, bescheiden zu bleiben und zu sehen, dass es uns ganz gut geht. Reisen hilft mir, für vieles ein gutes Gespür zu bekommen.
Michael: Was würdest Du tun, wenn es die Werkstatt nicht mehr gäbe?
Katharina: Das möchte ich mir nicht vorstellen. Wir leben in einem Sozialstaat, Werkstätten sind ein Teil davon. Ihre Abschaffung fordern unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Gründen. Wir werden es ihnen nicht leicht machen.
Michael: Hast Du eine Idee, wie die Caritas-Werkstatt in zehn Jahren aussehen könnte?
Katharina: Ihr Auftrag, Menschen in die Ausbildung und auf den Arbeitsmarkt zu bringen, wird gewichtiger sein. Also wird es mehr Beschäftigte geben, die auf Außenarbeitsplätzen in Betrieben arbeiten, welche wir vor Ort begleiten. Das ist jedoch nicht für alle Beschäftigten der richtige Weg. Auch für alle, die dazu nicht in der Lage sind, müssen wir da sein. Und wir brauchen auch Betriebe, die Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance geben.
Michael: Was ist, wenn ein Beschäftigter in einen anderen Bereich wechseln möchte?
Katharina: Es gehört auch zu unseren Aufgaben, Euren Wünschen nach Möglichkeit zu entsprechen. Manche mögen Veränderungen mehr als andere. Dass du zu ersteren gehörst, hat sicher eine Menge mit deiner Persönlichkeit zu tun. Es gehört zur Stärke einer Werkstatt, das möglich zu machen.
12. Januar 2026 | Logbuch |
Passt auf Euch auf, Leute!
Auch für morgen, 13.01.2026 warnt der Deutsche Wetterdienst in Oranienburg und Umgebung vor Glatteis auf Straßen und Gehwegen.
Die Caritas-Werkstatt hat wie gewohnt geöffnet. Die Fahrdienste sind unterwegs, es kann aber zu Verspätungen kommen.
Wer aufgrund der Wetterlage morgen nicht zur Werkstatt kommen kann, meldet sich früh bitte telefonisch oder per E‑Mail bei uns – und soweit zutreffend auch beim Fahrdienst. Die wetterbedingte Abwesenheit gilt dann als entschuldigt.
12. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Martina Harnischmacher erinnert sich:
Im November 2009 zogen wir von der Bernauer Str. 100 mit der kompletten Mannschaft in den neuen Standort am Heidering. Erinnere ich mich richtig, nahmen wir aus der Bernauer Mobiliar und Maschinen mit. Dazu kamen Beschäftigte aus anderen Abteilungen, so zum Beispiel meine Reporter-Kolleginnen Annett und Monika von der Berliner Straße 60A.
„Auch die Beschäftigten des Arbeitsbereichs Werkstoff-Trennung aus dem damaligen Quelle-Lager zogen nun an den Heidering!“, erinnert sich Reporter-Kollege Michael Benter. „Zu ihnen gehören unter anderem Michael Brock, Steffen Geißler, Dietmar von Schanowski und Gruppenleiter Carsten Beyer.“
Am neuen Standort hieß es: Renovieren, Bauen, Saubermachen! Der Holz-Pavillon zwischen der neu errichteten Cantina und dem Hauptgebäude wurde übrigens von dem Beschäftigten Norbert Keppe errichtet. Norbert übernahm, wie auf dem Foto zu sehen, auch weiterhin etliche Arbeiten am und im Haus. Er war handwerklich top, mittlerweile ging er leider in den Ruhestand.
Ich sah den Umzug positiv, obgleich wir nun nicht mehr so zentral lagen wie in der Bernauer. Der alte Standort war zu klein geworden, nun verfügten wir über eine Parkfläche, und jede Abteilung bezog eigene Räume.
8. Januar 2026 | Logbuch |
Die Wetterlage hat sich beruhigt. Wir können davon ausgehen, am Montag, 12.01.2026 an allen Standorten wieder in den Regelbetrieb zu starten.
8. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber berichtet von einem brandaktuellen Grund zum feiern:
Am 8 Januar 2026 gab es an allen 3 Standorten unserer Caritas-Werkstatt einen ganz besonderen Foto-Termin. Auf der kleinen Wiese zwischen Cantina und Verwaltung der Hauptwerkstatt wurde aus kleinen Pappen eine riesige 50 zurechtgelegt. Fürs dazugehörige Foto erhielten alle, die mitmachten, einen coolen Motto-Schal in den Farben unseres Trägers, den wir sogar behalten dürfen.
Wir versammelten uns auf einem großen, mittels Graffiti-Dose auf den Schnee gesprühten Kreis. Nun ließen die Fotografen ihre Drohne fliegen, um das perfekte Foto hinzubekommen. Dazu hielten wir voller Freude unsere coolen neuen Schals in die Höhe. Für mich persönlich ist dies die größte 50, die ich je in meinem Leben gesehen habe!
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag, liebe CFJ – weiter so!
7. Januar 2026 | Logbuch |
Michael Benter befragt Philipp Focking: Wo und was hast Du gearbeitet, bevor Du in die Werkstatt kamst?
Ich war Planer und Bauleiter im Bereich Garten- und Landschaftsbau, zuerst in einem Landschaftsbau-Unternehmen, dann in einem Handwerksbetrieb.
Wie lange bist Du schon in unserem Grünteam?:
Ich startete 2010 im Arbeitsbereich Garten- und Landschaftspflege. Mein Vorgänger fiel längere Zeit krankheitsbedingt aus. „Dringend Urlaubsvertretung gesucht!“, hieß es da. Das war spannend für mich. Ich bin Gärtner aus Leidenschaft.
Warst Du der erste, der das Grün-Team im BBB im Josefhaus leitete?
Vorher gab es den Lehrgang Garten- und Landschaftspflege, übrigens auch hier im Josefhaus. Bald, nachdem ich kam, befand sich der BBB im Umbruch. Rainer Schulz sprach mich an, ob ich mir vorstellen könne, dabei mitzuwirken. Im Frühling 2014 wechselte ich in den Berufsbildungsbereich und startete im Herbst mit der sonderpädagogischen Zusatzausbildung. Die Erfahrungen aus dem Arbeitsbereich halfen mir, die richtigen Schwerpunkte in der beruflichen Bildung zu setzen. Unsere Beschäftigen lernen hier die Maschinen kennen, die im Arbeitsbereich und auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwendet werden.
Machst du morgens einen Rundgang und guckst, was gemacht werden muss – und sagst dann Deinen Beschäftigten, welche Arbeiten an diesem Tag anliegen?
Meistens sehe ich am zu Ende gehenden Arbeitstag, was am Folgetag zu tun ist. Hatte ich Urlaub, mache ich anschließend erst mal einen Rundgang, um zu sehen: Wo besteht am nötigsten Handlungsbedarf?
Was ist, wenn Beschäftigte zu dir kommen und sagen: Ich will das und das machen!
Sehen Beschäftigte, was zu tun ist, lasse ich sie das gern machen. Zumeist aber sind sie im BBB zunächst noch nicht so erfahren. Da ist es eher selten, dass sie Vorschläge machen. Hat aber jemand den gärtnerischen Blick, bremse ich sie oder ihn nicht.
Warum erstellst Du jeweils einen Tagesplan, den die Beschäftigten jeden Nachmittag ausfüllen müssen? Das ist im Heidering anders.
Bei uns liegt der Schwerpunkt darauf, dass Beschäftigte am Ende des Tages reflektieren: Was habe ich heute getan? Die entsprechenden Zeilen mit den Uhrzeiten helfen beim Erinnern. Dazu hängt ein Wochenplan im Raum, an dem sie sich orientieren können. Reflektieren, Schreiben, auf den Kalender schauen – Dinge fürs Leben!
Ich mochte das nie.
Wir gestalten unsere berufliche Bildung in Anlehnung an jene auf dem 1. Arbeitsmarkt. Auch dort hatte ich jeden Tag aufzuschreiben, mit welchen Maschinen ich was bearbeitete, wie das Wetter war und dergleichen mehr. Apropos, unseren Regenstands-Anzeiger installierten wir um 2014/15.
Wie kamst Du auf die Idee, die „Pflanze der Woche“ zu präsentieren?
Als Gärtner arbeiten wir mit Pflanzen, also sind Pflanzenkenntnisse sehr wichtig für uns. In der Berufsausbildung zum Gärtner musst Du über 300 verschiedene Pflanzen kennen. Das wäre bei uns in der Werkstatt eine Überforderung, deshalb jede Woche nur eine neue Pflanze. Die ergeben ein Repertoire von etwa 50 Pflanzen – immer jene, welche von der Jahreszeit her interessant sind. Als Grundlage dienen mir die Fachbücher, mit deren Hilfe ich dereinst mein Gärtnerhandwerk erlernte.
Wie lange machst Du das schon?
Seitdem ich im BBB bin, und ich finde es nach wie vor faszinierend. Ich hole Pflanzenteile rein, so gucken wir uns zum Beispiel ein Blatt an: Welche Form hat es, wie sieht sein Rand aus und dergleichen mehr. Dazu schauen wir uns Bilder oder ein kleines Video an, dann wird das Ganze aufgeschrieben und eine Skizze angefertigt. Manchmal können sich die Beschäftigten wünschen, welche Pflanze jeweils für eine Woche drankommt.
Kolleginnen von mir wünschen sich, dass die „Pflanze der Woche“ auch anderswo zu sehen ist, am Heidering oder Aderluch. Kannst Du Dir das vorstellen?
Klar kann ich mir das vorstellen. Das könnte man am Heidering auf die Pflanzen anpassen, die dort wachsen und gedeihen. Ich könnte vor Ort zeigen, wie ich das mache – und jemand übernimmt es dann!
Ich hörte von Frank, dass Du unsere Beiträge im Logbuch liest, kannst Du mit ihnen etwas anfangen?
Ich freue mich immer, wenn im Logbuch was Neues erscheint. Es ist toll, mitzukriegen, was in und um die Werkstatt herum passiert. Eure Beiträge lesen sich zumeist gut, manche lese ich in meiner Gruppe vor.
5. Januar 2026 | Logbuch |
Online-Reporterin Kristin Jung und das Reporterinnen-Team vom Heidering legen wieder los: Der erste Arbeitstag des neuen Jahrs … längst nicht alle Straßen waren frei – und das Shuttle-Auto total eingeschneit! Ich muss los, die Beschäftigten warten doch! Früher wäre ich jetzt verzweifelt oder hätte über das zugeschneite Auto gemeckert. Und heute?
„Jetzt aber ran!“, sagte ich mir und rückte dem Schnee zu Leibe. Am Ende kamen alle Beschäftigten, die ich auf meiner Tour einsammelte, genau wie die vom Aderluch bei der Cantina Heidering bestellten geschmierten Brötchen, sicher ans Ziel.
Klappt was nicht, scheint es oft einfacher, aufzugeben oder anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Bleiben wir lieber bei uns selbst! Packen wir es an!
Fürs neue Jahr wünschen wir uns einen Tick mehr Gelassenheit – für uns selbst wie für unsere Mitmenschen! Achten wir das, was wir haben – zum Beispiel unsere Werkstatt, die uns täglich die Chance gibt, voneinander zu lernen, miteinander zu wachsen.
22. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporter Michael Benter nimmt Euch mit zum Standortgrillen am Heidering:
Vorletzten Freitag, dem 19. Dezember gab sagte die Standortleitung ein schmackhaftes Dankeschön für die im letzten Quartal des Jahres geleistete Arbeit.
Die Beschäftigten unserer Cantina arbeiteten für uns am Grill, es gab Steak und Bratwurst sowie Nudelsalat und Kartoffelsalat. So wurde es ein schönes gemütliches Beisammensein, herzlichen Dank an alle, die es möglich machten.
17. Dezember 2025 | Logbuch |
Online-Reporterin Vanessa Verderber berichtet von einer Veranstaltung in der Lerninsel:
Am 17. Dezember 2025 begingen wir Online-Reporter unsere kleine Weihnachtsfeier. Frank teilte uns die Anzahl der veröffentlichten Artikel mit, die wir dieses Jahr geschrieben haben. Insgesamt sind es über 100 veröffentlichte Beiträge.
Wir durften uns auch über eine tolle Songperformance unseres Kollegen Michael Benter freuen, die unseren Assistenten Frank zu Tränen rührte. Ein kleines Buffet mit leckeren belegten Brötchen, köstlichen Keksen & Co stand für uns bereit. Vielen Dank nochmal an das großartige Cantina-Team der Hauptwerkstatt und diejenigen, die die anderen Leckereien organisierten. Ich persönlich fühlte mich sehr wohl und fand das Ganze einfach Mega super Klasse. Vielen Dank!